Leben > Gesellschaft & WerteDie Helden der Kindheit: Ein Hoch auf alle Grosis und Grosspapis Jan Schlatter In den meisten Familien geniessen Oma und Opa einen hohen Stellenwert. Sie helfen, wo sie können, und verbringen die freie Zeit gerne mit ihren Enkelkindern. Diesen Einsatz würdigt der Schweizer Grosselterntag. Er findet jeweils am zweiten Sonntag im März statt, 2027 also am Sonntag, 14. März.[1] In der ganzen Schweiz gibt es an diesem Tag spezielle Angebote für Grosseltern und ihre Enkel. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Spiel und Spass gehören zum Besuch bei Oma und Opa. Bild: Johnny Cohen, unsplash In vielen Schweizer Familien sind das Grosi und der Grosspapi fester Bestandteil der Kinderbetreuung. Arbeiten die Eltern, hüten sie das Kind. Am Sonntag steht bei vielen ein Familienbesuch an. Enkelkinder sehen ihre Grosseltern gerne, häufig sogar mehrmals pro Woche. Das stärkt den Austausch zwischen den Generationen. Wie sehr sich diese Rolle in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat, zeigt unser Beitrag über die neuen Grosseltern. Grosselterntag: Veranstaltungen und Aktionen zum Danke sagen Das Engagement der Grosseltern wird innerhalb der Familie sehr geschätzt, von der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen. Deshalb hat das Grosseltern-Magazin den nationalen Grosselterntag ins Leben gerufen. Er soll auf die Bedeutung des Kontakts zwischen Enkelkindern und Grosseltern aufmerksam machen und diesen Kontakt dort anstossen, wo er eingeschlafen ist. Der Tag hat ein festes Datum, aber keinen festen Kalendertag: Er fällt jedes Jahr auf den zweiten Sonntag im März.[1] 2026 war das der 8. März, 2027 ist es der 14. März.[1] Damit verschiebt sich das Datum jedes Jahr um ein paar Tage. Wer den Tag plant, schaut deshalb besser einmal nach, statt sich auf eine Jahreszahl aus einem älteren Artikel zu verlassen. Rund um den Grosselterntag sammelt das Magazin Angebote von Museen, Ausflugszielen und Freizeitbetrieben: Führungen, Vorträge, Workshops oder vergünstigte Eintritte für Grosseltern in Begleitung ihrer Enkelkinder.[1] Welche Betriebe mitmachen, steht erst wenige Wochen vorher fest. Die aktuelle Liste findest du weiter unten verlinkt. Grosseltern als Alternative zur Krippe Eine gute Beziehung zu den Grosseltern ist sprichwörtlich unbezahlbar, und das ist mehr als eine Redensart. Das Bundesamt für Statistik schätzt die unbezahlte Betreuungsleistung der Schweizer Grosseltern auf 160 Millionen Stunden pro Jahr. Das entspricht einem fiktiven Geldwert von rund 8 Milliarden Franken.[2] Damit gehören Grosseltern genauso zu den Pfeilern der Kinderbetreuung wie Kitas und schulergänzende Angebote.[2] Auch die Zahl der betreuten Kinder ist hoch: 32 Prozent aller Kinder unter 13 Jahren werden mindestens einmal pro Woche von den Grosseltern gehütet.[3] Bei den unter Vierjährigen sind es sogar 40 Prozent.[2] Der Vorteil liegt auf der Hand. Oma und Opa kosten in der Regel nichts, haben keine Öffnungszeiten und bringen Erfahrung mit. Zudem sind viele Grosseltern heute länger gesund, mobil und unternehmungslustig als noch vor einer Generation. Ein Vollzeitersatz für die Krippe sind sie deswegen aber selten. Kinder, die familienergänzend betreut werden, verbringen im Schnitt 14,5 Stunden pro Woche ausserhalb des Elternhauses, und zwar über alle Betreuungsformen zusammengerechnet.[2] Welche Absprachen sich bewähren und wo Konflikte entstehen, liest du in unseren Tipps zur Kinderbetreuung durch Grosseltern. Lohn oder mehr Rente für betreuende Grossis? Generationensolidarität wird in der Schweiz grossgeschrieben. Im Generationen-Barometer 2023 des Berner Generationenhauses und des Forschungsinstituts sotomo fanden 81 Prozent der Befragten, Grosseltern sollten ihre Enkel betreuen.[4] Umgekehrt sprachen sich nur 51 Prozent dafür aus, dass erwachsene Enkel ihre Grosseltern betreuen.