Anregungen für die Trauerarbeit

Vielleicht hilft Ihnen die Erkenntnis, dass Sie nicht die einzige Mutter sind, die ihr Kind verloren hat. Haben Sie enge Freundinnen oder andere Frauen, die Ihnen sehr nahestehen? Tasten Sie sich langsam in einem passenden Moment an das Thema heran. Vielleicht treffen Sie auf eine Leidensgenossin, die Ihnen Hilfe und Rat geben kann und mit der Sie sich austauschen können.

Möchten Sie diesen Schmerz lieber für sich selbst verarbeiten? Dann ist Schreiben eine Möglichkeit. In einem Tagebuch können Sie Wut, Schmerz, Trauer und Hilflosigkeit abladen. Oder schreiben Sie Briefe an Ihr Kind. Erzählen Sie, wie es Ihnen geht. Wie sehr Sie es lieben und wie gerne Sie es in der Familie begrüsst hätten. Diese Art der Kommunikation funktioniert auch in einem Zwiegespräch.

Im Freundes- und Bekanntenkreis werden Sie natürlich viel Zuspruch und Unterstützung erfahren. Aber bald ist für die meisten Aussenstehenden das Thema abgehakt. Nach dem Motto: Das ist nicht so schlimm, ihr könnt ja bald ein Neues bekommen. So kann der Austausch mit Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe oder in einem Internetforum eine Alternative sein. Diese Menschen sind ebenso involviert wie Sie selbst, so müssen Sie keine Angst haben auf ein Gegenüber zu treffen, welches dem Thema überdrüssig ist.

Vielen Paaren hilft auch ein persönliches Ritual, um von ihrem Kind Abschied zu nehmen:

  • Dem Kind einen Namen geben, so bekommt es in der Familie einen Stellenwert.
  • Gerade in der ersten Zeit kann es helfen, ein Symbol in Form einer Kette oder eines Armbandes zu tragen. So ist das Kind indirekt immer bei Ihnen.
  • Ein kleiner Altar zuhause. An dem Sie Abends eine Kerze anzünden, eine Blume aufstellen und die Erinnerungsstücke wie erste Schwangerschaftsfotos darum drapieren.
  • Auch wenn kein kleiner Körper begraben werden kann, besteht doch die Möglichkeit in einem Ort Ihrer Wahl, am Meer oder im Wald, ein persönliches Abschiedsritual zu zelebrieren.

Vergessen Sie trotz der Trauer die Geschwisterkinder nicht. Erklären Sie ihnen auf ehrliche Weise, aber doch behutsam, warum Sie so traurig sind.

Wenn sich die Trauer immer mehr zum Lebensmittelpunkt entwickelt und vermehrt depressive Zustände auftreten, sollten Sie fachliche Hilfe bei einem Psychologen in Anspruch nehmen.

Buch und Link-Tipps zum Thema Fehlgeburt und Kindstod

  • Heike Wolter: Meine Folgeschwangerschaft - Begleitbuch für Schwangere, ihre Partner und Fachpersonen nach Fehlgeburt, stiller Geburt oder Neugeborenentod.
  • Hannah Lothrop: Gute Hoffnung - jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der frühen Lebenszeit. Begleitung und neue Hoffnung für Eltern.
  • www.fpk.ch: Fachstelle Fehlgeburt und perinataler Kindstod. Beratung für betroffene Familien, Informationen und Schulungen für involvierte Fachpersonen. Info – Telefon 031 333 33 60.
  • www.engelskinder.ch: Homepage für Eltern, die ihr Kind durch eine Fehlgeburt und Totgeburt verloren haben.
  • www.sids.ch: Die Elternvereinigung SIDS Schweiz ist ein Zusammenschluss von Eltern, die ein Kind durch Plötzlichen Kindstod verloren haben.
  • info@verein-regenbogen.ch: Der Regenbogen ist eine Selbsthilfe-Vereinigung von Eltern, die um ein verstorbenes Kind trauern, egal welchen Alters und welcher Todesursache.

 

Text: Natascha Mahle

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