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Wie viel und ab wann: Sackgeld-Tipps für jede Altersstufe

Dass Kinder Geld brauchen und selbst ausgeben wollen, ist normal. Damit sie den Umgang mit Geld Schritt für Schritt lernen, kann Sackgeld helfen. Doch wie viel Taschengeld ist sinnvoll und ab wann lohnt es sich? Hier findest du Empfehlungen für jedes Alter, konkrete Tipps für den Alltag – und für Teenies eine praxisnahe Anleitung zu Jugendlohn, cashless Bezahlen (inklusive TWINT) und einem einfachen Budget in 15 Minuten.

Wie viel Sackgeld ist genug?
Mit eigenem Sackgeld kann Ihr Kind den Umgang mit Geld lernen. Bild: GettyImages

In der Welt des Massenkonsums mit Geld klarzukommen, müssen Kinder erst lernen. Für Eltern ist das herausfordernd, denn die Höhe des Sackgeldes hängt auch vom Budget der Familie und dem gewohnten Lebensstandard ab. Es gilt: Du musst deinem Kind kein Sackgeld zahlen. Es wird aber oft empfohlen, weil Kinder so den Umgang mit Geld üben können. Wichtiger als der konkrete Betrag sind klare Abmachungen: Was bezahlt dein Kind vom Sackgeld – und was bezahlst du als Elternteil weiterhin? Nur so kann dein Kind in einem geschützten Rahmen lernen, Geld einzuteilen. Entwicklungspsychologisch hilft dabei vor allem Regelmässigkeit und Verlässlichkeit: gleiche Auszahlungstage, klare Zuständigkeiten und die Erfahrung, dass Entscheidungen (Kaufen, Warten, Sparen) Folgen haben. 

Sackgeld im Kindergarten

Wenn dein Kind noch klein ist, macht ein klassisches Sackgeld oft wenig Sinn. In diesem Alter ist die Zeitwahrnehmung noch anders, und längerfristiges Sparen fällt schwer. Sinnvoll ist, früh Alltagsregeln rund um Konsum zu etablieren: Wann gibt es etwas Besonderes – und wann nicht? Zum Beispiel gibt es am Geburtstag und an Weihnachten Geschenke – an anderen Tagen nicht. Oder dienstags ist Cola-Tag und an den anderen Tagen gibt es Wasser. So lernt dein Kind: Geniessen ist erlaubt, aber nicht jederzeit und nicht grenzenlos. Das stärkt Wertschätzung und Vorfreude. Wenn dein Kind nach «mehr» fragt, hilft eine empathische, klare Antwort: «Ich verstehe, dass du das willst. Heute ist aber kein Kauf-Tag. Wir können es auf die Wunschliste setzen.» Diese Art von «Wunsch aufschieben» gilt als wichtige Vorläuferfähigkeit für späteres Sparen und Planen.

Tipps fürs Sackgeld: 1. – 4. Lebensjahr

1. Lob statt Süsses

Kleine Gefälligkeiten sollten auch von sich aus gemacht werden und nicht immer mit Erwartung auf eine materielle Belohnung. Hier sind Lob und Anerkennung meist besser als Süssigkeiten oder Geld. Du kannst konkret beschreiben, was gut lief: «Du hast deine Jacke aufgehängt – das hilft uns im Alltag.»

2. Kinder selber zahlen lassen

Sobald dein Kind gross genug ist, kann es einzelne Produkte an der Kasse selber bezahlen. Das fördert Selbstständigkeit und zeigt: Geld gehört zum Alltag. Für kleine Kinder reichen wenige Münzen – wichtiger ist das Ritual (auswählen, geben, Rückgeld anschauen).

3. Sharing is caring

Ermuntere dein Kind, mit anderen zu teilen. Etwas zu verschenken kann die Stimmung heben, und geteilte Freude ist doppelte Freude. So wird auch der Neid auf andere Kinder weniger gross.

4. Vorbild sein: Mit Zettel einkaufen gehen

Versuche ein gutes Beispiel zu sein. Zeig deinem Kind den Einkaufszettel, um es fürs Thema Geld zu sensibilisieren. So erkennt es: Du kaufst nicht ziellos, sondern planst.

5. Gemeinsam einkaufen

Nimm dein Kind zum Einkaufen mit. Dort sieht es ein grosses Sortiment und muss lernen, Produkte, die es nicht braucht, zurückzulassen. Hilfreich ist ein einfacher Satz: «Wir kaufen heute nur, was auf der Liste steht.» 

