Warum Mütter auf Beckenbodentraining nicht verzichten dürfen

Während Schwangerschaft und Geburt wird der Beckenboden stark belastet. Für eine gute Körperhaltung wird er gebraucht. Und wenn er stark ist, schützt er vor Blasenschwäche und verbessert das Liebesleben. Gründe für das Beckenbodentraining gibt es genug. Fangen wir an! Fünf Übungen für eine kraftvolle Körpermitte.

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Rückbildung geht auch mit Baby. Integrieren sie Ihr Kind spielerisch ins Beckenbodentraining. Bild: E+

In der traditionelle Chinesischen Medizin (TCM) heisst der Beckenboden auch «Wiege des Leben». Grund für diesen Kosenamen ist zum einen seine Form: die Beckenbodenmuskulatur wie eine Hängematte in den Unterleib eingebettet und kleidet so den gesamten Bereich des Beckens aus. Dadurch gibt die Beckenbodenmuskulatur den umliegenden Organen (Gebärmutter, Blase, Eierstöcke, Darm)einen festenPlatz, stützt den Unterleib und hält ihn in Form und Funktion.

«Wiege des Lebens» heisst der Beckenboden aber auch deshalb, weil er dort sitzt, wo die TCM auch das sogenannte «Wurzelchakra» vermutet. Dieses Energiezentrum soll Vitalität, das Wohlbefinden und die Lebensenergie zentral steuern. Aber auch moderne Mediziner und Experten sind sich einig: Je trainierter die Beckenbodenmuskulatur, desto gesünder, fitter und wohler fühlen wir uns. 

Regelmässiges Beckenbodentraining ist daher für jeden ratsam; vor allem aber bei frisch gebackenen Müttern sind Beckenbodenübungen enorm wichtig. Der Beckenboden ist nach der Geburt stark gedehnt. Ohne rückbildende Trainingsimpulse, findet die Muskulatur nicht in ihre alte Form zurück. 

Warum Beckenbodentraining nach der Geburt so wichtig ist

Die Beckenmuskulatur gibt der Körpermitte Kraft. Fünf Übungen für ein effektives Beckenbodentraining.

Die Beckenbodenmuskulatur hält alles zusammen. Bild: iStock

Den überdehnten Zustand des Beckenbodens spüren junge Mütter oder Schwangere nicht unmittelbar, viele kennen jedoch seine unangenehmen Folgen: Urin tritt unkontrolliert aus. Vor allem beim Lachen oder Niesen landen ein paar Tröpfchen in der Unterwäsche. Auch beim Sex fällt es auf. Nach einer Geburt fühlt sich Geschlechtsverkehr weniger intensiv und manchmal auch weniger lustvoll an. Beides sind nur zwei Folgen einer schwachen Beckenbodenmuskulatur, die im Laufe des Lebens noch massiver werden können. Wenn das Gewebe nämlich altersbedingt ohnehin an Elastizität abnimmt. Auch der Rücken und die Organe leiden unter einem schwachen Beckenboden.

Die gute Nachricht ist aber: Jeder hat die Form seines Beckenbodens selbst in der Hand. Es handelt sich nämlich um einen Muskel, wie jeden anderen auch. Durch Training lässt er sich stärken und selbst nach mehreren Geburten in eine feste, nahezu ursprüngliche Form zurückbringen. 

Rückbildung: Beckenboden erst erspüren, dann trainieren

Die Rückbildung fällt vielen Frauen allerdings auch deshalb nicht immer leicht, weil sie gar nicht so genau wissen, wo der Beckenboden überhaupt sitzt. Anders als andere Muskelgruppen ist er schliesslich äusserlich nicht sichtbar. Er lässt sich mit etwas Übung aber gut ertasten. Dafür führt man einfach einen Finger in die Vagina ein und versucht diesen mit dem umliegenden Gewebe fest zu greifen und zu umschliessen. Die Muskeln, die nun zu arbeiten beginnen, sind genau die, die es auch zu trainieren gilt. Versuchen Sie sich dieses Gefühl für das Beckenbodentraining zu merken, um das Workout so gezielt und effektiv wie möglich zu gestalten. 

Auf der nächsten Seite finden Sie 5 Beckenbodenübungen gegen Blasenschwäche, Rückenschmerzen und für eine lustvolle Körpermitte.

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