So erstellen Sie ein Budget für Ihre Familien-Finanzen

Das Thema Geld ist besonders in kinderreichen Familien ein allgegenwärtiges Thema. Mit der Anzahl der Kinder wächst auch das benötigte Budget. Um trotzdem alle Finanzen im Blick zu behalten, bietet es sich an, ein Haushaltsbudget zu kalkulieren. Wir geben Tipps, wie Ihnen das gelingt.

In einer Grossfamilie kann die Summe der Einnahmen und Ausgaben schnell unübersichtlich werden. Ein Haushaltsbudget zu erstellen schafft Abhilfe.

Um den Überblick über die Finanzen der Familie zu behalten, ist es sinnvoll, ein Haushaltsbudget zu erstellen. (Bild: JackF, iStock, Thinkstock)

Vorsichtig zieht Nadja Zimmermann einen winzigen Babybody aus dem Wäschekorb, streicht ihn glatt und legt ihn neben sich. Der kleine Nils, ihr fünf Monate alter Sohn, ist schon längst daraus hinausgewachsen – den Body braucht er nicht mehr. Auf den Kleiderstapel wandern weitere ausgediente Pullover, Hosen und Strampler.

All diese Kleider möchte Mutter Nadja verkaufen, um ihrer siebenköpfigen Familie einen Ausflug in den Europapark zu ermöglichen. Seit einem Jahr spart sie bereits dafür, aber hat das nötige Budget dafür noch nicht zusammensparen können.

Budget erstellen: Finanzen einer Grossfamilie

Um einen genauen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben der Familie sowie ihr Sparpotenzial zu bekommen, stellt Nadja zusammen mit ihrem Mann Tom ein Haushaltsbudget auf. Für die Einnahmen sorgt vor allem Tom, der als gelernter Pflegefachmann zwei Abteilungen in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen leitet. Er arbeitet 85 Prozent. Seine Frau ist noch im Mutterschaftsurlaub, wird danach aber 60 Prozent als Pflegefachfrau arbeiten, vorwiegend nachts.

Schwieriger ist die Zusammenstellung aller Ausgaben: Windeln, Essen, Kleider, Hobbys – sämtliche Kosten, die für die Grossfamilie anfallen, müssen aufgelistet werden. Durch das zeitversetzte Arbeiten der Eltern sparen sie sich zumindest die hohen Betreuungskosten für die fünf Kinder.

In der Sat1 Sendung Familiezyt lernt die siebenköpfige Familie Zimmermann, wie sie ein Haushaltsbudget erstellen.

Im Gespräch mit Moderatorin Anne Hodler: Die Familie Zimmermann in der Sat.1-Sendung «Familiezyt». (Bild: zVg)

Viel bleibt den Zimmermanns am Monatsende trotzdem nicht von Ihrem Salär. «Jetzt ist nicht die Zeit zum Sparen», meint Vater Tom. Das bisschen, was übrig bleibe, lege die Familie dann auf ihr Reserve-Sparkonto für Notfälle.

Grossfamilie: 5 Tipps, um Geldsorgen vorzubeugen

1. Einkommen und Ausgaben auflisten

Ein Budget aufzustellen ist nicht schwierig, es braucht einfach etwas Zeit. Man führt alle Ausgaben und Einnahmen in einem Monat auf und stellt sie dem Einkommen gegenüber. Bleibt was übrig, kann man dies auf die Seite legen. Bei einem Minus sollte man die Ausgaben reduzieren.

2. Eine Risikoanalyse durchführen

Wenn plötzlich ein Elternteil verunfallt oder verstirbt, gerät auch oft die finanzielle Basis ins Wanken. Vorsorge ist daher ein wichtiges Thema für Familien. Eine gute Massnahme ist eine Risikoanalyse mit einem Kundenberater der Bank. Dabei werden Vorsorgelücken aufgezeigt und Lösungsvorschläge gemacht, zum Beispiel Konten der Säule 3a und Risikoversicherungen.

3. Absicherungen im Scheidungsfall schaffen

Im Falle einer Scheidung ist der Güterstand massgeblich. Wenn nichts Anderweitiges vereinbart wurde, gilt die Errungenschaftsbeteiligung: Beide Ehepartner behalten, was vor der Ehe vorhanden war, sofern es das Vermögen noch gibt. Das Vermögen, das während der Ehe dazugekommen ist, wird aufgeteilt, auch die Pensionskasse. Nebst der Errungenschaftsbeteiligung kann auch die Gütergemeinschaft oder Gütertrennung gewählt werden. Dafür ist ein Notar vonnöten.

4. Langfristig sparen

Wer langfristig Geld sparen will, also zehn Jahre und mehr, sollte sich mit Anlagefonds befassen. Bei den heutigen Zinsen auf den Sparkonten lohnt es sich kaum, höhere Summen dort anzulegen. Anlagefonds werfen über einen längeren Zeitraum mehr ab und wer Angst hat vor dem Risiko, kann auch in konservative Fonds mit tiefem Aktienanteil anlegen. Wichtig ist, dass man vorher mit dem Bankberater bestimmt, wie viel Risiko man eingehen will.

5. An die Zukunft denken – die Säule 3a

Wenn Sie genug Geld am Monatsende übrig haben, sollten Sie über eine private Altersvorsorge mit der Säule 3a nachdenken. Grundsätzlich gilt: Je früher Sie sich damit befassen desto besser. Sobald es Ihr Budget zulässt, sollten Sie dies abwägen. Die Einzahlung auf das 3a-Konto kann von den Steuern abgezogen werden und ist deshalb steuertechnisch attraktiv. Allerdings ist zu beachten, dass Sie die 3a-Gelder nicht mehr frei verwenden können. Ein Bezug ist beispielsweise für einen Eigenheimkauf oder fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung möglich.

Müssen gut planen, damit sie finanziell über die Runden kommen: Die Familie Zimmermann aus der Sat.1-Sendung «Familiezyt». (Video: zVg/Sat.1)

Gute Aussichten durch Haushaltsbudget

Für Familie Zimmermann werden die Finanzen wohl auch noch in den kommenden Jahren und mit steigendem Alter der Kinder ein grosses Thema bleiben. Dank des Haushaltsbudgets aber wissen sie nun, wie viel Geld sie am Monatsende beiseitelegen können.

Nach dem Besuch des Familiezyt-Teams geht es für die sieben Zimmermanns nun gemeinsam in den Europapark – das hatten sich Kinder und Eltern schon lange gewünscht. So können sie endlich einen Tag geniessen, an dem die Familie mal alle Sorgen um Kosten und Unterhalt beiseiteschieben kann.

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