Leben > FinanzenPrivate Altersvorsorge: Weshalb sie für Frauen besonders interessant ist Sigrid Schulze In der Schweiz arbeiten viele Frauen in Teilzeit. Im Alter kann sich das rächen: Wer weniger verdient oder Erwerbspausen hat, sammelt oft weniger Ansprüche in AHV und Pensionskasse an – und baut seltener Vermögen auf. Vermögens- und Vorsorgeberaterin Silvia Villars teilt praktische Tipps für alle, die im Alter finanziell abgesichert sein wollen. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Weil viele Frauen Teilzeit arbeiten, ist die private Vorsorge fürs Alter besonders wichtig für sie. Foto: Sorbetto, DigitalVision Vector, Getty Images Plus Wenn du Kinder betreust, vielleicht Teilzeit arbeitest oder Care-Arbeit in der Familie trägst, stehst du oft vor sehr konkreten Fragen: «Reicht das später?», «Wie schliesse ich Lücken, ohne dass das Familienbudget kippt?» oder «Wie fair verteilen wir Risiken im Paar?» Genau hier lohnt es sich, früh Struktur in die Vorsorge zu bringen – nicht aus Angst, sondern damit du Gestaltungsspielraum gewinnst. 3 Säulen – was Frauen und Familien in der Schweiz wirklich ausmacht Das Schweizer Vorsorgesystem wirkt auf den ersten Blick simpel («3 Säulen»), ist im Familienalltag aber voller Details. Gerade Teilzeit, Erwerbsunterbrüche und unterschiedliche Einkommen können dazu führen, dass du in einer Säule gut aufgestellt bist, in einer anderen aber unbemerkt Lücken entstehen. AHV (1. Säule): Erziehungs- und Betreuungsgutschriften, Splitting, Beitragslücken Die AHV basiert auf Beitragsjahren: Fehlen Jahre oder sind Beiträge sehr tief, kann das die spätere Rente reduzieren. Für Familien wichtig: Erziehungsgutschriften (für die Jahre mit Kindern) und Betreuungsgutschriften (wenn du nahe Angehörige betreust) können dein AHV-Einkommen rechnerisch erhöhen. Bei Ehe oder eingetragener Partnerschaft kommt zudem das Splitting: Einkommen werden für die Ehejahre grundsätzlich hälftig angerechnet. Im Konkubinat gibt es dieses Splitting nicht. Ob bei dir Beitragslücken bestehen, siehst du im individuellen AHV-Kontoauszug – und genau das ist ein zentraler erster Schritt. Pensionskasse (2. Säule): Eintrittsschwelle und Koordinationsabzug bei Teilzeit Die 2. Säule ist für viele Teilzeitangestellte der Knackpunkt: Je nach Lohnhöhe greift die obligatorische Versicherung erst ab einer Eintrittsschwelle. Zusätzlich reduziert der Koordinationsabzug den versicherten Lohn. Das trifft Teilzeit besonders stark, weil der Abzug nicht automatisch proportional zum Pensum ausfällt – das kann dazu führen, dass ein überraschend kleiner Teil deines Lohnes tatsächlich «pensionskassenwirksam» ist. Viele Arbeitgeber bieten Lösungen wie einen tieferen oder pro rata angewendeten Koordinationsabzug an – das ist nicht überall Standard, lohnt sich aber nachzufragen. Glossar: Zwei Begriffe, die du bei Teilzeit kennen solltest Eintrittsschwelle: Mindestjahreslohn, ab dem du in der beruflichen Vorsorge (2. Säule) obligatorisch versichert bist. Liegt dein Lohn darunter, kann es sein, dass du keine oder nur eine reduzierte Pensionskassenversicherung hast. Koordinationsabzug: Betrag, der vom AHV-Lohn abgezogen wird, um den in der Pensionskasse versicherten Lohn zu bestimmen. Bei Teilzeit kann dieser Abzug dazu führen, dass der versicherte Lohn stark schrumpft. Säule 3a (3. Säule): Steuervorteile und Wertschriftenlösung Die Säule 3a ist oft der einfachste Hebel, um Lücken planbar zu schliessen: Einzahlungen können Steuern sparen und du kannst – je nach Risikofähigkeit und Anlagehorizont – eine Wertschriftenlösung wählen. Für viele Eltern ist wichtig: Es muss nicht «alles oder nichts» sein. Entscheidend ist, dass du eine realistische, regelmässige Rate definierst und sie automatisierst (z.B. Dauerauftrag). Je früher du