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Jugendkonto und Kinderkonto: Mit dem Sackgeld auf die Bank

Das erste Konto ist ein Meilenstein auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Doch das Jugend- und Kinderkonto sollte gut ausgewählt sein, denn die Banken bieten unterschiedliche Konditionen.

Mit dem Sackgeld zur Bank und ein Kinderkonto oder Jugendkonto eröffnen.

Früh übt sich, wer ein Sparprofi werden will! Bild: GelatoPlus, Getty Images Plus

Kinder wollen vor allem eins: gross werden, um das zu tun zu können, was auch die Erwachsenen ganz selbstverständlich tun. Deshalb beobachten sie die Eltern ganz genau und ahmen sie nach, fand der kanadische Psychologe Albert Bandura bereits in den 60er Jahren heraus.

«Lernen am Modell» nennt die Wissenschaft das Phänomen seitdem. Was Kinder beobachten, spielen sie nach. Einkaufen gehört zu den besonders beliebten Rollenspielen.

Irgendwann werden auch der Bankautomat und das bargeldlose Bezahlen in das Spiel miteinbezogen. Und schon jetzt träumt so manches Kind von der eigenen Bankkarte für das Kinder- und Jugendkonto.

Endlich eine Bankkarte!

Wird das Geld vom Bankautomaten gemacht? Kinder sollten früh lernen, dass Geld verdient werden muss. Erst wenn sie den Umgang mit realem Geld gelernt haben, sollten sie ihre erste Bankkarte für das Kinderkonto und das Jugendkonto bekommen.

Kontoauszüge zeigen von nun an, wie viel Geld vom Sackgeld übrig ist. Um mit der Bankkarte umgehen zu können, benötigen Kinder ein gutes Zahlenverständnis. Die meisten Kreditinstitute, die Privatkonten für Kinder anbieten, sehen deshalb ein Mindestalter von acht Jahren vor.

Die Banken profitieren

Kreditinstitute freuen sich über junge Kunden. Deshalb lassen sie sich eine Menge einfallen, um sie zu gewinnen. So wirbt etwa die Credit Suisse mit einem digitalen Sparschwein, einem elektronischen Spielzeug, das Geräusche macht, wenn Geld hereinkommt und wenn das Kind Geburtstag hat.

Die Zürcher Kantonalbank lockt dagegen bei dem Paket ZBK young mit vielen Vergünstigungen in der Freizeit und zuschlagsfreien Fahrten auf dem ZVV-Nachtnetz. Denn Kinder und Jugendliche sind die Kunden von morgen, die ihrer Bank langfristig Geld bringen.

Eltern der jungen Neukunden sollten deshalb nicht nur auf die Konditionen des Jugend- und Kinderkontos achten, sondern auch grundsätzlich überlegen, welche Bank langfristiges Vertrauen wert ist.

Das Kinderkonto

Das Kinderkonto richtet sich in der Regel an Kinder bis zwölf oder 14 Jahren. Danach wird das Kinderkonto in ein Jugendkonto umgewandelt. Die gebührenfreie Kontoführung und gebührenfreie Karte sind in der Regel selbstverständlich.

Ausgaben lassen sich begrenzen, indem Eltern definieren, wie viel Geld das Kind mit der Bankkarte am Tag oder im Monat höchstens abheben dürfen. Dafür brauchen Kinder einen Bankautomaten in ihrer Nähe. Das Kinderkonto ist ein reines Guthabenkonto. So kann das Kind nicht ins Minus rutschen.

Nicht jede Bank bietet solch ein Konto an. Oft wird unter dem Begriff Kinderkonto ein Kindersparkonto verstanden, auf dem Eltern, Paten und Grosseltern für das Kind ansparen. Stattdessen des Kindergirokontos wird dann schon ab ca. zehn Jahren ein Jugendkonto angeboten.

Das Jugendkonto

Das Jugendkonto, auch Jugendprivatkonto genannt, bietet bereits weit mehr Möglichkeiten als das Kinderkonto. Jetzt kann sich der Jugendliche bereits im E-Banking üben. Dazu gibt es eine kostenlose Debit-Karte zum bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Mit dieser Karte lässt sich oft auch das prepaidHandy direkt am Geldautomaten aufladen, wenn es keine zusätzliche Prepaid-Karte gibt. Jugendliche, die vorübergehend im Ausland sind, brauchen ausserdem eine Kreditkarte, die ihnen manche Banken anbieten.

Wie für das Kinderkonto ist für ein Jugendkonto die Einwilligung der Eltern nötig, wenn der Jugendliche noch nicht 18 Jahre alt ist. Eltern können immer noch die Kontonutzung reglementieren. Kreditinstitute bieten das Jugendkonto mindestens bis zum Alter von 18 Jahren an, viele auch darüber hinaus. In der Regel ist auch das Jugendkonto gebührenfrei.

Unterschiedliche Preise und Konditionen

Wichtig ist es immer, nach den Preisen und Konditionen zu fragen. Nur so lassen sich Angebote vergleichen.

  • Was kostet der Bargeldbezug am Bankomaten? Die Postfinance verlangt dafür zum Beispiel 2 Franken beim Bezug von Schweizer Franken und 5 Franken beim Bezug von Euro, im Ausland grundsätzlich 5 Franken.
  • Sind die Kontoauszug, Zahlungs- und Daueraufträge elektronisch kostenlos? Was kosten Kontoauszüge auf Papier?
  • Ist das Jugendkonto– wie das Kinderkonto – ein reines Guthabenkonto?

Und ewig lockt der Zins

Jugend- und Kinderkonten locken mit besseren Zinsen als Privatkonten für Erwachsene, vor allem die Kinder- und Jugendsparkonten. Die Unterschiede können von Bank zu Bank gross sein.

In der Regel liegen die Zinsen zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Wichtig ist aber immer, sich auch die Kosten vorrechnen zu lassen. Die Sparkonten sind oft nur für einen gewissen Zeitraum kostenfrei.

Manche Eltern nutzen die Sparkonten ihrer Kinder gern, um ihr eigenes Geld dort anzulegen. Doch Vorsicht: Viele Banken überwachen den Geldverkehr. Werden sie misstrauisch, suchen Mitarbeiter das Gespräch mit den Eltern.

Je nach Bank könne die Auszahlung sogar verweigert werden, weil es sich um geschütztes Kindesvermögen handle, berichtete der Beobachter. Darüber hinaus sind die Konten auf einen bestimmten Betrag limitiert.

Heisst: Sobald der Betrag das Limit übersteigt, wird das überschüssige Geld nur noch mit marktüblichen Zinssätzen für normale Sparkonten verzinst.

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