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Wie sich die Familie gut durch eine Isolation bringen lässt

Ist die Familie aufgrund einer Isolation auf einmal für längere Zeit ständig zusammen, ist das für alle meist ungewohnt. In einer solchen Situation kann nicht nur Langeweile, sondern auch Spannung aufkommen. Was Sie tun können, damit die gemeinsame Zeit zuhause harmonisch verläuft.

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Gemeinsam Kochen und essen: Gerade in der Isolation eine gute Gelegenheit, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Bild: Isaac Owens / Unsplash.com

Die Pandemie führte dazu, dass viele Familien mit einem Mal dauerhaft zusammen waren. Unternehmungen fielen aus, Ablenkung durch das Treffen von Freunden oder auch den Sport gab es ebenfalls nicht. Nun gibt es natürlich mehrere Gründe, weshalb Familien für eine gewisse Zeit isoliert sein können. Je nach Wohnort in der Schweiz kann ein deftiger Winter auch mal dazu führen, dass sprichwörtlich nichts mehr geht. Aber was können Familien machen, damit ihnen weder die Decke auf den Kopf fällt noch sich Frust aufbaut?

Gemeinsames Essen hat wieder grössere Bedeutung

Im Alltag zeichnet sich in vielen Familien ein typisches Bild ab. Die Kinder kommen zu ihrer Zeit nach Hause, je nach Altersunterschied liegen durchaus Stunden zwischen dem Nachhausekommen. Die Eltern arbeiten wahlweise beide oder einer. Gemeinsame Mahlzeiten sind somit recht selten, zumal selbst das Frühstück je nach Arbeitsstätte und Schule nicht gemeinsam eingenommen werden kann.

Während Corona hat sich das in vielen Familien geändert. Und das ist aus folgenden Gründen gut:

Isolationsgefühl: Am Tisch verfliegt das Isolationsgefühl. Natürlich fehlen weiterhin die Freunde und das übliche Leben, doch finden viele in der Familie Trost.

Gespräche: Während des gemeinsamen Essens kann wunderbar miteinander geredet werden. Wer etwas auf dem Herzen hat, der spricht es nun aus. Eltern können auch im lockeren Rahmen prüfen, ob die Kinder die Schulaufgaben alle gemacht haben.

Unterhaltung: Bezieht sich das gemeinsame Essen nicht allein auf das Einnehmen der Mahlzeit, sondern schliesst die Zubereitung im Kreis der Familie mit ein, so ist gleich für Unterhaltung gesorgt. Gemeinsames Kochen macht Spass, die Kleinsten können mithelfen und fühlen sich ein Stückchen erwachsen.

Spiele: Mit Essen spielt man nicht. Und doch gibt es rund um den Mahlzeitentisch für Kinder spannende und sinnvolle Spielideen. Kinder können ihr eigenes Gemüse ziehen oder Kräuter anbauen. Schon die Kleinsten fasziniert es oft, wenn ihr Apfelkern langsam keimt und Wurzeln bildet.

Während der Pandemie kochten insgesamt viele Haushalte häufiger selbst und entdeckten den Spass in der Küche wieder für sich. Die Zubereitung frischer und regionaler Lebensmittel gewann ebenfalls an Bedeutung. Somit hat sich auch unser Essverhalten geändert, was sich am Ende positiv auf unsere Gesundheit auswirken kann.

Gemeinsame Zeit verbringen

Es liesse sich nun sagen, dass während der Isolation notgedrungen Zeit miteinander verbracht wird. Leider verhält es sich oft so, wie auch im Alltag. Zwar lebt die ganze Familie in einem Haus oder in einer Wohnung, doch wirkliche Gemeinsamkeit ist kaum vorhanden. Das ist traurig, denn wenn einzelne Familienmitglieder schon von ihrem eigentlichen Alltag isoliert sind, fühlt sich die Isolation daheim noch drastischer an, wenn sich jeder mit sich möglichst weit vom anderen entfernt beschäftigt. Das muss nicht so sein, denn mit einigen Ideen können sogar rebellische Teenies begeistert werden.


Gemeinsame Spielenachmittage machen das Familienleben schöner. Bild: Kathy Marsh / Unsplash.com

Spieleabende: Klassische Brett- und Würfelspiele liegen absolut im Trend und das schon lange vor der Coronazeit. Sollten die Teenies also behaupten, dass heute niemand mehr Spiele spielt, lässt sich das schnell widerlegen. Meist ist das jedoch gar nicht notwendig, denn spätestens nach einigen wenigen Runden findet jeder Gefallen an den Spielen.