startest, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt – besonders bei langfristiger Anlage in breit diversifizierte Wertschriften. Mini-Rechenbeispiel: Was ein 40%-Pensum typischerweise auslöst Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, warum Teilzeit schnell Folgen hat: Arbeitest du 40% und verdienst entsprechend deutlich weniger als in Vollzeit, zahlst du weniger in die AHV ein, und in der Pensionskasse kann der versicherte Lohn durch Eintrittsschwelle und Koordinationsabzug zusätzlich sinken. Das bedeutet nicht, dass Teilzeit «falsch» ist – aber dass du aktiv gegensteuern solltest, z.B. mit 3a-Einzahlungen, einem Pensionskassen-Einkauf (wenn möglich) oder einer fairen Kompensation im Paar (z.B. dass der besserverdienende Partner/die besserverdienende Partnerin zusätzlich in deine Vorsorge einzahlt). Drei Tipps von Vorsorgeberaterin Silvia Villars 1 Plane im Familienbudget einen fixen, regelmässigen Betrag als Investition für deine Altersvorsorge und lege monatlich per Dauerauftrag einen Betrag für die 3. Säule an. Falls du gerade nicht erwerbstätig bist oder nicht in der 3. Säule ansparst, dann spare einen Teil in einem Aktienfondssparplan an. 2 Arbeite auch in der Familienphase weiter, anfangs im Teilzeit-Pensum und mehrheitlich mindestens 70 Prozent. Investiere in deine Weiterbildung, erlebe Freude an Beruf und Karriere und bleibe dran. 3 Es lohnt sich, deine Altersvorsorge aktiv zu gestalten. Hol dir fachliche Unterstützung und lass dich beraten, am besten bei einer unabhängigen Vorsorgeberatung. Frau Villars, seit 2016 unterstützt du als unabhängige Vermögens- und Vorsorgeberaterin auch in der Frauenzentrale Zürich Frauen, eine stabile Altersvorsorge aufzubauen. In welchen typischen Situationen sind die Kundinnen, die sich von dir zum Thema Vorsorge beraten lassen wollen? Silvia Villars: Weil uns das Thema Altersvorsorge lebenslänglich begleitet, ist bei uns eine breite Altersgruppe zwischen ca. 30 und 62 Jahren bei der Beratung vertreten. Die Familiensituationen sind unterschiedlich: die einen sind ledig, getrennt, geschieden oder verwitwet, die anderen verheiratet, im Konkubinat oder in registrierter Partnerschaft lebend. Genauso unterschiedlich ist auch die berufliche Situation – sie reicht von angestellt über selbständig erwerbend bis hin zu nicht erwerbstätig oder arbeitslos. Ein Grossteil der Frauen hat Kinder. Manchmal kommen auch die Partner oder Partnerinnen mit zur Beratung. Oft sind Veränderungen in der eigenen Lebenssituation, wie zum Beispiel Familiengründung, Scheidung, Selbständigkeit oder Pensionierung der Anlass für die Beratung. In welchen Punkten unterscheidet sich die Situation der Frauen von der Situation der Männer bezüglich der Altersvorsorge? Die Altersvorsorge ist mit unserer persönlichen Einkommensgeschichte verbunden. Je kleiner das Arbeitspensum, desto grösser die Vorsorgelücke. Selbst wenn Frauen bei gleicher Ausbildung wie die Männer keine Kinder haben, verdienen Frauen in der Regel weniger. Ein Grund dafür ist, dass sie bei Lohnforderungen und bei ihrer Karriereplanung oftmals weniger fokussiert und nachdrücklich sind. Zusätzlich fällt der Stolperstein Lohnungleichheit ins Gewicht. Eine Untersuchung des Bundesamtes für Sozialversicherung zeigt, dass die Altersrenten von Frauen in der Schweiz im Vergleich zu jenen von Männer rund 37 Prozent tiefer sind. Noch stärker werden die Unterschiede, wenn eine Familie gegründet wird. Ja, denn noch immer sind es die Frauen, die sich weitaus mehr um die Kinder kümmern. So zahlen sie entsprechend weniger in die Altersvorsorge ein. Eine Untersuchung des Bundesamtes für Sozialversicherung zeigt, dass die Altersrenten von Frauen in der Schweiz im Vergleich zu jenen von Männer rund 37 Prozent tiefer sind. Kommen die Frauen mit konkreten Zielen zu