Hauskauf-ABC: Fachbegriffe zur Finanzierung des Eigenheims einfach erklärt

Was bedeutet der Begriff «Tragbarkeit» bei der Finanzierung eines Eigenheims? Und was ist unter dem «Belehnungswert» einer Immobilie zu verstehen? Die wichtigsten Fachbegriffe zum Aufnehmen einer Hypothek im Überblick.

Hypothek aufnehmen: Wichtigste Fachbegriffe einfach erklaert

Lassen Sie die Fachbegriffe zum Aufnehmen einer Hypothek keine klare Linie erkennen? Wir haben die Antworten für Sie. Foto: suwichaw/iStock, Thinkstock

Amortisation

Damit ist die Rückzahlung einer Hypothek gemeint. Bei der direkten Amortisation zahlen Sie regelmässig vereinbarte Beträge an Ihre Bank, bis die Hypothek beglichen ist. Für die 2. Hypothek ist eine direkte Amortisation obligatorisch. Diese müssen Sie meist innerhalb von 15 Jahren vollständig zurückzahlen.

Die 1. Hypothek können Sie oft auch indirekt amortisieren. Hierbei zahlen Sie regelmässig Beträge auf ein Vorsorgekonto der Säule 3a ein – statt an Ihre Bank. Erst wenn Sie das Vorsorgekonto auflösen, begleichen Sie die Hypothek mit einem Mal. Der Vorteil: Sie können über mehrere Jahre hinweg sowohl die Zinsen der Hypothek als auch die Beträge an die Säule 3a von der Steuer absetzen. Das Geld des Vorsorgekontos wird erst bei der Auszahlung besteuert, dann aber mit geringerem Steuersatz.

Belehnungswert

Den Belehnungswert eines Hauses errechnet die Bank. Er dient als Grundlage für die mögliche Höhe der Hypothek. Vom Belehnungswert kann die Bank bis zu 80 Prozent finanzieren. Der Rest muss über Eigenkapital aufgebracht werden.

Dabei kann der Belehnungswert dem Kaufpreis entsprechen, aber auch darunter oder darüber liegen. Denn die Bank zieht bei dem Schätzwert weitere Faktoren ausser dem reinen Kaufpreis mit in Betracht.

Beurkundung

Wenn Sie den Kaufvertrag für eine Immobilie unterschrieben haben, müssen Sie diesen zusätzlich beurkunden lassen. Dies kann ein Notar vornehmen, aber auch andere amtliche Stellen sind dazu befähigt. Anschliessend folgt der Eintrag im Grundbuch, der ebenfalls obgligatorisch ist (weitere Informationen siehe Grundbucheintrag weiter unten).  

Eigenkapital

Über eine Finanzierung können Sie zwar den Grossteil des Kaufpreises für Ihr Wohneigentum abdecken. Mindestens 20 Prozent davon müssen Sie jedoch mit Eigenkapital decken. Dabei darf aber höchstens die Hälfte des Eigenkapitals aus Ihrer beruflichen Vorsorge stammen. Den Rest müssen Sie aus anderen Quellen beziehen, wie der Säule 3a, Ersparnissen oder freigesetzten Geldanlagen.

Fördergelder

Wenn Sie ein neues Haus bauen, kann es vorteilhaft sein, sich über mögliche Förderungen zu informieren. Für einen besonders energieeffizienten Neubau können Sie etwa Fördergelder erhalten und so einen Teil der Kosten einsparen.

Kaufen Sie bestehendes Wohneigentum, ist vor dem Einzug allenfalls ein Umbau notwendig. Ist damit eine energetische Sanierung verbunden, erhalten Sie unter Umständen auch hierfür Fördergelder. Auskunft dazu gibt eine Energieberatung in Ihrem Kanton.

Fremdkapital

Die Kosten für Ihr Eigenheim, welche nicht aus eigenen Mitteln stammen, sind sogenanntes Fremdkapital. Die Hypothek ist das am häufigsten genutzte Fremdkapital für den Hauskauf. Aber auch ein günstig verzinstes Darlehen eines Verwandten würde darunter fallen. 

Grundbucheintrag

Wenn der Vertrag unterschrieben und beurkundet ist, folgt die Eintragung im Grundbuch. Damit werden Sie als amtlicher Besitzer der Immobilie eingetragen. Also ein bedeutender Schritt beim Erwerb von Wohneigentum.

Libor-Hypothek

Die Libor-Hypothek hat meist eine feste Laufzeit. Ihre Zinsen richten sich nach dem Referenzzinssatz, der in Intervallen von einem bis mehreren Monaten angepasst wird. Das ist solange von Vorteil, wie der Zinssatz niedrig bleibt oder sogar weiter sinkt. Steigt der Referenzzinssatz jedoch an, fallen auch höhere Zinszahlungen für Sie an.

Festhypothek

Die Festhypothek hat in der Regel eine vereinbarte Laufzeit und einen festen Zinssatz. Sind die Zinsen sehr niedrig, ist das eine vorteilhafte Hypothek. Sollten sie allerdings noch weiter sinken, können Sie davon nicht profitieren. Eine vorzeitige Kündigung ist zudem häufig mit hohen Kosten verbunden.

Variable Hypothek

Bei einer variablen Hypothek sind weder Zinssatz noch Laufzeit fixiert. Den Zinssatz gibt die Bank in selbst gewählten Abständen vor und passt ihn auf die Situation an den Finanzmärkten an. Vorteil bei dieser Hypothek ist, dass sie zu festgelegten Fristen jederzeit gekündigt werden kann. Doch durch den variablen Zinssatz schwanken die Kosten unter Umständen deutlich.

Stockwerkeigentum

Beim Stockwerkeigentum kaufen Sie eine Wohneinheit, nicht jedoch das gesamte Haus. Das hat Vor- und Nachteile. So zahlen Sie die Kosten für das Grundstück nur anteilig. Sie können jedoch nur innerhalb Ihrer Wohnung frei entscheiden. Über die gemeinsam genutzten Bereiche bestimmen alle Eigentümer zusammen.

Tragbarkeit

Nicht nur Ihr Anteil an Eigenkapital entscheidet darüber, ob Sie eine Hypothek abschliessen können. Auch die Tragbarkeit spielt eine Rolle. Diese gibt Auskunft darüber, wie gut Sie die laufenden Kosten für die Finanzierung stemmen können. Als Faustregel sollen die laufenden Kosten – ähnlich wie bei den Empfehlungen für ein Mietobjekt – einen Drittel des Haushalteinkommens nicht übersteigen. In der Regel wird die Bank Ihnen eine Hypothek nur bewilligen, wenn die Tragbarkeit gegeben ist.

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