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In Quarantäne? Wie Sie die Zeit daheim mit Kindern überstehen

Über 200'000 Schweizer*innen befinden sich aktuell in Isolation oder Quarantäne. Gehören Sie auch dazu? Das Gefühl, tagelang daheim eingeschlossen zu sein, kann schnell zu Frust führen, vor allem, wenn man sich gesund fühlt. Dazu kommen Kinder, die etwas erleben wollen und Beschäftigung brauchen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Zeit mit Kindern, Haushalt und Home Office meistern und stellen Übungen vor, die Ihnen dabei helfen, zur Ruhe zu kommen.

Illustration Mutter mit drei Kindern in Wohnzimmer umgeben von Chaos

Gelassen durch die Quarantäne: Tagelang zu Hause mit Kindern isoliert zu sein, kann an die Substanz gehen. Bild: GettyImages Plus, SurfUpVector

Das Coronavirus hat die Schweiz weiterhin im Griff. Die Infektionszahlen sind in der Schweiz seit Tagen auf Rekordkurs, täglich fallen mehrere Zehntausend Tests positiv aus. Das bedeutet auch, dass ganz viele Schweizer*innen derzeit zu Hause sitzen - in Isolation oder Quarantäne. Sie und Ihre Kinder auch? Dann hoffen wir, dass wir Ihnen mit unserer Liste, die bevorstehenden Tage etwas erleichtern. 

So machen Sie das Beste aus der Zeit in Quarantäne

1 Die Situation so akzeptieren, wie sie ist. Regen Sie sich nicht über die eingeschränkte Freiheit auf. Selbstverständlich ist es wichtig, die aktuelle Entwicklung kritisch zu verfolgen und sich über die politischen Geschehnisse zu informieren. Ihr Geist und Körper wird jedoch besser mit der Situation zurechtkommen, wenn Sie versuchen, das Beste daraus zu machen, statt dagegen anzukämpfen. Wie das geht?

Erkennen Sie sich selbst wieder in dem Satz „Ich bräuchte eigentlich mal wieder Urlaub, um all die Dinge zu erledigen, die sonst immer hinten anfallen"? Die Zeit, die jetzt durch entfallenden Arbeitswege oder fehlenden Freizeitaktivitäten frei wird, können Sie zum Beispiel dafür nutzen. Damit das funktioniert, ist etwas Disziplin notwendig. Diese zahlt sich aber langfristig aus.

2 Den Tag strukturieren. Ob mit oder ohne Kinder: Das, was normalerweise den Tag strukturiert – Arbeit, Kinderbetreuung oder Schule – fällt nun weitgehend weg. Damit wir zu Hause nicht durchdrehen, ist es wichtig, sich eine neue Tageseinteilung zu machen, an der man sich festhalten kann. Überlegen Sie gemeinsam mit allen Haushaltsmitgliedern, wie eine solche Struktur aussehen könnte.

Stehen Sie zum Beispiel an den Arbeitstagen wie gewohnt auf, frühstücken Sie, legen Sie dann eine Arbeits- und Lerneinheit ein, auf die eine Pause folgt. Kümmern Sie sich gemeinsam ums Mittagessen, danach kommt eine weitere Arbeitseinheit. Wenn möglich, versuchen Sie, in dieser Zeit für jedes Haushaltsmitglied einen eigenen Arbeitsplatz zu schaffen, im Anschluss kann man wieder gemeinsam Dinge tun. Am Ende eines Tages besprechen Sie, wie der Tag gelaufen ist, freuen Sie sich über erledigte Dinge und motivieren Sie sich für bevorstehende.

Ein einfacher Tipp zum Thema produktives und konzentriertes Arbeiten für Gross und Klein: Stellen Sie einen Wecker auf 20 Minuten. In dieser Zeit wird eine Aufgabe ohne Ablenkung bearbeitet. Nach 20 Minuten kommt eine Pause von fünf Minuten. Etwas trinken, lüften, sich strecken. Dann geht es wieder 20 Minuten weiter. So lassen sich Arbeitseinheiten gut unterteilen. 

3 Die gemeinsame Zeit geniessen. Ja, das mag absurd klingen, wenn man ungewollt zuhause bleiben muss. Aber Sie gewinnen so auch etwas Zeit mit Ihren Kindern, die nicht im gewohnten Schema abläuft. Vielleicht lernen Sie ganz neue Seiten voneinander kennen und kommen sich (noch) näher. Vielleicht haben Sie so endlich mal wieder Zeit ausgiebig mit den Kindern zu spielen, gemeinsam Bücher anzuschauen oder zu basteln? Die Kinder werden es geniessen, Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und Nähe zu haben

Ideen für Aktivitäten daheim

Sie wissen langsam nicht mehr, was Sie mit den Kindern noch anstellen sollen? Vielleicht finden Sie hier eine tolle Bastelidee. Da Bewegung in den eigenen vier Wänden eher zu kurz kommt: Hier ein Vorschlag für einen coolen Bewegungsparcous. Oder Sie machen sogar ein Family-Workout! Auch Backen mit den Kindern macht Spass – und es haben am Ende erst noch alle was davon.

