Unterstützung für Familien vom Staat

Dominique Spumont und Anna Sax sprachen sprachen über Gesundheit und Familie.

Professor Dominique Spumont und Gesundheitsökonomin Anna Sax sprachen am Forum Familienfragen in Bern über Gesundheit und Familie. Foto: Zimmerling

In der Schweiz mangelt es an Hausärzten

Ein weiterer Referent der Tagung, Peter Tschudi, Vorsteher am Institut für Hausarztmedizin in Basel, stellte einen anderen Mangel im Gesundheitssystem fest. «Viele Eltern werden mit ihren Problemen allein gelassen. Hier könnte der Hausarzt eingreifen und helfen», sagte er. Das Problem: Es gibt einen Mangel an Hausärzten in der Schweiz. Um den Bedarf zu decken, müssten doppelt so viele Hausärzte wie heute ausgebildet werden, schätzte der Hausarzt. Das würde die Gesundheitsprävention für Familien stärken.

Staat soll Familien stärker unterstützen

So plädierten denn auch an der Podiumsdiskussion die Experten dafür, dass der Staat die Familien stärker unterstützen sollte. Professor Dominique Spumont von der Universität Neuchâtel sagte: «Die Familie sollte die Rolle der Prävention übernehmen. Da sich der Staat aber immer mehr zurück zieht, fühlen sich die Familien allein gelassen. Wenn wir eine gesund Politik haben wollen, sollten wir Familien bei der Prävention unterstützen.» Ähnlich argumentierte die Gesundheitsökonomin Anna Sax: «Das Sparen im Gesundheitswesen ist nicht gesund.» Vor allem bei der Langzeitpflege sieht sie ein grosses Finanzierungsproblem.

Professorin Elisabeth Zemp Stutz vom Schweizerischen Tropen- und Public-Health Institut in Basel sieht Nachholbedarf bei der Unterstützung zur Familiengründung. «Heute ist der Beginn als Familie eine grössere Herausforderung als früher», erklärte sie. Sie würde sich zum Beispiel wünschen, dass das Stillen des Babys nicht durch den Wiedereinstieg der Mutter in den Beruf aufgegeben wird. Dafür sei Unterstützung notwendig.

Der Präsident der Eidgenössischen Koordinationskommission für Familienfragen Jürg Krummenacher wies zudem noch einmal auf die besondere Situation der Migrantenfamilien hin. Es sollte für die Finanzierung von interkulturellen Dolmetschern gesorgt werden.

Mehr zum Thema Gesundheit und Familie

  • Weitere Informationen zum Forum Familienfragen finden Sie unter www.ekff.admin.ch
  • Mehr Informationen zur Schweizerischen Gesundheitsbefragung gibt es unter www.bfs.admin.ch

 

Text: Angela Zimmerling, Juni 2011

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter