Familienleben

Artikel gespeichert von: https://www.familienleben.ch/leben/finanzen/sackgeld-wie-viel-taschengeld-sich-fuer-welches-kindesalter-empfiehlt-familienleben-7142

Wie viel Taschengeld ist in welchem Alter sinnvoll?

Sackgeld ist einer der wichtigsten Faktoren, um Kindern den Umgang mit Geld zu lehren. Wie viel Taschengeld angebracht ist, hängt vor allem vom Alter und der finanziellen Lage der Familie ab.

Wie viel Taschengeld ist sinnvoll?

Wie viel Taschengeld ist sinnvoll? Bild: Photodjo Getty Images

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eltern dürfen frei bestimmen, ob sie dem Kind Taschengeld zahlen.

  • Die Höhe des Sackgeldes hängt vom Alter des Kindes ab.

  • Ist das Taschengeld aufgebraucht, sollten Eltern davon absehen, es aufzustocken.

  • Mit zusätzlicher Arbeit in Haushalt und Garten können sich Kinder einen Bonus dazuverdienen.

Sackgeld ist in der Schweiz weit verbreitet, ist aber kein Muss. Es obliegt den Eltern, ob sie ihren Kindern ein fixes Taschengeld auszahlen.

Mit Sackgeld lernen Kinder den Umgang mit Geld

Natürlich kommt es bei dieser Entscheidung auf die finanziellen Mittel der Familie an. Sind diese ausreichend, rät der Dachverband Budgetberatung Schweiz grundsätzlich zu Taschengeld. Denn nur, wenn ein Kind eigenes Geld besitzt, lernt es auch langfristig damit umzugehen. «Sackgeld – und später in einem noch viel höheren Ausmass Jugendlohn – helfen Kindern und Jugendlichen zu lernen, ihr Geld einzuteilen und zu budgetieren», sagt Agnes Würsch, Verantwortliche Prävention bei der Budget- und Schuldenberatungsstelle Plusminus.

Die Höhe des Sackgeldes hängt vom Alter ab

Die Höhe des Sackgeldes sollte dem Alter des Kindes entsprechen und ins Familienbudget passen. Bei der Einführung von Sackgeld ist es sinnvoll, mit kleinen Beiträgen zu starten. Für Kinder im Alter von 6 Jahren ist beispielsweise 1 Franken pro Woche ausreichend. Mehr als der absolute Betrag steht zu Beginn im Zentrum, dass die Kinder das Prinzip Sackgeld verstehen und ein Gefühl für das erste eigene Geld entwickeln.

Sind die Kinder älter, kommen weitere Bedürfnisse hinzu und die Summe wird wichtiger. Das Kind ist selbstständiger und möchte gewisse eigenen Entscheidungen fällen und finanzieren können. Im Alter zwischen 10 und 15 kann das monatliche Sackgeld zwischen 25 und 80 Franken betragen. Hat der Nachwuchs bereits ein eigenes Konto, wie zum Beispiel ein Jugendkonto, empfiehlt sich eine Überweisung auf das Konto der Jugendlichen. Dies bezweckt, dass der oder die Jugendliche im gleichen Zuge mit der Führung eines Bankkontos vertraut wird.

Wichtig ist, dass Eltern ihrem Nachwuchs aufzeigen, was die Höhe des Sackgeldes bestimmt. Das schafft Transparenz und gegenseitiges Verständnis, auch wenn der Betrag beispielsweises aufgrund eines kleineren Familienbudgets geringer ausfällt.

Wie viel Sackgeld ist angebracht?

Quelle: Dachverband Budgetberatung Schweiz

Sackgeld darf auch mal aufgebraucht sein 

Damit das Kind langfristig lernt, verantwortungsbewusst mit Geld umzugehen, sollten Eltern das Taschengeld regelmässig und unaufgefordert auszahlen. «Und das unabhängig vom Verhalten des Kindes», sagt Agnes Würsch. Die Auszahlung sollte also nicht Teil eines Belohnungs- oder Bestrafungssystems sein und beispielsweise wegen schlechten Schulnoten gekürzt werden.

Reicht das Sackgeld nicht aus, ist als Eltern von einem Füllen der finanziellen Lücke abzusehen. «Beim Sackgeld geht es darum zu lernen, mit dem zur Verfügung stehenden Geld auszukommen», sagt die Verantwortliche Prävention bei Plusminus. Auch wenn sich das Kind lautstark darüber beschwert, dass es seiner Meinung nach zu wenig Geld erhält, ist es deshalb zentral, am vereinbarten Betrag festzuhalten.

Kommt es jedoch wiederkehrend zu einem Engpass, können die Eltern das Gespräch suchen. Darin diskutieren alle gemeinsam und offen über mögliche Lösungen. Zum Beispiel eine Umverteilung der Ausgaben oder eine Aufstockung des Sackgelds.

Bonus zum Sackgeld selber verdienen

Wird dem Kind sein «Einkommen» zu gering, schaffen kleine Zusatzjobs Abhilfe und fördern zugleich das Bewusstsein zum Geldverdienen. So können Eltern ihre Kinder für Ämtli im Haushalt und Garten mit einem finanziellen Bonus belohnen. So bietet es sich an, dass sich Kinder etwa beim Rasen mähen, beim Auto putzen oder Keller aufräumen einen kleinen Betrag dazuverdienen können. Kleinigkeiten, wie zum Beispiel den Tisch decken, sollte das Kind aber weiterhin freiwillig übernehmen.

Tipps für den Umgang mit Sackgeld

  • Zeigen Sie Ihrem Kind auf, dass die Höhe des Sackgeldes von seinem Alter und dem Familienbudget abhängig ist.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wozu das Sackgeld dienen soll und wie es mit dem Betrag zurechtkommen kann.

  • Sie als Eltern legen fest, mit welchen Aufgaben und wie oft sich Ihr Kind einen Bonus dazuverdienen kann. Treffen Sie dazu klare Abmachungen.

Mehr Informationen

 Weitere Tipps rund um das Thema Sackgeld erfahren Sie beim Dachverband Budgetberatung Schweiz und bei Pro Juventute.