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Immer mit der Ruhe: Wie Sie die nächsten Wochen daheim überstehen

Wenn sich daheim alle wie eingeschlossen fühlen, kann es schneller zu Frust und Chaos kommen. Deshalb ist es gerade jetzt so wichtig, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen und den eigenen Alltag zu Hause zu meistern. Wir zeigen Ihnen hier, wie das mit Kind, Haushalt und Home Office funktioniert und stellen Übungen vor, die Ihnen dabei helfen, zur Ruhe zu kommen.

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Wir zeigen Ihnen, wie Sie es schaffen, die kommenden Wochen im Lockdown entspannt und harmonisch zu verbringen. Bild: KatarzynaBialasiewicz, Getty Images

Die Situation so akzeptieren, wie sie ist. Regen Sie sich nicht über die eingeschränkte Freiheit auf. Selbstverständlich ist es wichtig, die aktuelle Entwicklung kritisch zu verfolgen und sich über die politischen Geschehnisse zu informieren. Ihr Geist und Körper wird jedoch besser mit der Situation zurechtkommen, wenn Sie versuchen, das Beste daraus zu machen, statt dagegen anzukämpfen. Wie das geht?

Erkennen Sie sich selbst wieder in dem Satz „Ich bräuchte eigentlich mal wieder Urlaub, um all die Dinge zu erledigen, die sonst immer hinten anfallen“? Die Zeit, die jetzt durch entfallenden Arbeitswege oder fehlenden Freizeitaktivitäten frei wird, können Sie zum Beispiel dafür nutzen. Damit das funktioniert, ist etwas Disziplin notwendig. Diese zahlt sich aber langfristig aus.

Den Tag strukturieren. Ob mit oder ohne Kinder: Das, was normalerweise den Tag strukturiert – Arbeit, Kinderbetreuung oder Schule – fällt nun weitgehend weg. Damit wir zu Hause nicht durchdrehen, ist es wichtig, sich eine neue Tageseinteilung zu machen, an der man sich festhalten kann. Überlegen Sie gemeinsam mit allen Haushaltsmitgliedern, wie eine solche Struktur aussehen könnte.

Stehen Sie zum Beispiel an den Arbeitstagen wie gewohnt auf, frühstücken Sie, legen Sie dann eine Arbeits- und Lerneinheit ein, auf die eine Pause folgt. Kümmern Sie sich gemeinsam ums Mittagessen, danach kommt eine weitere Arbeitseinheit. Wenn möglich, versuchen Sie, in dieser Zeit für jedes Haushaltsmitglied einen eigenen Arbeitsplatz zu schaffen, im Anschluss kann man wieder gemeinsam Dinge tun. Am Ende eines Tages besprechen Sie, wie der Tag gelaufen ist, freuen Sie sich über erledigte Dinge und motivieren Sie sich für bevorstehende.

Ein einfacher Tipp zum Thema produktives und konzentriertes Arbeiten für Gross und Klein: Stellen Sie einen Wecker auf 20 Minuten. In dieser Zeit wird eine Aufgabe ohne Ablenkung bearbeitet. Nach 20 Minuten kommt eine Pause von fünf Minuten. Etwas trinken, lüften, sich strecken. Dann geht es wieder 20 Minuten weiter. So lassen sich Arbeitseinheiten gut unterteilen.

Positive Gedanken fassen. Obwohl es sich manchmal so anfühlt, als wären wir von einer Gedankenlawine überrollt, kann unser Gehirn einzelne Gedanken nur hintereinander und nicht gleichzeitig verarbeiten. Das können wir uns zunutze machen und unsere Gedanken lenken. Wenn Sie von negativen Gedankenwellen überrollt werden, versuchen Sie, stattdessen an etwas Schönes zu denken.

Beispielsweise an den letzten Urlaub oder einen Ort, an dem Sie gern wären. Malen Sie sich die Situation im Detail aus. Wie sieht Ihre Umgebung aus? Welche Temperatur hat es? Wie fühlen Sie sich? Damit tricksen Sie Ihr Gehirn aus. Auch bei Kindern, die in eine negative Stimmung geraten, lässt sich dieses Prinzip anwenden.

Freiräume schaffen. Gerade wenn man über lange Zeit gemeinsam auf engem Raum lebt, ist es wichtig, dass alle ihren individuellen Freiraum haben. Das betrifft sowohl Eltern als auch Kinder. Wenn Sie in einer Partnerschaft leben, können Sie vielleicht tagsüber verschiedene Schichten einführen, sodass zum Beispiel wechselseitig Zeit zum Sport machen oder Zeitung lesen bleibt. Die Kinder können ruhig mal allein ein Buch ansehen und auf sich gestellt sein. Sollte es bei Geschwistern Streit geben, vielleicht jedes in einem anderen Raum schicken.

Am Abend Zeit für sich einplanen. Sind die Kinder im Bett, nehmen Sie sich die Abende für sich. Telefonieren Sie mit Bekannten, nutzen Sie die gerade vielfach gratis angebotenen Online-Fitnesskurse oder digitalen Kulturangebote, die von Opernhäusern, Theatern oder Clubs weltweit zur Verfügung gestellt werden.

Paarzeit gezielt einbauen. Die Dinge, die im Haushalt erledigt werden müssen, haben sie im besten Fall schon tagsüber erledigt. Neben der Zeit für sich selbst bleibt nun auch Zeit für die Beziehung.

Suchen Sie sich beispielsweise eine spannende Serie, die Sie gemeinsam verfolgen. Lesen Sie sich ein humorvolles Buch vor, das wirkt verbindend und beruhigend. Oder planen Sie den nächsten Urlaub. Und wann haben Sie sich eigentlich das letzte Mal gegenseitig massiert?

Den Tag ruhig beenden. Schauen Sie keine Nachrichten mehr und befassen Sie sich nicht mit unangenehmen Themen, bevor Sie ins Bett gehen. Versuchen Sie stattdessen, zur Ruhe zu kommen.

Atemübungen und Meditation

Schon fünf Minuten Meditation am Morgen oder Abend lassen uns positiver in den Tag starten oder ruhiger schlafen.

Am Morgen: Nehmen Sie eine bequeme Sitzhaltung ein. Am besten ist die Hüfte leicht erhöht, damit der Rücken grade bleibt. Dazu setzen Sie sich am besten auf eine gefaltete Decke, ein festes Kissen oder ein dickes Buch. Legen Sie die Handflächen auf den Oberschenkeln oder in Ihrem Schoß ab, schließen Sie die Augen und lenken Sie die Aufmerksamkeit auf Ihren Atem. Wie der Bauch sich beim Einatmen wölbt und beim Ausatmen wieder senkt. Fassen Sie sich ein Ziel für den Tag und fokussieren Sie sich darauf. Immer wenn Ihre Gedanken abschweifen, kehren Sie zu Ihrem Atem zurück.

Am Abend: Legen Sie sich ins Bett und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Versuchen Sie nicht, den Atem zu steuern. Sie werden merken, wie Sie nach einigen Minuten ruhiger werden und entspannt einschlafen können.