Vater spielt mit seinen beiden Töchtern Angeln im Wohnzimmer.

Machen Sie das Beste aus der gewonnen gemeinsamen Zeit – und werden Sie kreativ. Bild: GettyImages Plus, ozgurcankaya

4 Positive Gedanken fassen. Obwohl es sich manchmal so anfühlt, als wären wir von einer Gedankenlawine überrollt, kann unser Gehirn einzelne Gedanken nur hintereinander und nicht gleichzeitig verarbeiten. Das können wir uns zunutze machen und unsere Gedanken lenken. Wenn Sie von negativen Gedankenwellen überrollt werden, versuchen Sie, stattdessen an etwas Schönes zu denken.

Beispielsweise an den letzten Urlaub oder einen Ort, an dem Sie gern wären. Malen Sie sich die Situation im Detail aus. Wie sieht Ihre Umgebung aus? Welche Temperatur hat es? Wie fühlen Sie sich? Damit tricksen Sie Ihr Gehirn aus. Auch bei Kindern, die in eine negative Stimmung geraten, lässt sich dieses Prinzip anwenden.

5 Freiräume schaffen. Gerade wenn man über lange Zeit gemeinsam auf engem Raum lebt, ist es wichtig, dass alle ihren individuellen Freiraum haben. Das betrifft sowohl Eltern als auch Kinder. Wenn Sie in einer Partnerschaft leben, können Sie vielleicht tagsüber verschiedene Schichten einführen, sodass zum Beispiel wechselseitig Zeit zum Sport machen oder Zeitung lesen bleibt. Die Kinder können ruhig mal allein ein Buch ansehen und auf sich gestellt sein. Sollte es bei Geschwistern Streit geben, vielleicht jedes in einem anderen Raum schicken.

6 Am Abend Zeit für sich einplanen. Sind die Kinder im Bett, nehmen Sie sich die Abende für sich. Telefonieren Sie mit Bekannten, nutzen Sie die gerade vielfach gratis angebotenen Online-Fitnesskurse oder digitalen Kulturangebote, die von Opernhäusern, Theatern oder Clubs weltweit zur Verfügung gestellt werden.

7 Paarzeit gezielt einbauen. Die Dinge, die im Haushalt erledigt werden müssen, haben sie im besten Fall schon tagsüber erledigt. Neben der Zeit für sich selbst bleibt nun auch Zeit für die Beziehung.

Suchen Sie sich beispielsweise eine spannende Serie, die Sie gemeinsam verfolgen. Lesen Sie sich ein humorvolles Buch vor, das wirkt verbindend und beruhigend. Oder planen Sie den nächsten Urlaub. Und wann haben Sie sich eigentlich das letzte Mal gegenseitig massiert?

8 Den Tag ruhig beenden. Schauen Sie keine Nachrichten mehr und befassen Sie sich nicht mit unangenehmen Themen, bevor Sie ins Bett gehen. Versuchen Sie stattdessen, zur Ruhe zu kommen. Vielleicht mit ein paar Atemübungen...?

Atemübungen und Meditation

Schon fünf Minuten Meditation am Morgen oder Abend lassen uns positiver in den Tag starten oder ruhiger schlafen.

Am Morgen: Nehmen Sie eine bequeme Sitzhaltung ein. Am besten ist die Hüfte leicht erhöht, damit der Rücken grade bleibt. Dazu setzen Sie sich am besten auf eine gefaltete Decke, ein festes Kissen oder ein dickes Buch. Legen Sie die Handflächen auf den Oberschenkeln oder in Ihrem Schoß ab, schließen Sie die Augen und lenken Sie die Aufmerksamkeit auf Ihren Atem. Wie der Bauch sich beim Einatmen wölbt und beim Ausatmen wieder senkt. Fassen Sie sich ein Ziel für den Tag und fokussieren Sie sich darauf. Immer wenn Ihre Gedanken abschweifen, kehren Sie zu Ihrem Atem zurück.

Am Abend: Legen Sie sich ins Bett und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Versuchen Sie nicht, den Atem zu steuern. Sie werden merken, wie Sie nach einigen Minuten ruhiger werden und entspannt einschlafen können.