dir? «Was erwartet mich im Alter?», wollen die Frauen wissen. «Reicht meine Vorsorge?» Ich arbeite heraus, wo Versorgungslücken sind und wie sich diese mit dem 3-Säulen-System – AHV/Staatliche Vorsorge, Berufliche Vorsorge und Private Vorsorge – optimal schliessen lässt. Wie verläuft die Beratung? Es ist wichtig, konkrete Zahlen und Fakten vorliegen zu haben. Deshalb schicken mir die Frauen, die sich beraten lassen wollen, vorab Unterlagen zu. Dazu gehören der individuelle AHV-Kontoauszug, der aktuelle Leistungsausweis der Pensionskasse samt Reglement, falls vorhanden auch den Auszug der 3. Säule Konti, sowie Kopien aller Lebensversicherungen-Policen, die letzte Steuererklärung mit Unterlagen zu Lohn, Alimenten und Liegenschaften-Erträgen. Alle Unterlagen werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Wenn ich die IST-Situation bei Alter, Invalidität und Todesfall analysiert habe, folgt zwei Mal ein je einstündiges Gespräch. Im ersten Gespräch werden die Ausgangslage, die Möglichkeiten und die Wünsche geklärt. Bei einem zweiten Termin gibt es konkrete Empfehlungen für die Verbesserung der Altersvorsorge und Tipps zur Umsetzung sowie ein schriftlich ausgearbeitetes, persönliches Vorsorgedossier. Welche Strategien greifen besonders gut? Das hängt vom Einzelfall ab. Wichtig ist, überhaupt eine Strategie zu haben und diese konsequent umzusetzen. Eine sinnvolle Strategie für erwerbstätige Personen besteht darin, regelmässig in die 3. Säule, die Private Vorsorge, einzubezahlen – am besten per monatlichen Dauerauftrag direkt vom Lohnkonto. Eine weitere Strategie kann sein, das Einkaufspotenzial in der Pensionskasse zu prüfen. Denn oft haben Frauen durch Erwerbsunterbrüche Einkaufspotenzial. Der freiwillige Einkauf erhöht die zukünftigen Altersrenten. Auch Wohneigentum kann eine gute Altersvorsorge sein. Und wer langfristig, mindestens acht bis zehn Jahre lang, investieren kann, liegt mit Aktien und Aktienfondsparplänen gut. Je länger der Zeitraum, desto mehr erwirtschaftet man auf seinem Konto. Den idealen Zeitpunkt, um mit der Vorsorge zu beginnen, markieren der Beginn des Berufslebens und die ersten Lohneinnahmen. Was ist bei Familiengründung zu beachten? Wer eine Familie gründet oder Versorgungspflichten hat, sollte prüfen, wie die Todesfall- und Hinterbliebenenleistungen sind. Gibt es Lücken, kann man diese mit einer Risikoversicherung gegen Todesfall und Invalidität abdecken. Wie steht es um alleinerziehende Mütter? Unverheiratete Mütter mit Kindern partizipieren im Trennungsfalle nicht vom Splitting der Pensionskasse und AHV ihrer Partner. Dafür braucht es Konzepte zur Kompensation der Altersvorsorge und einen Konkubinatsvertrag. Ist es für die Vorsorge irgendwann zu spät? Ab 55 Jahren, wenn bis dahin keine Vorsorge aufgebaut wurde, ist es echt knapp. Und wenn sich jemand kurz vor der Pensionierung meldet, gibt es nur noch wenige Wege zur Verbesserung der finanziellen Situation. Vielleicht ist es denkbar, in ein südliches Land zu ziehen, in dem die Lebenshaltungskosten geringer sind? Eventuell ist es möglich, länger als 64 – das ist das derzeitige Rentenalter der Frau – zu arbeiten und damit länger in die 3. Säule einzuzahlen und erst später mit dem Vermögensverzehr bzw. der Rentenauszahlung zu beginnen. Oder vielleicht ergibt sich die Option, Kapital zu erben? Wann ist der ideale Zeitpunkt, mit der Vorsorge zu beginnen? Je früher, desto besser. Den idealen Zeitpunkt markieren der Beginn des Berufslebens und die ersten Lohneinnahmen – auch dann, wenn sie am Anfang noch gering sind. Wichtig ist, die Vorsorge direkt im Budget einzuplanen. Also: Direkt am Monatsende einen Betrag für die Vorsorge als Investition einsetzen! So wird regelmässig in die 3. Säule oder in einen monatlicher Fondssparplan eingezahlt. Auf