So lässt sich die Beziehung oft retten

Manchmal braucht es nicht viel, um eine Beziehung zu retten.

Bei Problemen nicht gleich aufzugeben ist wichtig, um eine Beziehung zu retten. Foto: © Wavebreakmedia Ltd | Dreamstime.com

Wenn die Partnerschaft in der Sackgasse steckt, herrscht oft lähmende Hilflosigkeit. So viele Gespräche haben nicht gefruchtet. Was lässt sich tun, wenn Probleme den Alltag vernebeln? Wenn die Wut auf den Partner sich immer wieder wie ein Gewitter entlädt?

Erwartungen überprüfen

Sinnvoll ist es zu überlegen: Was ist es genau, was einem am Partner fehlt? Wie realistisch ist es, dass er lernt, zu geben, was man sich sehnlich wünscht? Können Gespräche helfen?

Fehler akzeptieren

Mit einigen Macken des Partners muss man einfach leben. Schliesslich hat jeder seine Fehler. Und: Mancher Fehler kann – aus einem anderen Blickwinkel betrachtet – auch durchaus eine Stärke sein.

Freunde pflegen

Kein Partner kann alle Bedürfnisse abdecken. Das bedeutet aber nicht, dass eigeneTräume unerfüllt bleiben müssen. Wenn der Partner keinen Abenteuerurlaub liebt, können auch Freunde gute Reisepartner sein.

Auf Gemeinsamkeiten konzentrieren

Paare neigen dazu, im Laufe der Partnerschaft immer mehr Unterschiede zu entdecken. Dagegen sind sie in der Anfangsphase der Beziehung sehr auf die Gemeinsamkeiten konzentriert. Was hat uns einmal verbunden? Können wir unsere Gemeinsamkeiten wieder beleben? Das sind Fragen, die weiterhelfen, wenn die Beziehung nicht mehr rund läuft. Wichtig dabei: Keine Vorwürfe, keine Analysen – warum, wieso alles so geworden ist, wie es ist. Denn hier geht es nicht um die Schuldfrage, sondern um neue Perspektiven für die Zukunft.

Klare Botschaften

«Mir geht es schlecht», so spricht man oft, wenn man eigentlich meint: «Bitte verwöhne mich jetzt!» Solche Formulierungen kommen leider oft gar nicht beim Partner an – das Missverständnis und der Ärger sind absehbar. Besser ist es, klar zu kommunizieren, was man vom Partner erwartet.

Mehr über die Beziehung reden

«Viele Paare sprechen nur wenige Minuten am Tag miteinander, und dann meist über Organisatorisches. Das haben Studien ergeben», weiss Raimondo Lettieri. Er rät Paaren, mehr über ihre Beziehung zu reden, ohne sie zu zerreden. Was läuft gut, was nicht?

Hilfe holen

Wenn kein Gespräch hilft, die Beziehungsprobleme zu lösen, heisst es: Hilfe holen. Vieles spricht für eine professionelle Paarberatung. Die Neutralität und die Erfahrung, mit Streit und Vorwürfen umzugehen. Ein kompetenter Dritter kann aus der Distanz heraus eingefahrene Verstrickungen und falsche Verhaltensmuster erkennen und aufdecken. Oft reichen drei bis fünf Gespräche, um herauszufinden, ob man weiter an der Beziehung arbeiten möchte.

Sicher, in einer Beratung kann sich herausstellen, dass die Beziehung keine Chance mehr hat. Dennoch erweist sie sich in der Regel als nützlich: «Selbst wenn die Auseinandersetzung letztendlich zu der Erkenntnis führt, dass es besser ist, die Partnerschaft nicht weiterzuleben, lernt doch jeder viel über sich selbst», so Raimondo Lettieri. «Diese Erkenntnisse können in eine neue Beziehung einfliessen und ihr nutzen.»

Buchtipps

  • Liebe auf Dauer. Was Partnerschaft lebendig hält. Von Hans Jellouschek. Herder 2010.
  • Wie Sie herausfinden, wann Ihre Beziehung zu Ende ist und was Sie tun können, um sie zu retten. Von Chuck Spezzano. Via Nova 2008.

 

Text: Sigrid Schulze

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