Gaming: Die Moderne darf in der Isolation nicht fehlen. Spieleabende können sich gerne mit Videospielen abwechseln. Natürlich sollten möglichst Games gewählt werden, bei denen etliche Mitspieler gemeinsam zocken können.

Bewegungsspiele: Sie sind für die Isolation perfekt. Twister ist vermutlich der absolute Klassiker, der schon so manch einem Spieler Hände und Füsse verdreht hat.

Spontanspiele: Diese Spiele sind oft für Kleinkinder gedacht, doch steckt nicht in jedem Erwachsenen ein Kind? Beim «Krabbelmonster» fassen sich alle gegenseitig an den Fussknöcheln und krabbeln als Raupe durch die Wohnung. Niemand darf loslassen, auch Hindernisse müssen überkrabbelt werden. Bei dem Spiel «Doppelgänger» bilden sich Paare (möglichst einmal jung, einmal alt) und machen gegenseitig die Bewegungen des anderen nach. Auch Versteckspiele, Sockenfussball oder Luftballontennis gehören in diese Kategorie.

Natürlich bedeutet auch eine völlige Isolation nicht, dass sich niemand zurückziehen darf. Gerade für Jugendliche ist das wichtig, besonders, wenn sie die Betreuung der jüngeren Geschwister mit übernehmen müssen. Dennoch ist es gut, täglich eine Spiel-und-Familienzeit einzulegen.

Gespräche sind wichtig

Eine Isolation, ob nun aufgrund einer Pandemie, von Schneechaos, Unwetter oder aus anderen Gründen, ist stets ein bedrückendes Erlebnis. Anfangs mag die Freude über den entfallenden Arbeitsweg, die ausfallende Mathearbeit oder die Pause vor den nervigen Kollegen überwiegen. Mit der Zeit kommen aber Ängste hinzu. Jeder entwickelt andere und genau an dieser Stelle kommt oft ein Verhalten zutage, das jeder schon einmal in einer anderen Situation aufgezeigt hat. Auf die Aussage «Ich habe kalt» wird geantwortet: «Nein, es ist angenehm.» Das mag für einen selbst stimmen, doch lässt sich nicht abstreiten, dass dem anderen kalt ist, weil er es so empfindet. Dies sollte immer im Hinterkopf behalten werden, wenn familiäre Gespräche geführt werden. Und diese sind wichtig.

Aussprache: Gerade Jugendliche sprechen sich gerne mit ihren Freunden aus und klagen dort ihr Leid. In einer Isolation entfällt diese wichtige Anlaufstelle. Eltern können sie sicherlich nicht ersetzen, doch können sie da sein, wenn das Kind reden möchte.

Ängste mitteilen: Manchmal sehen Sorgen und Ängste gar nicht mehr so schlimm aus, wenn sie nur laut ausgesprochen werden. Doch gerade für Kinder und Jugendliche muss ein echter Austausch entstehen. Auch Erwachsene müssen über ihre Sorgen und Ängste reden, denn sonst versuchen Kinder, ihre Sorgen zu verbergen.

Klare Gespräche: In der Pandemie leiden viele Familien an finanziellen Einbussen. Oft geschieht der Fehler, dass die Erwachsenen dieses Thema unter sich klären, den Kindern jedoch eine andere Realität vorspielen. Das ist falsch. Ab einem bestimmten Alter wissen Kinder genau, dass etwas nicht stimmt und schauen sie Nachrichten oder lesen sie diese online, ahnen sie ohnehin etwas. Es ist besser, den Kindern gleich verständlich mitzuteilen, dass das Geld aktuell knapp ist. Jugendliche mögen die Pandemie ohnehin mit mehr Logik betrachten.

Fazit: Die starke Familie trotzt der Isolation

Wer innerhalb der Familie zusammensteht, gemeinsame Dinge im Haus unternimmt und offen miteinander redet, der übersteht jede Isolation. Natürlich wird es mal Streit, Tränen und Ärger geben, das ist völlig normal. Natürlich fühlt sich jeder hin und wieder völlig allein. Rückt das gemeinsame Essen oder ein Spieleabend jedoch näher, so wird dieser Bann gebrochen.