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Gebührenlos zahlen im Ausland

Hier ist Vorsicht geboten!Zahlungsmöglichkeiten im direkten VergleichCheckliste

Endlich Ferien! Bei Reisen in die Ferne sollten junge Erwachsene wissen, dass bei Zahlungen im Ausland zusätzliche Kosten entstehen können. Ob Roamingkosten oder Kreditkartengebühren – sie belasten das Reisebudget. Die gute Nachricht: Bezahlen im Ausland ohne übermässige Gebühren ist möglich. Damit der Nachwuchs statt mit Rechnungen mit schönen Erinnerungen nach Hause zurückkehrt, können die Eltern ihn im Vorfeld auf folgende Punkte aufmerksam machen.

Junger afroamerikanischer Student zahlt einen Kaffee mit seinem Handy
Eine einfache Checkliste hilft, Gebühren im Ausland zu minimieren. © Milko / Getty Images / iStocks

Bezahlen im Ausland: Wo Vorsicht geboten ist

Roaminggebühren

Roaming ermöglicht es, Mobiltelefone auch ausserhalb des eigenen Heimatnetzwerks zu nutzen. Bevor junge Erwachsene ins Ausland reisen, sollten sie sich über Roaminggebühren des Mobilfunkanbieters informieren. Um hohe Roamingkosten zu umgehen, lässt sich bei den meisten Anbietern ein spezieller Auslandstarif aktivieren. So lassen sich die Kosten des Handy-Abos in Grenzen halten.

Tipp: In vielen Fällen ist der Erwerb einer lokalen SIM-Karte vor Ort sogar noch günstiger als Roaming. Eine solche SIM-Karte kann man je nach Destination beispielsweise in Kiosken, Elektro-Fachmärkten oder Telekom-Shops kaufen. Der Erwerb in einem letzteren hat den Vorteil, dass die Registrierung dort meist direkt und zügig durchgeführt werden kann. Ob sich der Kauf einer lokalen SIM-Karte lohnt, hängt unter anderem davon ab, ob ausreichend Inklusiv-Roaming im eigenen Handy-Abo enthalten ist. Auch hierzu erhält man weiterführende Informationen beim persönlichen Mobilfunkanbieter.

Umrechnungsgebühr bei Fremdwährungen von Bargeld

Beim Umtausch von Währungen im Ausland können hohe Umrechnungsgebühren anfallen. Es lohnt sich, die Bedingungen verschiedener Anbieter für das Wechseln von Währungen zu vergleichen. An Flughäfen fallen die Gebühren für den Währungsumtausch beispielsweise oft höher aus.

Bei vielen Schweizer Banken besteht die Möglichkeit, Fremdwährungen zu bestellen und nach Hause liefern zu lassen. Somit kann es sich durchaus lohnen, den Währungsumtausch bereits vor der Abreise abzuwickeln. Hierbei ist es wichtig, sich über die Höhe der Bargeldeinfuhrbeschränkung der jeweiligen Länder zu informieren, um unangenehme Folgen wie etwa die Beschlagnahmung des überschüssigen Betrags zu vermeiden.

Das Mitführen grösserer Bargeldbeträge birgt das Risiko von Diebstahl oder Verlust. Bargeld sollte daher nur in angemessenen Mengen mitgeführt und sicher aufbewahrt werden. Sprich: Der Nachwuchs sollte nur soviel Bargeld mitführen, wie er voraussichtlich für unmittelbare Ausgaben benötigt – wie zum Beispiel für öffentliche Verkehrsmittel, Snacks oder Trinkgelder.

Grössere Transaktionen lassen sich mit Kredit- und Debitkarten abwickeln. Kennt man Tipps, wie man sich vor einem Diebstahl schützt, ist man im Vorteil.

Gebühren bei internationalen Transaktionen

Fallen während des Auslandsaufenthalts unerwartete Ausgaben an – beispielsweise infolge eines medizinischen Notfalls – sind unter Umständen internationale Transaktionen erforderlich. Dies, indem etwa die Eltern ihren Kindern einen grösseren Geldbetrag ins Ausland überweisen. Allerdings können auch hier Gebühren anfallen, die je nach Bank und Art der Überweisung variieren. Die folgenden internationalen Geldtransferdienste bieten im Vergleich zu Banken meist niedrigere Transaktionsgebühren an und können als Alternative in Betracht gezogen werden:

Nebst den meist niedrigeren Transaktionsgebühren ist auch der Zeitfaktor bei internationalen Geldtransferdiensten ein Pluspunkt: Geldtransferdienste können oft schneller Geld ins Ausland senden als traditionelle Banküberweisungen. Einige bieten sogar Minuten- oder Stundenüberweisungen an, während Banken unter Umständen mehrere Tage benötigen.

