Wohnen als Familie – Die Sicherheit hat Vorrang

Mit der Geburt des ersten Kindes ändern sich die Wohnbedürfnisse grundsätzlich. Wir haben Felix Hauser zum Interview getroffen. Als Hypotheken-Experte und Vater weiss er, wovon er spricht.

Eine Familie zieht in ein Haus ein

Mit der ganzen Familie in ein neues Haus zu ziehen macht Spass, bringt aber auch Verzicht auf gewisse Annehmlichkeiten mit sich. Foto: monkeybusinessimages/iStock, Thinkstock

Was bedeutet «Zuhause» für Sie und Ihre Familie?

Felix Hauser: Meine Frau und ich nennen Zürich unser Zuhause. Wir sind hier richtiggehend verwurzelt. Unsere Familien und Freunde leben hier, unsere Arbeitsplätze befinden sich im Stadtzentrum und wir schätzen die Vorzüge des urbanen Lebens. Für meine Frau und mich war immer klar, dass wir auch mit unseren Kindern in unserer Heimatstadt leben wollen.

Zürich hat den Ruf, teuer zu sein – und dies vor allem hinsichtlich Wohnen. Ein kostengünstigeres Domizil in der Agglomeration oder im nahen Aargau war für Sie keine Option?

Nein. Ein Wegzug aus der Stadt kam für uns nie in Frage. Uns war durchaus bewusst, dass wir ausserhalb eines urbanen Zentrums mehr Wohnraum zum gleichen Budget erhalten würden, aber diesen Kompromiss sind wir zu Gunsten der eben genannten Vorzüge eingegangen.

Hand aufs Herz: Wie viel Zeit mussten Sie in die Haussuche investieren?

Ich kann heute noch kaum fassen, wie viel Glück wir hatten. Vor etwas mehr als sechs Jahren besuchten wir ein befreundetes Paar in ihrem Reihen-Einfamilienhaus in Zürich-Wiedikon und verliebten uns in diese Art des Wohnens. Als dann ein Haus in dieser Wohnsiedlung zum Verkauf stand, haben wir sofort die Möglichkeit beim Schopf gepackt. Sechs Monate nach der Geburt unseres ersten Sohnes waren wir glückliche Hausbesitzer.

Hätten Sie sich ein Leben im Reihenhaus als 30-Jähriger vorstellen können?

(Lacht) Überhaupt nicht. Meine Partnerin und ich lebten zusammen in verschiedenen Wohnungen in der Stadt Zürich und genossen alle Freiheiten, die das Mieterleben mit sich bringt. Als meine Frau schwanger wurde, dachten wir, dass wir als Kleinfamilie in unserer Wohnung im vierten Stockwerk leben könnten. Rückblickend betrachtet, waren wir damals ein wenig blauäugig.

Schliesslich kam alles anders.

Genau. Mit der Geburt unseres Ältesten änderte sich unsere Sichtweise um gefühlte 180 Grad. Plötzlich stellten wir fest, wie viele Stolpersteine sich in unserem Alltagsleben versteckten. Das Haus, in dem wir damals lebten, verfügte über keinen Lift. Sie können sich vorstellen, wie das Treppensteigen zu unserer Wohnung im 4. Stock mit Baby, vollen Einkaufstaschen und sonstigem Gepäck zur täglichen Herausforderung wurde. Ebenfalls befand sich die Waschmaschine im Keller. Und der kleine Balkon bot auch nur maximal zwei Personen Platz zum Verweilen.

Worauf haben Sie bei der Standortwahl innerhalb der Stadt Zürich geachtet?

Sicherheit war für uns ein entscheidender Faktor. Unsere Kinder sollen sich möglichst frei in der Nachbarschaft bewegen und entfalten können. Darum haben wir uns für einen Standort entschieden, der sich in einer Wohnsiedlung ohne befahrene Strasse befindet.

Welche baulichen Massnahmen haben Sie zum Wohle Ihrer Kinder unternommen?

Wir haben nur gemacht, was unbedingt nötig war. Grössere und kleinere Abnutzungserscheinungen sind mit Kindern vorprogrammiert. Darum haben wir vor allem auf Sicherheitsaspekte Wert gelegt. So haben wir zum Beispiel alle Fenstergriffe ersetzt – diese lassen sich nun ohne den passenden Schlüssel nicht mehr öffnen. Ausserdem leben wir auf drei Geschossen, also gehört Treppensteigen zu unserer Wohnsituation dazu. Die Treppe haben wir zum Wohle unserer Jungs mit einem rutschfesten Teppich versehen und auf jeder Etage ein Sicherheitstörli angebracht.

