«Lasst euch nicht alleine.»

Till mit seiner Schwester Malin und Grossmutter.

Till konnte auf die Unterstützung seiner Familie zählen.

Brigitte Trümpy möchte mit ihren Aktivitäten aber nicht nur Grosseltern ansprechen. Eine zentrale Botschaft richtet sich an alle Familienmitglieder und Freunde von schwerkranken Menschen: «Lasst euch nicht allein, wenn die Stürme des Lebens kommen.» Durch die Krankheit werde man von einem Moment auf den nächsten sehr abhängig und ist auf die Unterstützung seiner Mitmenschen angewiesen. Auf der Onkologie konnte Brigitte Trümpy beobachten, wie krebskranke Menschen vereinsamen.

Nicht selten ziehen sich Personen aus dem Umfeld des Kranken zurück und auf die eigene Familie ist möglicherweise auch weniger Verlass, als man es sich vorgestellt hätte. «Fun, Spass, jeder kann machen was er will. Das ist ja alles okay, wenn es gut geht», meint Brigitte Trümpy. «Doch dann gibt es solch eine Katastrophe und plötzlich brauchst du jemanden, der dir hilft, der mit dem Auto dorthin fährt und jemanden, der die Wäsche holt jeden Tag und so weiter. Du brauchst Menschen, die dir etwas zu Liebe tun.» Glücklicherweise konnte Tills Familie während der vier Jahre auf die Hilfe von einem grossen Netz an Freunden zählen. Im so genannten Till-Mail hat die Familie jeweils um Unterstützung gebeten, wenn Not am Mann war und kurz darauf meldete sich dann immer jemand.

Pläne für die Zukunft

Trotz des ausschliesslich positiven Feedbacks auf ihre Aktivitäten, haben sich bisher erst vier Grosseltern bei Brigitte Trümpy gemeldet. Mit ihnen steht sie im Mail-Kontakt und ab und zu treffen sie sich. Dass sich jedoch noch nicht mehr Betroffene mit ihr in Verbindung gesetzt haben, sieht Brigitte Trümpy darin, dass ihre eigene Generation im Internet nicht sehr aktiv ist. Zusätzlich sei sie es nicht gewohnt, mit den eigenen Problemen und Sorgen nach aussen zu gehen und darüber zu sprechen. Brigitte Trümpy bleibt daher gespannt, wie sich ihr Projekt weiterentwickelt: «Ich habe einfach die Hoffnung, dass ich noch ein paar Power-Omas auftreiben kann und wir zusammen irgendetwas auf die Beine stellen.»

Egal, was aus Sternenkinder-Grosseltern noch entstehen mag, bei Brigitte Trümpy braucht man keine Angst zu haben, dass sie im Leben stehen bleibt. Pläne für weitere Projekte stehen bereits: Sie will ein Buch über Tills Geschichte schreiben und nach der Pensionierung für ein paar Monate in einem Kinderhospiz in Deutschland arbeiten. Ausserdem möchte sie noch Holländisch lernen. Um einen ersten Eindruck von der Sprache zu kriegen, geht sie jetzt für zwei Wochen in die Ferien nach Holland.

Die Geschichte von Brigitte Trümpys Enkel Till und seiner ganzen Familie finden Sie unter sternenkinder-grosseltern.ch

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Text: Marco Stocker im August 2011; Fotos: Brigitte Trümpy

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