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Jugendbarometer: Mehrheit der jungen Erwachsenen findet Kinderlosigkeit legitim

57 Prozent der 16- bis 30-Jährigen in der Schweiz sehen Kinderlosigkeit als legitime Entscheidung. Das zeigt das Jugendbarometer von GfS Bern, das im Auftrag von Merck erstellt wurde. Für Eltern ist das ein Hinweis darauf, wie stark sich Werte und Erwartungen rund um Familie, Arbeit und Gesundheit verschieben.

2 junge Erwachsene an der Limmat
Der Kinderwunsch ist bei jungen Erwachsenen in der Schweiz nicht meht zwingend © Gemini / Google

Gesundheit und Stabilität statt Exzess

Die Befragung, durchgeführt von Oktober bis November 2025 mit über tausend jungen Menschen, zeichnet das Bild einer «entzauberten» Generation: Im Zentrum stehen Gesundheit, Stabilität und Sinn. Besonders hoch gewichtet werden psychische Gesundheit (85 Prozent) und körperliche Gesundheit (83 Prozent). Auch ein gesundes Leben (74 Prozent) und eine ausgewogene Work-Life-Balance (74 Prozent) zählen zu den Top-Prioritäten. Als wichtigstes einzelnes Lebensziel nennen Befragte am häufigsten körperliche (13 Prozent) oder psychische Gesundheit (12 Prozent).

Skepsis gegenüber der gesellschaftlichen Zukunft

Während viele junge Erwachsene mit Blick auf das eigene Leben optimistisch bleiben (45 Prozent «ziemlich», 43 Prozent «einigermassen»), fällt der Blick auf die Gesellschaft deutlich kritischer aus: Nur 16 Prozent erwarten eine positive Zukunft, rund 36 Prozent sind pessimistisch, viele weitere zumindest verunsichert. Globale Krisen, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten prägen laut Studie das Lebensgefühl.

Arbeit soll sinnvoll sein – und nicht krank machen

Beruflicher Erfolg steht nicht an erster Stelle: Nur 30 Prozent nennen ihn als wichtigstes Lebensziel. Entscheidend ist für viele, dass Arbeit als sinnvoll erlebt wird (82 Prozent) und die Gesundheit nicht beeinträchtigt. Genannt werden zudem gute Führung (89 Prozent), fairer Lohn (87 Prozent) und flexible Arbeitsmodelle (78 Prozent) als besonders wichtig.

Familienplanung wird zur bewussten Option

Ein deutlicher Wandel zeigt sich bei der Familienplanung: Nur 42 Prozent halten eine eigene Familie für besonders wichtig. Gleichzeitig sagen 57 Prozent, Kinderlosigkeit sei legitim. 71 Prozent befürworten eine gleichberechtigte Aufteilung der Erziehungsarbeit. Laut Studie vertreten junge Frauen häufiger progressive Rollenbilder und äussern öfter als Männer, nicht zwingend Kinder zu wollen.

KI im Alltag, wenig Einfluss von Influencer:innen

Die Studie widerspricht auch dem Bild einer unkritisch «im Netz torkelnden» Jugend: 80 Prozent nutzen künstliche Intelligenz im Alltag. 64 Prozent geben an, für relevante Informationen – etwa zur Gesundheit – Fachpersonen beizuziehen oder vertieft zu recherchieren. Influencer:innen spielen dabei für viele nur eine geringe Rolle.

Freizeit: Musik ja, Drogen eher nein

In der Freizeit dominiert Musik: 89 Prozent hören gerne Musik. 79 Prozent lehnen den Konsum illegaler Drogen und auch das Rauchen ab. Und: Viele sexuelle Erfahrungen gelten nur für knapp ein Drittel als erstrebenswert – laut Studie deutlich weniger als noch vor zehn Jahren.

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