Diagnose erst nach der Obduktion

Die Eltern sind nach dem Entsetzen und dem Schock, das Baby tot und oft blau angelaufen gefunden zu haben, zuerst einmal mit dem Notarzt, dann aber bald auch mit Polizei und Gerichtsmedizin konfrontiert bis die Diagnose feststeht. Diese wird im Ausschlussverfahren gewonnen. Zuerst müssen alle denkbaren natürlichen und nicht-natürlichen Todesursachen ausgeschlossen und auch alle Todesumstände und die klinische Vorgeschichte müssen abgeklärt werden, bevor man vom SIDS sprechen kann. Häufig werden die Eltern bewusst oder unbewusst verantwortlich gemacht, bis die Diagnose feststeht.

Das kann für die überforderten und leidenden Eltern sehr unangenehm sein. Viel menschliche Kompetenz wird den Fach- und Amtspersonen abverlangt. Was diese nicht unbedingt leisten können. Der Fall eines Verhörrichters, der die Rechnung für Transport und Obduktion den Eltern zustellte und damit öffentliches Entsetzen auslöste, zeigt dies in aller Deutlichkeit.

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