Viele, aber nicht alle Wünsche werden erfüllt

Marisa Oertig, Bryan Albrecht und Chrisrian Wegmüller wohnen in der in der kinderfreundlichen Gemeinde Fehraltorf.

Jugendarbeiterin Marisa Oertig, Bryan Albrecht und Sozialvorstand Christian Wegmüller setzen sich für das Wohl der Kinder in ihrer Gemeinde Fehraltorf ein. Foto: Zimmerling

«Seitdem wir das Label haben, werden kinderfreundliche Projekte einfacher durchgebracht», sagt Christian Wegmüller, Sozialvorstand der Gemeinde. Die Schulpräsidentin und er hatten vor einigen Jahren die Bewerbung für die Auszeichnung angeregt. Denn Fehraltorf sei mit derzeit 6000 Einwohnern eine schnell wachsende Gemeinde, welche die Anliegen von Kindern und Jugendlichen in das Wachstum integrieren sollte, befand er damals. Deshalb wurden in einem Workshop hundert Kinder gefragt, was sie sich für die Zukunft der Gemeinde wünschten. Aus dem Ergebnis der Umfrage wurde ein Massnahmenplan mit 23 Punkten entwickelt. Darin steht beispielsweise, dass das Kinderkrippen- und Hortangebot  sowie Spielplätze ausgebaut werden.

Kinder kommen in Fehraltorf nicht zu kurz.

In Fehraltorf dürfen Kinder mitgestalten. Foto: sportspielplausch.ch

Überall wird für Kinder gebaut

Die ersten Spatenstiche für die erste Kita und den siebten Kindergarten fielen im Herbst dieses Jahres. Für den Ausbau des Primarschulhauses hat der Gemeinderat Baubewilligungen erteilt. Bisher fehlende Spielplätze für Kleinkinder sind bereits in Planung. Dafür gibt es extra eine Arbeitsgruppe Spielplatz, in der unter anderem die Eltern von Kleinkindern zu Wort kommen.

Auch Vereine tragen viel zum Wohlfühlcharakter in Fehraltorf bei. In den Ferien organisieren sie mit der Gemeinde ein Ferienprogramm für Kinder: Vom Streifzug mit den Jägern durch den Wald, über einen DJ-Kurs bis hin zum Sport- und Spielplausch ist für jeden ein passendes Angebot dabei.

Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung

Die Gemeinde gibt aber kein Wunschkonzert. Einige Vorschläge der Kinder werden in absehbarer Zeit nicht umgesetzt, weil sie zu viel kosten würden. «Viele wünschen sich ein Freibad oder ein Kino im Ort», erklärt Marisa Oertig, Jugendarbeiterin. Mädchen fänden zudem mehr Läden zum Shoppen gut, Buben wünschten sich Elektroläden oder einen McDonalds. Aber da diese Einrichtungen bequem mit dem Bus oder dem Zug in den umliegenden Orten zu erreichen seien und zudem Zürich nur eine halbe Stunde entfernt liege, sei das nicht nötig.

Sozialvorstand Christian Wegmüller erhofft sich von der Kinderfreundlichkeit seiner Gemeinde vor allem eins: «engagierte Bürger und weniger Kosten für eine mögliche Resozialisierung». Jugendarbeiterin Marisa Oertig möchte, dass die Gemeinde «am Zeitgeist» bleibt, damit die Bedürfnisse der Kinder rechtzeitig erkannt werden. Fehraltorf ist auf einem guten Weg dahin. Andere Gemeinden können sich hier noch einiges abschauen.

Weiterführende Informationen zu Fehraltorf und zum Label «Kinderfreundliche Gemeinde»

 

Autor: Angela Zimmerling im Dezember 2012

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