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So viel können und dürfen Sie jedes Jahr in Ihre Säule 3a einzahlen

Kapital für das Alter aufbauen – das macht die Säule 3a möglich. Aber nicht jeder darf gleich viel einzahlen: Je nach Berufssituation variieren die Summen stark. Finanzcoach Bruno Amgwerd erklärt, woran sich die Beiträge orientieren.

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Vorausschauen und planen: Je nach Lebenssituation können andere Beiträge in die Säule 3a einbezahlt werden. Bild: Getty Images Plus

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die dritte Säule macht für Personen Sinn mit Steuer- und Wohndomizil in der Schweiz.
  • Angestellte können pro Jahr maximal 6.826 Franken einzahlen. In diesem Fall spricht man von der "kleinen 3a".
  • Personen ohne Pensionskassenanschluss können im Jahr maximal 20 Prozent von ihrem AHV-Lohn oder 34'128 Franken einzahlen. Hier spricht man dann von der "grossen 3a". 
  • Einzahlungen sind für Frauen bis 69, für Männer bis 70 Jahre möglich. Voraussetzung ist aber auch hier ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen oder ein Einkommen durch selbstständige Tätigkeit. 

Herr Amgwerd, die Säule 3a bietet sich an, um die staatliche und berufliche Altersvorsorge zu ergänzen. Wer kann sie nutzen

Grundsätzlich steht die Säule 3a jeder Person offen, die in der Schweiz ein AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) -pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt oder Taggelder der Arbeitslosenversicherung empfängt. Das heisst, auch wer im Ausland wohnt, aber in der Schweiz arbeitet, ist berechtigt, ein Guthaben der Säule 3a zu bilden. Auf Grund der Besteuerung macht es allerdings praktisch nur für Personen Sinn, deren Steuer- und Wohndomizil die Schweiz ist.

Wie viel Geld lässt sich in die Säule 3a einzahlen?

Wer angestellt ist und einer beruflichen Vorsorgestiftung der zweiten Säule (BVG / Pensionskasse) untersteht und angeschlossen ist, kann maximal im Jahr 6.826 Franken in die Säule 3a einzahlen. Voraussetzung für den zwingenden Anschluss an eine Pensionskasse ist allerdings ein jährliches Einkommen von 21.330 Franken. So lässt sich konkret formulieren: Angestellte mit einem AHV-Lohn ab 21.330 Franken können jährlich maximal 6.826 Franken in ein Gefäss der Säule 3a einzahlen. Sie wird dann ‚die kleine 3a‘ genannt.

Was ist mit denen, die an keine Pensionskasse angeschlossen sind – also Selbständige oder Teilzeit-Angestellte mit geringem Einkommen?

Unselbständige und beruflich Selbstständige ohne Pensionskassenanschluss können jährlich maximal 20 Prozent von ihrem AHV-Lohn einzahlen. Die Beitragshöhe ist jedoch nicht bei 6.826 Franken limitiert, sondern bei jährlich 34.128 Franken. Hier spricht man von ‚der grossen 3a‘. Beruflich Selbstständige mit einem AHV-Einkommen von mehr als 170.000 Franken schliessen sich übrigens in der Regel freiwillig einer Pensionskasse an.

Beitragsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Berufssituationen:

  • Angestellte und Teilzeitangestellte mit einem Pensionskassen-Anschluss und Empfänger von Arbeitslosenleistungen … können aktuell maximal 6.826 Franken im Jahr überweisen.
  • Angestellte und/oder Teilzeitangestellte ohne Pensionskassen-Anschluss haben die Möglichkeit, 20 Prozent von ihrem AHV-pflichtigen Einkommen, bis maximal 34.128 Franken, zu überweisen (theoretisch möglich bei mehreren Arbeitgebern).
  • Hausfrauen und -männer, Frauen in einer Babypause, Arbeitstätige in einem Sabbatical können maximal 6.826 Franken pro Jahr in ein 3a Gefäss einzahlen und somit vom steuerbaren Einkommen abziehen, wenn sie einer aktiven Pensionskasse angeschlossen sind. Besteht dagegen kein Pensionskassen-Anschluss, können sie 20 Prozent vom zu meldenden AHV-Einkommen in die 3a-Vorsorge investieren.

Heisst das, für beruflich Selbstständige mit einem jährlichen Gewinn unter 170.000 Franken kann die Säule 3a als Ersatz für eine Pensionskasse eingesetzt werden?

Ja, genau. Und dabei ist es vor allem für Selbstständige sehr wichtig, sich sehr gut zu überlegen, wie hoch sie vertragsmässige Pflichtbeiträge eingehen.

Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen?

Gern! Eine junge selbständige Physiotherapeutin verpflichtet sich mittels einer 3a-Versicherungslösung, jährlich Prämien in einer Höhe von 16.000 Franken zu überweisen. Acht Jahre später wird sie Mutter und reduziert ihr Arbeitspensum markant. In der neuen Lebensphase schrumpft ihr Gewinn auf 50.000 Franken. Das heisst, sie darf und kann nun nur noch höchstens 10.000 Franken auf diese Police einzahlen. Das wiederum hat eine Policen-Anpassung zur Folge. Eine solche Policen-Anpassung kann – je nach Versicherungsgesellschaft und deren Flexibilität – allerdings einen nennenswerten Rückkaufs-Wertverlust nach sich ziehen.

Bis zu welchem Alter sind Beiträge in die Säule 3a möglich?

Frauen zahlen längstens bis zu einem Alter von 69 Jahren ein. Bei Männern liegt das Höchstalter bei 70 Jahren. Voraussetzung für Beitragszahlungen bleibt aber immer das AHV-pflichtige Erwerbseinkommen, also ein Angestellten-Lohn oder Gewinn durch selbstständige Tätigkeit.

Lesetipp: Wie Sie mit der Säule 3a richtig vorsorgen – und ob Sie wirklich Steuern sparen

Der Finanzcoach Bruno Amgwerd

Bruno Amgwerd, Finanzcoach.

Der zertifizierte Finanzcoach Bruno Amgwerd bietet mit seiner Firma: Amgwerd-Finanzcoaching GmbH in Stäfa (Kanton Zürich) Finanzplanungen, Finanzcoaching und Ruhestandsplanungen an. Besonders wichtig ist ihm dabei, individuell sinnvolle Lösungen zu finden und Kunden Wissen und Entscheidungsstärke zu vermitteln. Die Hälfte des Honorars, das er aus Finanzcoachings erhält, lässt er dem Hilfswerk Women’s Hope International zukommen.