Sackgeld in der Primarschule

Viele Familien starten in der Primarschule mit Sackgeld. Oft wird es mit der Klasse erhöht, zum Beispiel: in der ersten Klasse ein Franken, in der zweiten Klasse zwei – und so weiter. Wichtig ist weniger die Formel als die Regelmässigkeit: Das Sackgeld wird verlässlich ausbezahlt, und dein Kind muss nicht darum bitten. Es ist für eigene Ausgaben gedacht, und dein Kind darf grundsätzlich selbst entscheiden, wofür es es ausgibt. Genau diese Autonomie ist ein Trainingsfeld: Dein Kind kann erleben, was es heisst, wenn das Geld vor der Woche «weg» ist – ohne dass du es retten musst. 

Tipps fürs Sackgeld: 4. – 8. Lebensjahr

1. Grosse Sparziele: Mit Enttäuschung umgehen

Möchte dein Kind auf etwas Grosses sparen, sprich an, wie realistisch das Ziel ist. Eine Erstklässlerin wird sich auch bei grösster Sparsamkeit nie ein Pony leisten können. Enttäuschungen sind da vorprogrammiert. Schlage alternative Sparziele vor: etwas Kleines (innerhalb weniger Wochen) und etwas Mittleres (über mehrere Monate). So lernt dein Kind, Ziele zu staffeln.

2. Taschengeld aufbessern: Nebenjobs

Wenn dein Kind sein Taschengeld aufbessern möchte, kannst du mögliche Verdienstmöglichkeiten aufzeigen. Vielleicht kann es beim Nachbarn Rasenmähen oder mit dessen Hund spazieren. Auch grössere Aufgaben im eigenen Haushalt können entlohnt werden. Wichtig: Kläre vorher, welche Ämtli zur Familiengemeinschaft gehören (ohne Bezahlung) und welche «Extra-Jobs» wirklich zusätzlich sind.

3. Gespräche über Geld

Sprich mit deinem Kind über Geld und zeig ihm, dass der grösste Teil des Lohnes für Miete, Essen und Versicherungen verwendet wird. So entwickelt dein Kind ein realistisches Bewusstsein für Ausgaben – und versteht besser, warum nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden kann.

4. Sackgeld ist kein Druckmittel

Nutze Taschengeld nicht als Strafe. Verhalten oder Schulnoten sollten nicht über die Höhe des Sackgeldes entscheiden. Sinnvoller ist: Konsequenzen passend zum Thema (zum Beispiel bei Streit um ein Spielzeug: gemeinsame Lösung, Reparieren, Wiedergutmachung).

5. Taschengeld konsequent bar aus

Zahle das Sackgeld im Primarschulalter bar aus. So sieht dein Kind jederzeit, wie viel noch da ist. Du kannst zusätzlich ein einfaches System einführen: drei kleine Couvert oder Dosen («Ausgeben», «Sparen», «Teilen») – ohne Druck, aber als Option.

6. Kein Ersatz oder Vorschuss

Zahle keine Vorschüsse. Plant dein Kind eine grosse Ausgabe, muss es lernen zu sparen. Ersetze auch kein Geld für Fehlkäufe. Eine Ausnahme kann sinnvoll sein, wenn es um Sicherheit oder Grundbedürfnisse geht.

7. Für Profis: Sackgeld seltener ausbezahlen

Wenn dein Kind bereits gut mit Geld umgehen kann, kannst du testweise das Taschengeld nur alle zwei Wochen auszahlen. So übt es Planung über längere Zeit. 

Oberstufe: Sackgeld oder Jugendlohn?

In der Sekundarschule gibt es die Möglichkeit, das Taschengeld weiterzuführen oder einen Jugendlohn zu vereinbaren. Beim Jugendlohn-Modell bekommen Jugendliche einmal monatlich einen fixen Betrag, mit dem vorab definierte Bereiche abgedeckt sind (zum Beispiel Coiffeur, Handyrechnung, ÖV oder Kleidung). Am besten schreibst du während drei Monaten auf, was du für dein Kind ausgibst, und berechnest daraus den Jugendlohn. Mehr Tipps bekommst du hier. Die Budgetberatung Schweiz (aktualisierte Richtwerte 2023) betont, dass gerade in diesem Alter klare Abmachungen zentral sind: Der Betrag soll zum Familienbudget passen, und Jugendliche sollen wissen, wofür sie zuständig sind.

