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Von der Eizelle zum Kind: Die Entwicklung des Fötus gleicht einem Wunder

Unzählige komplexe Vorgänge greifen ineinander, damit während der 40-wöchigen Schwangerschaft aus der kleinen befruchteten Eizelle ein Baby wird. Wir zeigen Ihnen, was in Ihrem Bauch vor sich geht. Staunen Sie mit!

Entwicklung des Fötus: Eine werdende Mutter hält ein Ultraschallbild in die Kamera.

Die Entstehung eines neuen menschlichen Lebens ist faszinierend. Erfahren Sie, was in dieser Zeit in Ihrem Bauch vor sich geht. Bild: PeopleImages E+, Getty Images

Von der Befruchtung der Eizelle zum Embryo und über den Fötus bis zur Geburt des Babys: Die Schwangerschaft ist eine spannende und herausfordernde Zeit. In rund neun Monaten entwickelt sich im menschlichen Körper ein neues Leben. Mittlerweile kann ziemlich genau gesagt werden, welche Entwicklungsschritte das Kind in der jeweiligen Schwangerschaftswoche (SSW) durchläuft. Wir verschaffen werdenden Müttern einen Überblick, was in ihrem Bauch so vor sich geht.

Entwicklung des Embryos im 1. Schwangerschaftsdrittel

Das erste Schwangerschaftsdrittel von der Befruchtung bis zur 12. Schwangerschaftswoche gleicht einem Wunder: Aus einem Zellhaufen in der Gebärmutter entwickelt sich ein Embryo. Schon bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels sind alle Organe des Babys angelegt. Und dennoch ist das Wesen mit nur etwa 60 Millimetern winzig klein. Übrigens: Bis zur achten SSW nennt man das Kind noch Embryo. Ab der neuten Woche bis zur Geburt entwickelt sich aus dem Embryo dann der Fötus. 

Alles beginnt mit einer befruchteten Eizelle, die sich teilt. Ein Zellhaufen entsteht, der nur unter dem Mikroskop sichtbar ist. Das Zellpaket wandert durch den Eileiter bis in die Gebärmutter, wo es sich einnistet und teilt. Aus einem Teil entwickelt sich der Mutterkuchen, auch Plazenta genannt, der den Embryo und später den Fötus während der Schwangerschaft ernährt. Aus dem anderen Teil entwickelt sich in der Gebärmutter das Baby.

Verschiedene Zelllagen bilden sich zum Embryo. Aus der äusseren Zelllage entwickeln sich das äussere Nervensystem, Gehirn, Haut und Haare. Die innere Zelllage wird zur Schilddrüse, Leber, Bauchspeicheldrüse, Harnblase und zum Verdauungstrakt. Die mittlere Zelllage ist Grundlage für Knochen, Muskeln, Blutgefässe und Nieren.

Im ersten Trimester entstehen bereits alle Organe, auch die Ohren und Augen, sogar die Augenlider des Babys. Bereits in der fünften SSW beginnt das Herz des Embryos zu schlagen – der Herzschlag ist bereits ab der 8. Woche auf dem Ultraschall zu verfolgen. In der 12. Schwangerschaftswoche schlägt das Herz des Babys 120 bis 160 Mal pro Minute.

Am Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels können Mütter aufatmen: Weil jetzt alle inneren und äusseren Organe angelegt sind und in den nächsten Monaten nur noch wachsen müssen, sinkt das Risiko für eine Fehlgeburt erheblich. Darüber hinaus klingt zu diesem Zeitpunkt meist die Übelkeit ab, die viele Schwangere bis jetzt begleitete.

Entwicklung des Fötus im 2. Schwangerschaftsdrittel

Für viele Mütter ist das 2. Schwangerschaftsdrittel ab der 13. Schwangerschaftswoche (SSW) der schönste Teil der Schwangerschaft: Übelkeit und Mattigkeit sind verflogen. Gleichzeitig ist die Schwangerschaft noch nicht so weit fortgeschritten, dass der dicke Bauch zu sehr stört. 

Die Entwicklung der Organe des Fötus geht im 2. Schwangerschaftsdrittel weiter: Sie wachsen, entwickeln sich und bilden sich aus. Die Leber sondert Gallenflüssigkeit ab, in der Bauchspeicheldrüse wird Insulin gebildet und die Nieren produzieren Urin, der in das Fruchtwasser ausgeschieden wird. Der Kopf wächst nun langsamer als der restliche Körper, sodass seine Proportion allmählich besser zum Rest des Körpers passt. 

Mädchen oder Junge? Die äusseren Geschlechtsorgane lassen sich ab der 14. Schwangerschaftswoche unterscheiden. Darüber hinaus werden die Knochen stabiler. Das relativ weiche Knorpelgewebe verkalkt. Weil auch die knorpeligen Gehörknöchelchen verknöchern, beginnt der Fötus zu hören. In der 19. SSW hört er bereits so gut, dass das Gehirn auf Geräusche von aussen reagiert. Was das Baby in seiner Entwicklung sonst tut: Schlafen, Fruchtwasser trinken, sich drehen und versuchen, an seinen kleinen Fingern zu nuckeln.

Ab der 23. Schwangerschaftswoche heisst es vor allem: Wachstum! Der Fötus lagert vermehrt Fett ein. Die Fettschicht hilft, eigene Körperwärme zu speichern. In der 26. SSW ist der Fötus ca. 23 Zentimeter lang und wiegt 820 Kilogramm.

Entwicklung des Fötus im 3. Schwangerschaftsdrittel

Trotz der Gewichtszunahme: Zu Beginn des letzten dritten Trimesters ab der 28. SSW ist das Baby immer noch relativ mager. Deshalb wird weiterhin Fett eingelagert. Noch in den letzten Wochen vor der Geburt legt es kräftig an Gewicht zu – bis zu 250 Gramm pro Woche.

Schon zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels lernt der Fötus, seine Augen zu öffnen und Hell und Dunkel zu unterscheiden. Alle Sinne sind nun entwickelt: Hören, schmecken, riechen, sehen, fühlen.

Bis zur 36. Schwangerschaftswoche hat das Baby einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt getan: Würde es jetzt geboren, könnte es wahrscheinlich bereits selbstständig atmen. Das Atmen wird bereits im Mutterleib fleissig geübt: Das Baby atmet Fruchtwasser ein und aus. Die Folge dieser Atemübung ist oft der bekannte Schluckauf, der Schwangere am Abend nicht einschlafen lässt.

Als besonderer Schritt in der Entwicklung gilt der Aufbau des eigenen Immunsystems. Das bedeutet: Das Baby erhält über die Plazenta Antikörper der Mutter. Die können das Baby in den ersten Monaten nach der Geburt vor Infekten schützen.

Weiterführende Links zur Entwicklung des Fötus

  • Hier finden Sie alle 40 Schwangerschaftswochen im Überblick. Zu jeder SSW finden Sie umfassende Informationen zur Entwicklung Ihres Babys, erfahren, was sich bei Ihnen gerade verändert und erhalten wertvolle Tipps rund ums Thema Schwangerschaft, Geburt und Kind.
  • Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung können Schwangere einen kostenlosen Schwangerschafts-Newsletter per E-Mail bestellen.