Familienleben

Artikel gespeichert von: https://www.familienleben.ch/kind/schule-ausbildung/ausbildungsberufe-fuer-jungen-1899

Beliebte Ausbildungsberufe für Jungen

250 verschiedene Lehrberufe gibt es in der Schweiz. Nicht immer fällt es Schulabgängern leicht, den Beruf zu finden, der am besten zu ihnen passt. Im Folgenden finden Sie fünf beliebte und interessante Ausbildungsberufe für Jungen.

Zimmermann ist eine beliebte Ausbildung bei Jungen.

Die Lehre beim Zimmermann ist eine beliebte Ausbildung bei Jungen. Foto: Fuse, Thinkstock

Ausbildungsberuf Zimmermann

Handwerklich geschickt, teamfähig, kräftig und schwindelfrei? Schulabgänger, zu denen diese Eigenschaften passen, haben vielleicht Spass an der dreijährigen Ausbildung zum Zimmermann, einem traditionellen, handwerklichen Beruf.

Zimmermänner sind Holzfachmänner. Sie planen und konstruieren Holzbauwerke im Aussen- und Innenbereich. Klassisch ist der Bau von Dachkonstruktionen. Darüber hinaus stellen sie Wandbauteile, Balkone, Fachwerk und Treppen ebenso her wie Holzhäuser, Sporthallen und Brücken. Trockenbau, Wärmedämmung und Verschalungen gehören ebenfalls zu ihrem Arbeitsalltag.

Aufgaben

Ist der Entwurf einer Konstruktion fertig, fertigt ein Zimmermann in der Regel in der Werkstatt die Werkstoffe vor: Latten und Balken werden gesägt, gefräst, gehobelt und gebohrt. Auf der Baustelle montiert er mit Hammer, Beil und Schlegel die Bauteile, oft mit Hilfe eines Krans, zum Endprodukt. Ohne Teamarbeit geht es dabei nicht.

Voraussetzungen

Wer Zimmermann werden will, muss den Abschluss der Volksschule nachweisen können. Ausser handwerklichem Geschick, Teamfähigkeit und Schwindelfreiheit sind räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Verständnis gefordert.

Ausbildungsberuf Elektro-Installateur EFZ

Mehr als 2.000 Männer unterzeichneten 2009 einen Lehrvertrag zum Elektro-Installateur. Ihre Kernaufgabe besteht darin, elektrische Installationen für Strom, Telefon, Internet, Radio und Fernsehen zu erstellen, zu pflegen und gegebenenfalls zu reparieren. Das Arbeitsfeld ist vielseitig und anspruchsvoll, was sich in der langen, vierjährigen Ausbildungszeit widerspiegelt.

Aufgaben

Ein Elektro-Installateur verlegt Leitungen, montiert Schaltkästen, schliesst Elektro-Geräte und Anlagen an und nimmt sie in Betrieb. Dafür muss er zunächst Pläne erstellen und die Materialmengen berechnen, die benötigt werden. Oft bereitet er bereits in der Werkstatt Teile der Installationen vor. Dafür muss er feilen, Gewinde schneiden und löten können. Auch beim Einbau der Leitungen vor Ort benötigt er vielseitige handwerkliche Fähigkeiten.

Voraussetzungen

Wer die Volksschule, die mittlere oder oberste Schulstufe abgeschlossen hat, kann sich um eine Lehrstelle bewerben. Ausbilder legen Wert auf gute Leistungen in Geometrie, Mathematik und Physik.

Ausbildungsberuf Koch EFZ

Der Beruf des Kochs hat in den vergangenen Jahren an Ansehen gewonnen, vor allem seitdem Starköche in vielen Fernsehsendungen zeigen, was sie können. Zwar wird nicht aus jedem Auszubildenden ein Fernsehstar, doch ermöglicht der Beruf viele verschiedene interessante Werdegänge. Köche haben allerdings ausgerechnet dann ihre Kern-Arbeitszeiten, wenn andere Feierabend haben: am Abend und am Wochenende.

Aufgaben

Ein Koch muss die Qualität der Lebensmittel überprüfen und interessante Speisepläne vorbereiten. Am Herd wird gedämpft, geschmort, gratiniert, grilliert, sautiert und pochiert. In der Küche sind die Aufgaben der Köche klar verteilt: Der Koch am Entremetier-Posten verarbeitet Gemüse und kocht Suppen, Mehl-, Eier- und Käsespeisen. Ein Gardemanger verarbeitet Fleisch, Fisch, Geflügel und Wild. Der Saucier bereitet dagegen Fleisch-, Fisch- und Geflügelgerichte zu und stellt die dazu passenden Saucen her. Zur Arbeit gehört es auch, alle Geräte zu reinigen und die Küche aufzuräumen.