[4] Die Erwartung ist also einseitig verteilt. Gleichzeitig findet eine Mehrheit von 65 Prozent, diese Leistung sollte von der öffentlichen Hand abgegolten werden.[4] Am beliebtesten sind dabei Betreuungsgutschriften für die AHV, die 33 Prozent nennen. Steuererleichterungen (19 Prozent) und direkte Zahlungen (13 Prozent) folgen dahinter.[4] Heute gibt es beides nicht. Wer gesunde Enkelkinder hütet, erhält dafür weder Lohn noch einen Eintrag in der AHV. Betreuungsgutschriften der AHV setzen voraus, dass die betreute verwandte Person pflegebedürftig ist und eine Hilflosenentschädigung bezieht.[5] Diese Person muss zudem leicht erreichbar wohnen, also höchstens 30 Kilometer entfernt oder eine Stunde Reisezeit.[5] Das Enkelhüten fällt nicht darunter. Wie sich Betreuungsarbeit sonst auf die Altersvorsorge auswirkt, zeigt unser Artikel zu Vorsorgelücken bei Teilzeit und Care-Arbeit. Welcher Meinung bist du? Sollten Grosseltern für ihre Betreuungsarbeit entschädigt werden? Grosseltern als wichtige Vorbilder Die Betreuung durch die Grosseltern wirkt sich auch auf das Verhalten und die sozialen Eigenschaften der Kinder aus. Welche Rolle das Grosi und der Grosspapi im Leben der Enkel spielen, untersuchte das Nationale Forschungsprogramm «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52), dessen Ergebnisse 2007 und 2008 erschienen sind. Die Mehrheit der Kinder schätzte ihre Grosseltern als liebevoll und grosszügig ein. Enkel mögen an ihnen besonders, dass sie mit Rat und Tat zur Seite stehen, ihre Lebenserfahrung teilen und den Alltag nicht so verbissen sehen wie die Eltern. Wie Grossmütter selbst über diese Rolle denken, zeigt unser Interview «Moderne Grossmütter wollen nicht ständig zur Verfügung stehen». Doch nicht nur Enkel profitieren, auch die ältere Generation tut es. Eine australische Studie mit 186 Frauen nach der Menopause fand die besten Werte bei Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit bei jenen Grossmüttern, die ihre Enkel einen Tag pro Woche hüteten.[6] Bemerkenswert ist die andere Hälfte des Befunds: Wer an fünf oder mehr Tagen pro Woche betreute, schnitt bei diesen Tests schlechter ab als der Durchschnitt.[6] Gemessen wurde die geistige Leistungsfähigkeit, nicht das Demenzrisiko. Für Enkelhüten als Demenzschutz taugt die Studie also nicht. Sie spricht eher dafür, das Pensum in einem Rahmen zu halten, der Freude macht. Nebenbei bleiben Grosseltern mit ihren Enkeln auch bei Smartphones und neuen Technologien auf dem Laufenden. Angebote am Grosselterntag: So findest du sie Die Aktionen wechseln von Jahr zu Jahr, und die meisten gelten nur an diesem einen Sonntag. Eine feste Liste gibt es deshalb nicht. Das Grosseltern-Magazin veröffentlicht die Angebote des laufenden Jahres jeweils einige Wochen vor dem Termin.[1] Diese beiden Seiten führen zur jeweils aktuellen Übersicht: Grosselterntag: Worum's geht mit dem Datum des nächsten Grosselterntags und dem Link zu den Angeboten Alle Beiträge zum Grosselterntag mit den Angebotslisten der einzelnen Jahre Typisch sind Gratiseintritte in Zoos und Museen, kostenlose Führungen, Bergbahnen zum Nulltarif oder Familienpreise für Grosseltern mit Enkelkindern.[1] Prüfe die Angaben vor der Fahrt am besten direkt beim Ausflugsziel. Manche Betriebe machen nur in einzelnen Jahren mit. Quellen Grosseltern-Magazin: Grosselterntag: Worum's geht. Abgerufen am 21.08.2026. Bundesamt für Statistik: Familien- und schulergänzende Kinderbetreuung im Jahr 2018 (PDF). Neuchâtel 2020. Abgerufen am 21.08.2026. Bundesamt für Statistik: Familienergänzende Kinderbetreuung, Stand 2024. Abgerufen am 21.08.2026. Berner Generationenhaus und sotomo: Generationen-Barometer 2023 (PDF), Kapitel 6. Abgerufen am 21.08.2026. Informationsstelle AHV/IV: Merkblatt 1.03 Betreuungsgutschriften (PDF). Abgerufen am 21.08.2026. Burn KF, Henderson VW, Ames D, Dennerstein L, Szoeke C: Role of grandparenting in postmenopausal women's cognitive health. Menopause 2014;21(10):1069–1074. Abgerufen am 21.08.2026.