Ob Bankzahlung oder internationaler Geldtransfer: Eltern sollten vor der Reise gemeinsam mit dem Nachwuchs die einzelnen Optionen miteinander vergleichen und festlegen, wie sie im Fall der Fälle vorgehen, sollte eine internationale Transaktion vonnöten sein.

Zahlungsmöglichkeiten im Ausland im direkten Vergleich

Wie man im Ausland am besten bezahlt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Optimalerweise setzt man auf eine Kombination aus verschiedenen Zahlungsmitteln, da jedes einzelne mit Vor- und Nachteilen einhergeht:

Zahlungsmittel Vorteile Nachteile
Bargeld
  • Weit verbreitet und einfach zu verwenden
  • Risiko von Diebstahl oder Verlust
  • Keine Versicherungsdeckung
Kredit-/Debitkarten inkl. Prepaid
  • Bequem und akzeptiert in vielen Ländern
  • Sicherer als Bargeld
  • Möglichkeit, Geld abzuheben
  • Gebühren für Auslandseinsatz und Abhebungen können anfallen
  • Skimming-Risiko

 

Prepaid-Kreditkarten sind besonders für junge Erwachsene sinnvoll, die noch nicht das Mindestalter für eine klassische Kreditkarte erreicht haben. Mit einer Prepaid-Karte kann das Reisebudget im Voraus festgelegt und das Risiko von übermässigen Ausgaben oder unerwarteten Gebühren minimiert werden. Weil Prepaid-Karten in der Regel mit einem bestimmten Betrag aufgeladen werden, sind sie auch sicherer als die Verwendung von Bargeld, da sie im Falle von Verlust oder Diebstahl leicht gesperrt werden können.

In der Übersicht über Bank- und Bezahlkarten finden sich weitere Ratschläge für Eltern zur Auswahl der passenden Karte für den Nachwuchs. Wichtig ist zu wissen, welche Karte für Kinder und Jugendliche sich je nach Alter am besten eignet.

Checkliste: Tipps zum Bezahlen im Ausland

  • Budgetplanung: Vor Reiseantritt sollten junge Erwachsene ihr Ferienbudget planen. Wieviel Geld soll für Transport, Unterkunft, Verpflegung, Ausflüge und Einkäufe zur Verfügung stehen? Bei der Budgetplanung für Reisen sollten junge Erwachsene auch bedenken, wie viel Bargeld sie in der entsprechenden Währung benötigen, um unnötige Gebühren zu vermeiden. Reist man mit Freunden, sind zusätzliche Überlegungen zur Aufteilung der Reisekosten als Gruppe erforderlich.
  • Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln prüfen: Nicht alle Kredit- und Debitkarten werden im Ausland überall akzeptiert. Kartenanbieter verwenden unter Umständen Geoblocking, um Transaktionen in bestimmten Ländern oder Regionen zu blockieren und so Betrug zu verhindern. Auskünfte diesbezüglich erhält man direkt beim jeweiligen Kartenanbieter. Zusätzlich kann es ratsam sein, die Kartenlimite für die Zeitdauer des Auslandsaufenthalts zu überprüfen und gegebenenfalls zu erhöhen.

  • Wichtige Dokumente sicher aufbewahren: Bei Verlust der Kredit- oder Debitkarte gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und schnell zu handeln. Für den Fall der Fälle sollte man die Notfallnummern der Bank oder Kreditkartenanbieter in den Reiseunterlagen notieren. So können abhanden gekommene Karten zeitnah gesperrt werden. Ein Portemonnaie mit RFID-Schutz schützt Karten ausserdem vor unbefugtem drahtlosem Auslesen.

  • Gebühren für Geldabhebungen und Zahlungen überprüfen: Es ist von Vorteil, sich im Vorfeld schlau zu machen über die Gebühren, die Banken oder Zahlungsdienstleister für Geldabhebungen und Zahlungen im Ausland erheben. Ein Vergleich der Kosten verschiedener Optionen trägt dazu bei, unnötige Gebühren zu vermeiden.

  • Mischung aus Bargeld und anderen Zahlungsmitteln mitnehmen: Es lohnt sich, im Ausland auf eine Kombination aus Bargeld und digitalen Zahlungsmethoden zu setzen. Es kann vorkommen, dass Karten nicht akzeptiert werden oder es zu technischen Problemen kommt. Mit Bargeld als auch Karten, Apps. & Co. bleiben junge Erwachsene flexibel und können auf verschiedene Situationen reagieren.

  • Mobile Banking-Apps herunterladen: Mithilfe mobiler Banking-Apps kann man bequem unterwegs auf das Guthaben zugreifen und Transaktionen verwalten

Finanzen verstehen – Finanzen erklären

Die Rubrik «Finanzen» wird präsentiert von jugendbudget.ch. Der Elternratgeber bietet hilfreiche Tipps rund ums Thema Kinder und Geld.

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