Wann Jugendlohn sinnvoll ist

Jugendlohn kann gut passen, wenn dein Teenie …

  • regelmässige Ausgaben hat (Handy, ÖV, Freizeit) und mehr Eigenständigkeit möchte,
  • grundsätzlich zuverlässig ist (nicht perfekt, aber lernbereit),
  • von «wöchentlich» auf «monatlich» umsteigen kann, ohne ständig in Stress zu geraten.

Weniger geeignet ist Jugendlohn, wenn gerade viele Umbrüche anstehen (zum Beispiel Trennung, Schulwechsel, psychische Belastungen) oder wenn ein Teenie bereits stark impulsiv konsumiert und ihr noch keine gemeinsamen Regeln habt. Dann ist ein Zwischenschritt oft klüger: Sackgeld bleibt, aber einzelne Posten (z.B. Freizeitbudget) werden schrittweise übertragen.

So berechnet ihr ihn 

  1. 3 Monate mitschreiben: Notiere möglichst realistisch, was du heute für dein Kind bezahlst (z.B. Handy, ÖV, Coiffeur, Ausgehen, Snacks, Kleidung, Games). Wichtig: Nicht schätzen, sondern wirklich sammeln (Quittungen, Kontoauszüge, Notizen).
  2. Posten sortieren: Trennt gemeinsam in «muss monatlich bezahlt werden» (z.B. Handyabo, ÖV) und «variabel» (z.B. Freizeit, Kleidung). Legt fest, welche Posten künftig beim Teenie liegen und welche bei dir bleiben.
  3. Fixbetrag festlegen + Puffer: Addiere die übertragenen Posten zu einem Monatsbetrag. Plane einen kleinen Puffer ein, damit Lernfehler nicht sofort zu Konflikten führen. Vereinbart gleichzeitig, was passiert, wenn das Geld vor Monatsende weg ist (zum Beispiel: keine Vorschüsse, aber ihr besprecht beim Monatsreview, was man nächstes Mal anpasst).

Das Ziel ist nicht «sparen um jeden Preis», sondern Kompetenzen: planen, abwägen, Prioritäten setzen. Jugendlohn funktioniert dann besonders gut, wenn Zuständigkeiten schriftlich festgehalten werden und ihr regelmässig gemeinsam reflektiert.

Was Jugendliche davon zahlen – Beispiel-Liste

Damit Jugendlohn nicht zum Dauerstreit wird, hilft eine simple Checkliste: «Das zahlst du» versus «Das zahlen wir». Schreibe es auf (z.B. in einer Notiz-App oder auf Papier) und aktualisiere es bei Bedarf – etwa jedes Semester.

Handy, Kleidung, ÖV, Freizeit

Typische Posten, die gut über Jugendlohn laufen können:

  • Handy: Abo/Prepaid, In-App-Käufe, Hüllen/Extras (je nach Vereinbarung).
  • Kleidung und Schuhe: Alltagskleidung im definierten Rahmen (z.B. saisonal oder monatlich). Tipp: Vereinbart, ob du Basics (Jacke, Winterschuhe) weiterhin übernimmst.
  • ÖV im Alltag: Einzeltickets oder ein vereinbartes Budget für lokale Fahrten (ein Jahresabo ist oft zu gross und zu «riskant» für Jugendlohn).
  • Freizeit: Kino, Ausgehen, Snacks, Games, Hobbys im vereinbarten Umfang.

Optionale Posten 

Diese Posten sind möglich, aber oft konfliktanfälliger – darum besonders klar regeln:

  • Coiffeur, Kosmetik: gut geeignet, wenn dein Teenie hier selbst priorisieren soll.
  • Abos und Mitgliedschaften: Streaming, Fitness, Apps – nur, wenn Kündigungsregeln und Limits geklärt sind.
  • Geschenke für Freund:innen: kann ein tolles Lernfeld sein, wenn ein fixes «Geschenke-Budget» vereinbart ist.

Stolpersteine, die viele Familien unterschätzen: spontane Klassenanlässe, Gruppen-Druck («alle haben das»), teure Einmalanschaffungen (z.B. Ski-Ausrüstung) oder unklare Regeln bei Online-Käufen. Je klarer ihr diese Punkte vorab besprecht, desto ruhiger wird der Alltag.