diese Weise wird Altersvorsorge zur Gewohnheit. Das gilt natürlich auch für Männer. Meine Erfahrung ist, dass sich die Mehrheit der Frauen zu sehr auf ihre Männer verlässt. Das ist risikoreich, denn fast jede zweite Ehe wird geschieden. Glaubst du, dass sich Frauen zu wenig um ihre finanzielle Sicherheit kümmern? Meine Erfahrung ist, dass sich die Mehrheit der Frauen zu sehr auf ihre Männer verlässt. Das ist risikoreich, denn fast jede zweite Ehe wird geschieden. Und viele der Frauen, die eine gute Ausbildung haben, arbeiten – sobald sie Kinder haben – lange Teilzeit und verdienen dadurch weniger. Woran liegt das? Frauen finden es oftmals spannender sich mit Gesundheit, Pädagogik, Kultur und Gesellschaft zu beschäftigen. Das sind zweifelslos sehr wichtige Themen, doch zur selbstverantworteten Frau gehört meiner Meinung nach ebenso, sich mit Finanzen, Geld und Wirtschaft zu beschäftigen. Frauen unterschätzen oftmals den Faktor Vorsorge- und Anlagekompetenz, sind zu wenig zielgerichtet in der beruflichen Karriereplanung bzw. fordern von ihren Partnern zu wenig ein, dass diese auch einen wesentlichen Beitrag bei der Rollenverteilung Haushalt und Familie leisten. Kann man Frauen guten Gewissens zur Teilzeitarbeit raten? Nein. Wenn eine Frau 10 oder 15 Jahre nur 30 oder 40 Prozent arbeitet, ist das zu wenig, um eine gute Vorsorge aufzubauen. Was für Paare gut passt, ist eine 80:80-Regelung – das heisst: Beide Elternteile bzw. beide Partner arbeiten nicht Vollzeit, sondern 80 Prozent. Was muss sich in der Schweiz ändern, damit Frauen im Alter mit Männern finanziell gleichgestellt sind? Frauen sollten ihre finanzielle und wirtschaftliche Selbstbestimmung selber mehr in die Hand nehmen. Junge Menschen müssten sich grundsätzlich schon in der Schule Vorsorge- und Finanzwissen aneignen können. Bei sehr ungleichem Verdienst und mehrheitlicher unentgeltlicher Familienarbeit der Frau sollten Frauen den Mut aufbringen, ihre Partner zu verpflichten, für Sie als Kompensation in die 2. oder 3. Säule einzuzahlen. Es sollten neue, innovative Konzepte der ausserfamiliären Kinderbetreuung entwickelt werden. Ausserdem wünsche ich mir eine Zeitlang Frauenquoten in der Wirtschaft, damit Frauen konsequenter beruflich aufsteigen und vermehrt Führungspositionen übernehmen. Und grundsätzlich wichtig – sowohl für die weibliche, als auch männliche Bevölkerung – sollten das Vorsorgesystem entpolitisiert und Reformen zügig umgesetzt werden. AHV21 kurz erklärt – das müssen Familien ab 2025 wissen Viele Familien planen heute längerfristig: Kinderbetreuung, Arbeitspensen, Hypothek, allenfalls ein späterer Wiedereinstieg. Deshalb ist es wichtig, dass du die AHV21-Änderungen einordnen kannst. Referenzalter und Übergangsgeneration (Jg. 1961–1969) Mit AHV21 wird das Referenzalter der Frauen schrittweise an jenes der Männer angeglichen. Für die Übergangsgeneration der Jahrgänge 1961 bis 1969 gelten abgestufte Regeln (je nach Jahrgang) sowie Ausgleichsmassnahmen. Wenn du oder deine Partner:in in diese Jahrgänge fällt, lohnt es sich, früh eine grobe Bezugsstrategie zu skizzieren und dann einige Jahre vor der Pensionierung konkret zu planen. Jahrgang Einordnung 1961–1969 Übergangsgeneration: schrittweise Anpassung des Referenzalters, je nach Jahrgang unterschiedliche Regeln und Ausgleichsmassnahmen (gemäss BSV/AHV-IV) ab 1970 Regeln gemäss neuem Referenzalter (gemäss BSV/AHV-IV) Flexibler Rentenbezug: Teilrenten, Vorbezug und Aufschub AHV21 stärkt die Flexibilität: Je nach Situation kannst du den Bezug staffeln (Teilrenten) oder früher/später starten. Das kann für Familien relevant sein, wenn z.B. ein Elternteil länger arbeitet, um Betreuung und Einkommen zu stabilisieren, oder wenn ihr die Belastung über die Jahre besser verteilen wollt. Was bedeutet das für unsere