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Säule-3a-Tipps vom Experten: Welche Lösung für wen Sinn macht

Sparkonto oder Lebensversicherung - welche Säule-3a-Lösung lohnt sich für wen? Der unabhängige Finanzcoach Bruno Amgwerd bietet Orientierung im Vorsorge-Dschungel und erklärt, worauf Familien mit Kindern achten sollen. Klar ist auf jeden Fall: In eine Säule 3a zu investieren, zahlt sich im Alter aus.

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Sparen mit der Säule 3a lohnt sich auch für Eigenheimbesitzer: 3a-Konti lassen sich alle fünf Jahre für die Hypotheken-Amortisation einsetzen. Bild: GettyImages Plus, Alexander Vorotyntsev

Herr Amgwerd, mit Hilfe von Säule 3a Lebensversicherungen lässt sich die Altersvorsorge ergänzen. Welchen Vorteil sehen Sie bei Lebensversicherungslösungen?

Lebensversicherungslösungen zum Sparen eignen sich, wenn einem Sparer eine gewisse Spardisziplin fehlt, weil die Prämienrechnungen regelmässig ins Haus flattern und zu zahlen sind. Um einen Rückkaufsverlust zu verhindern, ist der Sparer fast gezwungen, die Beiträge pünktlich und immer zu leisten. Es handelt sich also um eine Art Zwangssparen. Umso wichtiger ist es, die Höhe der Prämien so zu wählen, dass sie in allen erdenkbaren Situationen gezahlt werden können. Das ist vor allem bei Familien, zum Beispiel bei Babypausen wichtig!

In welchen Situationen sind 3a-Lösungen besonders empfehlenswert?

Bei relativ hohem steuerbaren Einkommen! Das Säule 3a-Sparen drängt sich auch bei beruflicher Selbstständigkeit ohne Pensionskasse regelrecht auf. Denn die Guthaben der Säule 3a fallen wie bei der Pensionskasse auch im Konkursfall nicht in die Konkursmasse. Wird die Vorsorge fällig, geht höchstens der Anteil, der über den Notbedarf zu liegen kommt, an allfällige Gläubiger.

Nützlich soll das 3a-Sparen auch bei Hypotheken sein …

Ja, bei selbstbewohntem Eigenheim können Hypotheken in der Regel indirekt amortisiert, also nicht direkt getilgt, werden. Die angesparten 3a-Konti lassen sich alle fünf Jahre für Hypotheken-Amortisationen einsetzen. Mit dieser Strategie wird sogar die höchste Steuer-Rendite bei einem 3a-Konto erzielt! 

Zwei praktische Tipps für 3a-Sparer

Mehrere Konti anlegen!

1 Wer über mehrere Jahre 3a-Vermögen anspart, sollte sich zwei, vielleicht sogar drei verschiedene Konti oder Depots anlegen. Auf diese Weise werden die Leistungen später in verschiedenen Kalenderjahren fällig. So lässt sich die Höhe der späteren Besteuerung bei Fälligkeit reduzieren. Denn der Steuersatz ist progressiv und steigt, je höher die ausbezahlte Summe ist.

Sparen bei der Bank, Risiken abdecken bei der Versicherung!

2 Produkte von Versicherungsgesellschaften sind geeignet, um die Risiken von Erwerbsunfähigkeit und Todesfall abzudecken. Wer dagegen sparen will, sollte eine Banklösung wählen. Denn das Sparen bei einer Bank ist preiswerter und flexibler als bei einer Versicherung.

Wie entscheidend ist der Zeitpunkt der Beiträge?

Beim 3a-Sparen lohnt es sich, den jährlichen Beitrag möglichst früh im neuen Kalenderjahr zu leisten. Denn in der Regel ist die Verzinsung auf einem Säule 3a-Konto als auf einem freien Konto – so ergibt sich Zinsvorteil! Wer dagegen in Depots mit Wertpapieren investiert, sollte die Jahresbeiträge monatlich leisten. Auf diese Weise lässt sich vom Cost-Average Effekt, dem Durchschnittspreiseffekt, profitieren.

Welche Lösung verspricht eine besonders gute Rendite?

Renditen bei Depots mit Wertpapieren liegen bedeutend höher als bei reinen Kontolösungen. Dafür muss der Anleger Wertschwankungen akzeptieren und vor allem auch emotional mit ihnen zurechtkommen. Hier gilt: Je länger die Restlaufzeit ist, umso höher sollte die Aktienquote liegen, also der Anteil der Aktien im Depot. Sehr wichtig ist dabei, die Höhe der Kosten zu berücksichtigen. Daher sollten vorzugsweise ETFs, also börsengehandelte Investmentfonds, anstelle von aktiv gemanagten Anlagefonds eingesetzt werden. Eine aktuell sehr attraktive, flexible und kostengünstige Lösung bietet VIAC  (www.viac.ch).

Es ist nicht immer leicht, die Angebote zu vergleichen …

Sinnvoll ist es deshalb, Hilfe von wirklich unabhängigen, neutralen Beratern in Anspruch zu nehmen. Denn die verschiedenen Angebote unterscheiden sich zum Teil ziemlich stark. Das wiederum hat beträchtlichen Einfluss auf die Höhe der Auszahlung. Der unabhängige Berater kann auch abklären, ob die Nachlassplanung mit einem 3a-Vermögen bei einem (unerwarteten) Todesfall wunschgemäss möglich ist, respektive nicht zu stark einschränken würde. Denn die Begünstigung im Güter- und Erbrecht ist nicht gleich der Begünstigung der Säule 3a.

Der Finanzcoach Bruno Amgwerd

Bruno Amgwerd, Finanzcoach.

Der zertifizierte Finanzcoach Bruno Amgwerd bietet mit seiner Firma: Amgwerd-Finanzcoaching GmbH in Stäfa (Kanton Zürich) Finanzplanungen, Finanzcoaching und Ruhestandsplanungen an. Besonders wichtig ist ihm dabei, individuell sinnvolle Lösungen zu finden und Kunden Wissen und Entscheidungsstärke zu vermitteln. Die Hälfte des Honorars, das er aus Finanzcoachings erhält, lässt er dem Hilfswerk Women’s Hope International zukommen.