Tipps fürs Sackgeld: 12. - 15. Lebensjahr

1. Welche Ausgaben sind mit dem Jugendlohn abgedeckt?

Es muss genau abgemacht werden, was mit dem Jugendlohn bezahlt werden muss und was nicht. Unvorhergesehene Ausgaben wie das Klassenlager oder das Jahresabo für den Zug eignen sich weniger für dieses Modell. Sinnvoll ist eine «Sonderposten»-Regel: Ihr legt fest, welche grossen, unregelmässigen Kosten weiterhin bei dir bleiben und welche ab einem bestimmten Alter schrittweise übergehen.

2. Geld verändert sich mit der Gesellschaft

Vergleiche nicht dein eigenes Taschengeld von damals mit dem deiner Kinder. Preise, Konsumfelder und digitaler Alltag haben sich stark verändert. Wichtig ist, dass die Regeln heute zu eurem Alltag passen.

3. Seriöse Gespräche über Geld führen

Nimm dein Kind ernst, wenn es das Gefühl hat, zu wenig Taschengeld zu bekommen. Oft hilft es schon, gemeinsam hinzuschauen: Wofür wurde das Geld ausgegeben? War das Budget zu klein oder zu gross? Wo lässt sich sparen? Auch wenn dein Teenie selbstständig sein möchte, kann deine Unterstützung entscheidend sein – nicht als Kontrolle, sondern als Coaching.

4. Das erste eigene Bankkonto

In der Oberstufe könntest du für dein Kind ein eigenes Konto eröffnen. So lernt es bargeldloses Zahlen kennen und bekommt mehr Verantwortung. In der Praxis gehören dazu oft auch Mobile Payment und P2P-Zahlungen: Viele Jugendliche nutzen in der Schweiz TWINT für Kleinstbeträge im Freundeskreis oder unterwegs. Sinnvoll ist, gemeinsam Regeln festzulegen (z.B. Limiten, wofür TWINT genutzt wird, und wie ihr bei Fehlzahlungen oder Streit in Gruppen-Chats vorgeht). 

5. Finanzielle Situation und Familienbudget

Informiere dein Kind über den finanziellen Stand deiner Familie und begründe die Höhe des Taschengeldes. So kann dein Kind verstehen, wie das Sackgeld zustande kommt und warum es unter den gegebenen Umständen weniger bekommt als andere.

6. Mittagsessensgeld einzeln ausbezahlen

Geld fürs Mittagessen sollte nicht gespart werden und kann deshalb einzeln ausbezahlt werden. So kommt dein Kind nicht in Versuchung, das Mittagessen für ein neues Smartphone ausfallen zu lassen.

Richtlinien für das Sackgeld von Schülern

Wie viel Sackgeld ein Schüler oder eine Schülerin bekommt, hängt unter anderem von der finanziellen Lage der Eltern ab. Eltern müssen ihren Kindern grundsätzlich kein Sackgeld geben. Es hilft den Kindern aber, den Umgang mit Geld zu üben. Die Budgetberatung Schweiz empfiehlt folgende Taschengeldhöhen:

6 Jahre: 3 Franken; wöchentlich
7 Jahre: 4 Franken; wöchentlich
8 Jahre: 5 Franken; wöchentlich
9 Jahre: 15 Franken; alle 2 Wochen
10 Jahre: 18 Franken; alle zwei Wochen
11 Jahre: 20 Franken; alle zwei Wochen
12 Jahre: 50 Franken; monatlich
13 Jahre: 60 Franken; monatlich
14 Jahre: 70 Franken; monatlich
15 Jahre: 80 Franken; monatlich
16 Jahre: 90 Franken; monatlich
17 Jahre: 100 Franken; monatlich
18 Jahre: 110 Franken; monatlich

Mehr Infos gibt es in diesem PDF von der Budgetberatung Schweiz.

Erweitertes Taschengeld

Ab der Oberstufe kann schrittweise ein erweitertes Taschengeld vereinbart werden. Diese Beträge richten sich nach dem effektiven Aufwand und dem finanziellen Rahmen des Familienbudgets. Praktisch bewährt sich ein stufenweiser Übergang: Zuerst übernimmt dein Teenie 1–2 Posten (z.B. Handy und Freizeit), danach kommen weitere dazu (z.B. Kleidung). So kann dein Kind Kompetenzen aufbauen, ohne dass ein einzelner Fehler gleich zu grossen Problemen führt.

Cashless in der Praxis

Digitales Bezahlen kann vieles erleichtern – aber es macht Geld auch «unsichtbarer». Darum lohnt sich gerade zu Beginn eine klare Struktur: ein Konto, eine Karte, transparente Limiten und ein fixer Check-in-Termin (z.B. einmal pro Woche kurz, einmal pro Monat länger).