Sie erwähnten «Abnutzungserscheinungen» durch kleine Kinder. Können Sie uns hierzu eine Geschichte erzählen?

Klar. (schmunzelt) Unser Kleiner entdeckte eines Tages unser Sofa als Leinwand und machte sich sogleich ans Werk, dieses mit einem Kugelschreiber zu verschönern. Glücklicherweise liess sich das Kunstwerk relativ leicht entfernen. Genau solche Erlebnisse bestärken uns in unserem Entscheid, erst in hochwertigere Möbel zu investieren, wenn die Kinder etwas älter sind.

In welchem Raum verbringen Sie mit Ihrer Familie am meisten Zeit?

Unser Familienleben spielt sich grösstenteils im Wohnzimmer ab. Dieses befindet sich im Erdgeschoss und im Sommer vergrössert es sich um unseren Garten. Diesen hatten wir beim Einzug umgestaltet – mehr Grünflächen und eine Hecke als Sichtschutz sorgen für ein kleines Spielparadies. Unsere Gäste sehen auf jeden Fall, dass im Wohnzimmer und im Garten gelebt wird. Eigentlich sollten unsere Jungs jeden Tag nach dem Spielen aufräumen und ihre Spielkisten befüllen, aber ganz so konsequent wird dies selten umgesetzt. (lacht)

Müssen Sie bezüglich Ihrer Wohnsituation auf bestimmte Annehmlichkeiten verzichten?

Da wir als kinderloses Paar eher in kleineren Wohnungen lebten, verfügen wir nun sogar über mehr Platz für uns – und das trotz zweier Kinder. Ab und zu wünschten wir uns jedoch ein Erwachsenenzimmer – sozusagen unser kleines Cinemaxx. Ein Zimmer, in dem alles unangetastet bleibt und nicht in Kinderhände fallen kann. Im Moment reicht es jedoch nur für ein Multifunktionszimmer, das sowohl als Büro, Bügelzimmer, Stauraum und Bibliothek dient.

Wie wichtig waren Ihnen die Schulen im Umfeld Ihres Zuhauses?

In der Stadt ist der Weg zur nächsten Schule oder zum nächsten Kindergarten oft nicht weit. So auch bei unserem neuen Zuhause. Das Thema war für uns damit abgehakt. Wir haben darauf verzichtet, einzelne Schulen genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Nähe zu unseren Familien war uns bedeutend wichtiger. Die Grosseltern sollen es einfach haben, uns zu besuchen. Und auch wenn die Buben einen Tag bei ihren Grosseltern verbringen dürfen, dann soll das möglichst einfach von statten gehen.

Welche Pläne hegen Sie langfristig mit Ihrem kleinen Reich?

Das Haus ist unser Lebensmittelpunkt und soll es bleiben. Eine erste grosse Veränderung steht sicherlich mit der Pubertät unserer Jungs an – wenn Privatsphäre auch für sie wichtig wird. Dann werden wir in den Umbau des obersten Stockwerks investieren und dort unser Schlafzimmer einrichten. Unsere Söhne werden sich dann im ersten Stock ausbreiten können.

Und wenn die Kinder ausgeflogen sind?

Wir lieben das Haus und die Nachbarschaft. Deshalb können wir uns sehr gut vorstellen, auch nach dem Wegzug der Kinder in unserem Haus zu bleiben.

Was raten Sie werdenden Eltern bezüglich Wohnsituation?

Es sind zwei Ratschläge. Ihr Leben verändert sich komplett und Sie betrachten alles aus einer anderen Perspektive. Früher war für mich klar, ich will möglichst in einer Wohnung im obersten Geschoss wohnen. Dort geniesst man die Ruhe. Heute ist mir Ebenerdigkeit wichtiger. Unsere Kinder können aus dem Wohnzimmer direkt in den Garten und nutzen dies gerade in den Sommermonaten aus. Ausserdem ist Sicherheit ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl der passenden Behausung. Hier haben wir beim Einzug auch am meisten Arbeit investiert und vorgesorgt. Daher müssen wir uns nun im Alltag diesbezüglich nicht ständig Gedanken machen.

Felix Hauser Portrait

Über Felix Hauser

Felix Hauser (40) setzt sich als Hypotheken-Experte bei der UBS täglich mit dem Thema Eigenheim auseinander. Er ist seit rund zehn Jahren glücklich verheiratet und lebt in einem 5,5-Zimmer Reihen-Einfamilienhaus in der Stadt Zürich. Seine Söhne sind zwei und sechs Jahre alt.

Text und Portrait: UBS

 

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