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Warum der Zuckertest während der Schwangerschaft so wichtig ist

Etwa fünf bis zehn Prozent aller Frauen entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes. Die Schweizerische Gynäkologengesellschaft empfiehlt darum allen Schwangeren einen Zuckertest. Dieser wird routinemässig zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt, auch wenn keine Risikofaktoren vorliegen. Beim Zuckertest trinkt die Schwangere eine Glukoselösung. Nach einer Stunde wird ihr Blutzuckerwert bestimmt. Ein erhöhter Wert weist auf einen Schwangerschaftsdiabetes hin und bedarf weiterer Abklärungen. So läuft der Test ab.

Zuckertest Schwangerschaft: Ärztin nimmt schwangerer Frau Blut ab

Beim Zuckertest wird der Blutzuckerspiegel nach der Einnahme von Glukose gemessen. Bild: Getty Images, Andrey Popov

Das Wichtigste zum Zuckertest in der Schwangerschaft

  • Schwangerschaftsdiabetes ist wahrscheinlich die häufigste Komplikation während der Schwangerschaft. Um sie zu erkennen kann in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ein Zuckertest gemacht werden. Mehr dazu.
  • Der Zuckertest gehört in der Schweiz nicht zu den Pflichtuntersuchungen, wird aber von der Schweizerischen Gynäkologengesellschaft (SGGG) empfohlen und routinemässig bei allen Schwangeren durchgeführt. Das sollten Sie wissen.
  • Zum Zuckertest muss die Schwangere nüchtern erscheinen. Zuerst wird ihr Nüchternblutzucker bestimmt. Danach trinkt die Schwangere eine Glukoselösung mit 75 Gramm Zucker. Nach einer Stunde wird ihr Blutzucker gemessen. Dieser soll­te nied­ri­ger als 10,0 mmol/l (180 mg/dl) sein. Ein höherer Wert weist auf Gestationsdiabetes hin und bedarf weiterer Abklärungen. So läuft der Test ab.
  • Am Tag vor dem Zuckertest dürfen Sie ab 22 Uhr nichts mehr trinken und essen. Ausserdem sollten Sie am Tagen zuvor keine intensive Sporteinheit absolvieren. Mehr zur Vorbereitung.

Während der Schwangerschaft stehen einige Untersuchungen an. Manche davon sind Pflicht, andere sind freiwillig. Der Zuckertest gehört zwar nicht zu den obligatorischen Untersuchungen, wird aber von Experten und Expertinnen dringend empfohlen und normalerweise bei jeder Schwangeren zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Zuckertest: Für alle Schwangeren empfohlen

Gestationsdiabetes (GDM) gehört zu den häufigsten Komplikationen während der Schwangerschaft. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft erkranken auch viele Nicht-Diabetikerinnen an Schwangerschaftsdiabetes. Man geht davon aus, dass fünf bis zehn Prozent der Schwangeren an der Kohlenhydratstoffwechselstörung erkranken. Es handelt sich dabei um die häufigste Komplikation, die während der Schwangerschaft auftritt. Da es sich um eine so häufige Komplikation handelt, wird Schwangeren geraten, den Zuckertest machen zu lassen. Er lässt frühzeitig erkennen, ob Gestationsdiabetes vorliegt. 

Mit Zuckertest unerkannten Schwangerschaftsdiabetes erkennen

Die Symptome des Schwangerschaftsdiabetes sind nicht auffällig und eine Erkrankung wird darum oft nicht erkannt. Daher wird in der Schweiz bei allen Schwangeren routinemässig der Blutzucker kontrolliert. Zudem wird ab der 24. Schwangerschaftswoche ein Zuckertest, ein oraler Glukosetoleranztest, empfohlen. Mithilfe des Zuckertests kann der Schwangerschaftsdiabetes erkannt und behandelt werden – zum Schutz von Mutter und Kind. Ein solcher oraler Glukosetoleranztest wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie bei allen Schwangeren empfohlen

Was genau ist ein Zuckertest?

Beim regulären Zuckertest handelt es sich um einen oralen Glukosetoleranztest. Mit dem Zuckertest kann ein unerkannter Schwangerschaftsdiabetes erkannt werden. Vor dem Test wird der Blutzucker bestimmt. Danach trinkt die Schwangere 75 g aufgelösten Zucker. Nach einer Stunde werden erneut die Blutzuckerwerte entnommen. Ein erhöhter Wert weist auf einen Schwangerschaftsdiabetes hin. Der Test ist harmlos, die Glukoselösung kann aber unangenehm schmecken, weil er so süss ist.

Wann wird der Zuckertest in der Schwangerschaft gemacht?

Der Zuckertest wird Frauen in der Mitte ihrer Schwangerschaft angeboten, etwa in der 24. – 28. Schwangerschaftswoche. Bei Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes (zum Beispiel wegen familiären Vorerkrankungen oder PCOS) kann der Test schon im ersten Trimester gemacht werden. Ausserdem wird der Zucker bei allen Vorsorgeuntersuchungen im Urin gemessen. Die Frauenärztin kann also schon hier Unregelmässigketen und Auffälliges feststellen.