Debit-Karte vs. Prepaid

Debit-Karte (mit Jugendkonto) ist im Alltag praktisch, weil du Ausgaben nachvollziehen kannst und dein Teenie echtes Budget-Management lernt. Prepaid kann sinnvoll sein, wenn ihr erst üben möchtet, weil das Limit hart ist: Ist das Guthaben weg, ist es weg. Für viele Familien funktioniert ein Übergang: erst Prepaid, dann Debit. Wichtig ist weniger das Produkt als die Begleitung: Sprecht darüber, welche Käufe «ok» sind, wo du mitreden willst (z.B. In-App-Käufe) und wie ihr mit Fehlern umgeht.

TWINT: was Eltern einstellen sollten

TWINT kann im Teenie-Alltag praktisch sein (z.B. im Kiosk, beim Billettautomaten, im Freundeskreis). Damit es nicht aus dem Ruder läuft, helfen ein paar Abmachungen:

  • Limiten setzen: Legt fest, wie viel pro Woche oder Monat über TWINT gehen darf (und ob es aus dem Jugendlohn kommt).
  • Transparenz vereinbaren: Nicht als Überwachung, sondern als Lernhilfe: «Wir schauen einmal pro Woche gemeinsam kurz rein – 5 Minuten.»
  • In-App- und Online-Käufe bewusst regeln: Viele kleine Beträge summieren sich. Vereinbart, ob solche Käufe erlaubt sind und wie viel.
  • Fehlüberweisungen/Group-Payments klären: Sprecht darüber, was dein Teenie macht, wenn Geld «aus Versehen» gesendet wurde oder wenn Gruppendruck entsteht.

Budget erstellen 

Ein Budget klingt nach Bürokratie, kann aber sehr alltagsnah sein. Ziel ist nicht, jede Quittung zu kontrollieren, sondern Orientierung zu schaffen: «Was kommt rein, was geht raus, was bleibt übrig?» Schon eine einfache Budgetstruktur hilft Jugendlichen, monatliche Ausgaben realistisch einzuschätzen und Prioritäten zu setzen.

Kategorien, Fix vs. Variabel

So macht ihr es schnell und simpel (für einen Monat):

  • Einnahmen: Sackgeld/Jugendlohn, Nebenjob, Geschenke (falls regelmässig).
  • Fixkosten: z.B. Handyabo, ÖV (falls fix), Abos.
  • Variable Kosten: Freizeit, Snacks, Games, Kleidung, Geschenke.
  • Sparen: ein fixer kleiner Betrag oder ein Prozentanteil (z.B. 10%), wenn möglich.

Tipp: Wenn dein Teenie «nie weiss, wo das Geld bleibt», ist das kein Charakterfehler, sondern oft schlicht fehlende Sichtbarkeit. Schon das Aufteilen in 3–5 Kategorien kann viel Stress reduzieren.

Wochencheck + Monatsreview

Wochencheck (5 Minuten): Was wurde diese Woche ausgegeben? Was steht nächste Woche an? Gibt es ein Risiko (z.B. Party, Ausflug), das mehr kostet?

Monatsreview (15–20 Minuten): Was hat gut funktioniert? Wo gab es Überraschungen? Muss der Jugendlohn angepasst werden oder eher das Verhalten (z.B. weniger Spontankäufe)? Wichtig: Das Review ist kein Verhör, sondern ein Coaching-Gespräch.

«Budgetvorlage Teenager»

Zum Ausfüllen kannst du eine einfache Monatsübersicht nutzen:

  • Budgetvorlage Teenager (Monat): Einnahmen, Fixkosten, variable Ausgaben, Sparen, Wochencheck-Feld und Monatsreview-Feld
  • Checkliste: «Welche Posten übernehme ich – welche nicht?» (z.B. Handy, Kleidung, ÖV, Coiffeur, Abos, Klassenlager, Sport)
  • Beispielrechnung: «Jugendlohn aus realen Ausgaben ableiten» (3 Monate mitschreiben, Posten auswählen, Monatsbetrag festlegen)

Wenn du möchtest, könnt ihr die Vorlage zuerst gemeinsam ausfüllen und danach dem Teenie überlassen – mit einem fixen Termin für den Monatsreview. So bleibt die Verantwortung beim Teenie, und du bist trotzdem als sichere Ansprechperson da.

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