Sachzwänge und Trauer

«Viele Eltern haben das Gefühl, nicht selber agieren zu können, weil viele Sachzwänge das Handeln bestimmen», schreibt die Fachstelle SIDS (siehe unten). Es ist dehalb sehr hilfreich, wenn eine begleitende Person, eine Drittperson oder der Seelsorger der Gemeinde zur Seite steht - eine Person, die nicht im gleichen Mass betroffen ist wie die Eltern. Sie kann sich darum kümmern, den Eltern genügend Freiraum zu verschaffen, damit diese selber handeln können.

Dies ist von unschätzbarem Wert für das Gelingen der Trauerarbeit. Denn wer seinen Abschied vom Kind nicht bewusst miterlebt und vollzogen hat, kann dies später nur schwer aufarbeiten.

«Vieles entschieden die Eltern nach Lektüre von Büchern und nach Gesprächen aus dem Bauch heraus, wie sie es machen wollten. Und später stellte sich heraus, dass es für ihre Verarbeitung das optimale Vorgehen war», schreiben die beiden Kleinkinderzieherinnen Barbara Hulliger und Michèle Python in ihrer Abschlussarbeit zum Thema Trauer im Kapitel über den plötzlichen Kindstod.

Wesentlich für das Gelingen der Trauerarbeit ist, dass den Eltern die Entscheidung, was mit ihrem toten Kind passieren soll, nicht abgenommen wird.

Trauer der Kinder

Wenn es Geschwister gibt, sollten diese in den Prozess des Abschiednehmens mit einbezogen werden. Oft sind die leidenden Eltern sehr mit sich selbst beschäftigt, so dass sie vergessen, ihre Trauer zu teilen. Die Bedürfnisse der Kinder, die auf ihre Weise verstehen wollen, was passiert, müssen auch wahrgenommen werden. Werden die verbliebenen Kinder von den Eltern emotional ausgegrenzt, können sich in ihnen unter Umständen selbst Schuldgefühle entwickeln.

Jeder Mensch verarbeitet die Trauer individuell und zieht sich innerlich in einen eigenen Bereich dafür zurück. Das kann eine zeitweilige Entfernung voneinander zur Folge haben. Rituale können hier helfen, da sie über gemeinsame Erinnerungen wieder Verbundenheit schaffen.

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