Das erste Kinderhospiz in der Schweiz

In der Schweiz soll es bald ein Kinderhospiz geben.

Sterbebegleitung in einem Kinderhospiz soll es bald auch in der Schweiz geben.

2014 soll das erste Kinderhospiz der Schweiz in Basel eröffnet werden. Annemarie Ramseier ist zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Kinderhospiz Schweiz, den Gründern und Initiatoren des geplanten Hospizes. Im Interview erklärt sie die Hintergründe.

1998 wurde das erste Kinderhospiz in Deutschland eröffnet. Die Schweiz eröffnet das erste Hospiz für Kinder 16 Jahre später. Warum hinkt die Schweiz so hinterher?

Annemarie Ramseier: Das Thema Sterben und Tod, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, ist nach wie vor ein Tabuthema. Eine grosse Aufklärungsarbeit ist nötig. Es braucht einige Zeit, bis sich Menschen freiwillig diesem schwierigen Thema annähern und damit befassen wollten. Unsere Initiative entstand, weil betroffene Familien und Fachkräfte erkannten, dass es eine Ergänzung, eine Alternative zum spitalexternen und spitalinternen Bereich braucht.

Was kann ein Hospiz leisten?

Ein Hospiz ist nicht nur für die letzte Phase, die des nahenden Todes gedacht, sondern auch immer wieder zur Entlastung für die Familien während der zum Teil jahrelangen Erkrankungen der Kinder. Die pflegenden und betreuenden Angehörigen können so neue Kräfte schöpfen, wenn diese am Limit sind und eine Auszeit benötigen. Das Angebot im Hospiz richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder und ihrer Familien. Ein interdisziplinäres Team kümmert sich um das psychische, physische oder spirituelle Wohl der Betroffenen. Wir von der Hospizarbeit verstehen uns nicht als Konkurrenz zu den Spitexdiensten, sondern als Ergänzung zum bestehenden Angebot.

Wie wird der Aufenthalt im Hospiz finanziert?

Durch Beiträge aus Sozial- und Krankenversicherungen, allenfalls über Sozialhilfe und durch Spenden. Ohne diese geht es nicht.

Das erste Kinderhospiz der Schweiz

Im geplanten Kinderhospiz, das 2014 in Basel eröffnet werden soll, ist Platz für acht Kinder und deren Familien. Sie werden von einem multidisziplinären Team aus Pflege, Medizin, Psychologie, Seelsorge betreut. Die Lage in Basel ist von den Initiatoren bewusst gewählt: «Weil dort ein Standort zur Diskussion steht, wo Synergien genutzt werden könnten und ein Kinderhospiz vom Universitätskinderspital beider Basel (UKBB) begrüsst wird», so Ramseier. Weitere Einrichtungen dieser Art sind nicht in Planung.

Weitere Informationen zum geplanten Kinderhospiz in Basel gibt es unter www.kinderhospiz-schweiz.ch

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