In der Schweiz ist ein Ehevertrag nur selten nötig

Ein Ehevertrag regelt den Güterstand oder die Erbrechte

Nebem dem Güterstand oder einer erbrechtlichen Regelung kann im Ehevertrag nichts festgelegt werden. (Bild: Stadtratte/iStock, Thinkstock)

In der Schweiz sind Eheverträge eher selten nötig. Im Gegensatz zu Ländern wie Deutschland oder den USA werden bei uns neben dem Güterstand oder einer erbrechtlichen Regelung keine zusätzlichen Bestimmungen wie beispielweise der Unterhalt der Ehefrau und/oder allenfalls der Kinder nach der Scheidung festgelegt. Da für viele Paare die automatische Regelung der Errungenschaftsbeteiligung befriedigend auf ihre finanzielle Lage zugeschnitten ist, macht dies einen Ehevertrag meistens auch nicht nötig.

Schuler-Scheurer empfiehlt daher nicht allen Paaren einen Ehevertrag: «Wenn beide Ehepartner gut verdienen und ihre Vermögensentwicklung nicht absehbar ist, lohnt sich ein Ehevertrag eher. Bringt jemand beispielsweise ein Firmenvermögen mit in die Ehe, besitzt Liegenschaften im In- und/oder Ausland oder auch umfangreiche Wertanlagen, kann es bei einer Scheidung kompliziert werden. Ein Ehevertrag mit Gütertrennung ist dann sicherlich hilfreich.»

Sich frühzeitig Gedanken machen

Ein Ehevertrag kann vor der Hochzeit, aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt der Ehe geschlossen werden. Schnelles Handeln ist also nicht zwingend. Es lohnt sich allerdings, wenn man sich frühzeitig Gedanken dazu macht und mit dem Partner schon vor der Ehe darüber spricht. «Ein Ehevertrag kann schon für Spannungen sorgen, wenn man seinen Partner unerwartet mit dem Wunsch nach einem Vertrag mit Gütertrennung überrascht», meint Schuler-Scheurer.

Wer sich für einen Ehevertrag interessiert, dem empfiehlt Schuler-Scheurer, mit einem Notar in Kontakt zu treten. Dieser kann Ihnen die konkreten Folgen Ihres Ehevertrags aufzeigen. Beachten Sie dabei, dass Sie von einem Notar nicht einseitig beraten werden. Wenn Sie Empfehlungen für einen möglichst vorteilhaften Vertrag für sich persönlich wollen, dann empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Rechtsanwalt.

Zur Abschliessung eines Vertrags braucht es ebenfalls einen Termin beim Notar. Dieser setzt den Vertrag auf und muss ihn schlussendlich auch beglaubigen. Die Gebühren für einen Ehevertrag sind kantonal unterschiedlich geregelt. Zusätzlich hängt der Preis davon ab, wie umfangreich der Vertrag ist. So bewegt sich beispielsweise im Kanton Bern die Tarifspannweite von 500 Franken mit Standard-Vertrag bis zu 3000 Franken, falls im Vertrag viele Einzelheiten geregelt sind.

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