Familienplanung? Für viele Eltern ist nicht die «perfekte» Strategie entscheidend, sondern eine, die zum Leben passt. Drei Leitfragen helfen: Arbeitsaufteilung: Gibt es ein Pensum, das Betreuung, Gesundheit und Vorsorge zusammenbringt (z.B. 80/80 oder ein späterer Ausbau des Pensums)? Liquidität vs. Vorsorge: Wie viel Geld braucht ihr heute (Kita, Miete/Hypothek) – und wie viel könnt ihr trotzdem konsequent für später reservieren (3a, Einkauf, Wertschriften)? Risikoabsicherung: Was passiert finanziell, wenn ein Elternteil ausfällt (Invalidität, Tod) oder wenn ihr euch trennt? Frauen Mut und Zuversicht geben Silvia Villars arbeitet seit über 20 Jahren als selbstständige und unabhängige Vermögens- und Vorsorgeberaterin. Einen Teil ihrer Arbeitszeit verbringt sie in der Frauenzentrale Zürich, um dort Frauen zu unterstützen, Ziele und Wege zur stabilen Altersvorsorge festzulegen. An ihrer Arbeit gefällt ihr, klare, verständliche Konzepte und Methoden zu vermitteln, damit Frauen Mut und Zuversicht entwickeln, selber zu wählen, wie sie ihre Vorsorge ausgestalten. Sie freut sich stets, wenn Frauen feststellen, dass Vorsorge und Finanzen ein sehr vielfältiges, spannendes Thema sind. Weitere Informationen: Villars & Villars AG, Zürcher Frauenzentrale. Absicherung und Fairness im Paar – damit Teilzeit nicht zur Falle wird Vorsorge ist nicht nur «Finanzmathe», sondern auch Beziehungs- und Familienorganisation. Besonders wenn ein Elternteil das Pensum reduziert, entstehen finanzielle Risiken, die oft unsichtbar bleiben – bis etwas passiert. Je früher ihr darüber sprecht, desto weniger Druck entsteht. Todesfall und Invalidität: Welche Lücken entstehen – und wie man sie schliesst Prüfe als Familie konkret, was im Ernstfall passiert: Welche Leistungen kämen aus AHV und Pensionskasse, und reichen sie, um Miete/Hypothek, Kinderkosten und Alltag zu decken? Typische Lücken entstehen, wenn jemand teilzeit arbeitet, unterversichert ist oder im Konkubinat lebt. Eine Risikoabsicherung (Todesfall/Invalidität) kann je nach Situation sinnvoll sein – wichtig ist, dass sie zu euren Verpflichtungen passt und nicht «zu viel» oder «am Bedarf vorbei» versichert. Konkubinat, Ehe, Scheidung: Begünstigung und Aufteilung von Vorsorgegeldern Die rechtliche Ausgangslage unterscheidet sich stark: In der Ehe sind gewisse Mechanismen (z.B. AHV-Splitting; bei Scheidung die Aufteilung von Pensionskassenguthaben) systematisch vorgesehen. Im Konkubinat braucht es dagegen mehr aktive Planung, etwa bei Begünstigungen in der Säule 3a oder bei Pensionskassenregelungen (Reglement!) – sonst kann im Todesfall oder bei Trennung etwas ganz anderes passieren als ihr erwartet habt. 10-Punkte-Check: Was ihr als Familie heute klären könnt 1 AHV-Kontoauszug: Haben wir Beitragslücken? (Wenn ja: klären, wie sie zustande kamen.) 2 Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften: Sind sie bei uns plausibel und vollständig? 3 Pensionskasse: Sind Eintrittsschwelle und Koordinationsabzug bei Teilzeit für uns ein Problem? 4 PK-Reglement: Welche Leistungen gibt es bei Invalidität und Tod – und für wen (Ehe/Konkubinat)? 5 Säule 3a: Zahlen wir regelmässig ein (auch kleine Beträge) und ist die Anlagestrategie passend zum Zeithorizont? 6 Begünstigungen: Sind Begünstigte in PK/3a dort hinterlegt, wo es nötig ist? 7 Fairness im Paar: Wenn ein Elternteil Care-Arbeit übernimmt – wie kompensieren wir das konkret (z.B. zusätzliche 3a/PK-Einzahlungen für die Person mit Teilzeit)? 8 Budget: Haben wir eine fixe «Vorsorge-Position» wie Miete und Krankenkasse? 9 Dokumente: Haben wir wichtige Unterlagen geordnet (PK-Ausweis, 3a, Policen, Steuerunterlagen, Liegenschaften)? 10 Notfallplanung: Gibt es einen Vorsorgeauftrag/Patientenverfügung (je nach Lebenslage) und wissen wir, wo alles liegt?