Voraussetzungen

Ein Volksschulabschluss gilt als Voraussetzung für eine Ausbildung zum Koch. Wer Koch werden will, sollte auch in hektischen Situationen klaren Kopf behalten können. In der Küche geht es oft turbulent zu.

Die Informatiker-Lehre ist bei Jungen beliebt.

Informatiker: eine typische Ausbildung für Jungen.

Ausbildungsberuf Informatiker

Vier Jahre dauert die Ausbildung zum Informatiker, der Informatiklösungen plant, testet, umsetzt und betreibt. Die Ausbildung umfasst, je nach Schwerpunkt, verschiedene Aufgabengebiete. Weiterbildungen zum Informatiker mit eidg. Fachausweis oder zum Diplom-Informatiker sind möglich.

Aufgaben

Ein Informatiker entwickelt und programmiert Hard- und Software. Darüber hinaus betreut und berät er Kunden.
Software-Fachleute entwickeln und pflegen Programme, zum Beispiel für Navigationssysteme und Home-Computer oder für Geschäftsprozesse, die zum Beispiel in der Lohnbuchhaltung oder im Zahlungsverkehr eines Unternehmens gebraucht werden. Systemtechniker dagegen bauen und warten Informatiksysteme. Das heisst: Sie erarbeiten Informatikkonzepte, installieren Computer, Server und Netzwerke, erweitern Gerätekonfigurationen und Software-Installationen.
Informatiker, die den Schwerpunkt Support gewählt haben, betreiben, warten und reparieren Informatikanlagen. Im Mittelpunkt ihres Aufgabengebietes steht oft die Einweisung der Mitarbeiter, die im Unternehmen mit Computern arbeiten.

Voraussetzung

Ein Abschluss der Volksschule, der mittleren oder obersten Schulstufe sind notwendig, um eine Ausbildung zum Informatiker absolvieren zu können. Wer gute Noten in Naturwissenschaften, Mathematik und Englisch nachweisen kann, hat bessere Chancen, eine Lehrstelle zu finden.

Ausbildungsberuf Pharma-Assistent EFZ

Pharma-Assistenten beraten in Apotheken Kunden und verkaufen Medikamente, Heilmittel, Säuglingsnahrung, Kosmetika und Pflegeprodukte. Sie benötigen ein reichhaltiges Wissen: über Krankheiten und ihre Symptome, über die Wirkungsweise von Medikamenten und Wirkstoffen, über ihre Dosierung und Verträglichkeit.

Aufgaben

Viele Tätigkeiten eines Pharma-Assistenten bekommen Kunden in der Apotheke gar nicht mit. So erledigt ein Pharma-Assistent neben Beratung und Verkauf die Buchhaltung, schreibt Rechnungen und korrespondiert mit Krankenversicherungen. Darüber hinaus muss er das Lager regelmässig prüfen und leere Bestände auffüllen. Eingehende Medikamente müssen geprüft und einsortiert werden.

Der Beruf «Pharma-Assistent/in» ist eine Frauen-Domäne: Während 2009 fast 880 Frauen sich zur dreijährigen Pharma-Assistentin ausbilden lassen wollten, waren es nur 17 Männer, die einen entsprechenden Lehrvertrag unterschrieben. Dennoch ist der Beruf sehr gut für Männer geeignet, da die Einsatzmöglichkeiten gross sind. Auch der Pharma-Grosshandel und die Krankenkassen beschäftigen Pharma-Assistenten.

Voraussetzungen

Der Volksschulabschluss, oberste Schulstufe oder mittlere Schulstufe plus 10. Schuljahr – das reicht formell, um sich um eine Ausbildungsstelle als Pharma-Assistent bewerben zu können. Die Berufsberatung aber empfiehlt, das 10. Schuljahr zu beenden oder einen Handelskurs zu besuchen. Arbeitgeber verlangen darüber hinaus gute Umgangsformen und ein gepflegtes Aussehen. Organisationstalente mit Ordnungssinn und gutem Geruchssinn haben hier gute Chancen.

 

Weiterführende Links zu Ausbildungsberufen

  • Informationen rund um die Berufswahl finden sich auf den Seiten der Berufsberatung, einer Dienstleistung des Schweizerischen Dienstleistungszentrums Berufsbildung, Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung SDBB, unter: www.berufsberatung.ch
  • «Lehrlingslöhne und andere Vertrags¬bestimmungen», so heisst eine Internetseite des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, die Lohnrichtwerte von mehr als 120 Berufen enthält: www.lehre-karriere.ch

 

Text: Sigrid Schulze