So läuft der Zuckertest ab

Der reguläre Zuckertest in der Schweiz läuft folgendermassen ab: Die Schwangere erscheint am Testtag nüchtern bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt. Ihr wird als Erstes Blut abgenommen, um den Nüchternblutzucker zu messen. Dieser Wert lässt schon eine erste Prognose zu: Wenn der Blutzuckerwert sehr niedrig ist, besteht vermutlich keine Gefahr für Schwangerschaftsdiabetes. Die Schwangere erhält dann 300 ml Zuckerlösung, die sie auf nüchternen Magen trinkt. Nach einer Stunde wird ihr erneut Blut abgenommen und der Blutzucker gemessen. Dabei wird untersucht, wie stark der Blutzuckerspiegel angestiegen ist. Der Wert sollte dann 10 mmol/l (180 mg/dl) nicht überschreiten. Ansonten wird die in den meisten Fällen an einem weiteren Tag ein zweiter, grosser Zuckertest durchgeführt, bei dem der Frau zusätzlich nach zwei Stunden Blut abgenommen wird, um den Zuckerwert zu bestimmen. 

Auswertung des Zuckertests: Diese Werte sind normal

  • Blutzuckerspiegel auf nüchternen Magen: <5,1 mmol/l (92 mg/dl)
  • Blutzucker 1 Stunde nach dem Zuckertest: <10 mmol/l (180 mg/dl)
  • Blutzucker 2 Stunden nach dem Zuckertest: <8,5 mmol/l (153 mg/dl)

Bei einem höheren Blutzuckerspiegel als 10 mmol/l nach einer Stunde bedarf es den grossen Zuckertest. 

Wie bereitet man sich auf den Zuckertest vor?

Sie bereiten sich auf den Zuckertest vor, indem Sie am Tag vor der Untersuchung nach 22 Uhr nichts mehr essen und nur stilles Wasser trinken. Ausserdem sollten Sie keinen aktiven Sport mehr betreiben. Der Test wird morgens gemacht. Sie müssen nüchtern, also mit leerem Magen, zum Termin erscheinen.

Wie lange geht der Zuckertest?

Der reguläre. Zuckertest dauert etwas mehr als eine Stunde. Die Testergebnisse bekommen Sie vom Arzt oder von der Ärztin sofort mitgeteilt. Sind die Werte nach einer Stunde zu hoch und beträgt mehr als 10 mmol/l, müssen Sie in der Praxis bleiben und der Wert wird einer Stunde erneut gemessen oder Sie erhalten einen zweiten Termin für die Durchführung eines grossen Zuckertests, bei dem die Werte zusätzlich nach zwei Stunden gemessen werden. Erst nach dem Test dürfen Sie etwas essen.

Ist der Zuckertest während der Schwangerschaft Pflicht?

Der Zuckertest während der Schwangerschaft ist in der Schweiz nicht Pflicht, wird aber allen Schwangeren angeboten. Die Schweizerische Gynäkologengesellschaft (SGGG) sagt dazu: «Es wird empfohlen, bei allen Schwangeren zwischen der 24. und der 28. SSW ein Screening des Gestationsdiabetes mittels oralem Glukosetoleranztest 75g durchzuführen.» Mehr dazu finden Sie hier. Der Test wird ausserdem von der Krankenkasse übernommen.

Welche Schwangeren haben ein erhöhtes Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken?

Bei manchen Schwangeren besteht ein erhöhtes Risiko, an Gestationsdiabetes zu erkranken. Risikofaktoren sind:

  • ein BMI über 30
  • wenn die Schwangere über 45 Jahre als ist
  • mehrere Fehlgeburten hatte
  • in der Familie Diabetes vorkommt
  • die Frau an einer Hormonstörung wie PCOS leidet
  • die Frau schon mal ein zu schweres Kind (mehr als 4500 Gramm) geborten hatte
  • Bluthochdruck, Gefässerkrankungen oder Durchblutungsstörungen vorliegen

In diesem Fall kann es sein, dass Sie Ihre Frauenärztin schon vor der 24. Schwangerschaftswoche zum Zuckertest schickt. 

Mögliche Folgen eines unbehandelten Schwangerschaftsdiabetes

Kinder von Gestationsdiabetikerinnen kommen häufig sehr gross (4000g) zur Welt. Langfristig kann der Schwangerschaftsdiabetes zu Folge haben, dass auch Kinder an Typ-2-Diabetes erkranken oder übergewichtig werden. In vielen Fällen kann Schwangerschaftsdiabetes mit einer Umstellung der Ernährung gut behandelt werden. Lesen Sie mehr zu den Symptomen und Ursachen für Gestationsdiabetes.