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Apgar - kaum geboren, schon getestet

Möglichst zeitnah nach der Geburt wird bei Babys der Apgar-Test durchgeführt. Ärzte und Hebammen schauen unter anderem, wie gut das Herz schlägt und wie das Kind atmen kann. Sind die Werte nicht in Ordnung, können schnell medizinische Massnahmen ergriffen werden.

Der Apgar - Test wird wenige Minuten nach der Geburt durchgeführt.

Der Apgar - Test wird direkt nach der Geburt durchgeführt. Foto: jonathanfilskov-photography, iStock, Thinkstock

Virginia Apgar, die «Erfinderin» dieses Neugeborenen Screening schrieb in einem ihrer Bücher: «Die Geburt ist der gefährlichste Zeitabschnitt des Lebens. [...] Es ist dringend notwendig, den Gesundheitszustand von Neugeborenen rasch zu beurteilen und auftretende Krankheitssymptome sofort zu diagnostizieren, um geeignete Massnahmen ergreifen zu können.» Bereits 1952 stelle Virginia Apgar die ersten Ergebnisse einer Studie vor, wonach die Spätfolgen von Hirnblutungen oder Sauerstoffmangel während, Atmungs- und Kreislaufproblemen nach der Geburt und sogar die Sterblichkeit von Neugeborenen deutlich reduziert werden konnten, wenn man möglichst schnell nach der Entbindung die wichtigsten Vitalfunktionen kontrolliert hatte. Auch heute kommt es trotz modernster Medizin immer noch vor, dass der Geburtsstress für ein Baby so gross war, dass es möglichst schnell ärztliche Hilfe braucht. So macht auch in unseren modernen Zeiten dieser alte Test immer noch Sinn.

Apgar-Test: Durchführung

Für den Apgar werden die fünf wichtigsten Vitalwerte kontrolliert. Dazu gehören die Herzfrequenz, die Atemanstrengung, die Reflexauslösbarkeit, der Muskeltonus und die Hautfarbe. Diese Merkmale werden bereits eine Minute nach der Geburt getestet. Nach fünf, zehn und zuletzt nach 60 Minuten nach der Geburt wird die Untersuchung beim Baby wiederholt. Fehlt ein Merkmal komplett, gibt es keinen Punkt, ist es nur schwach ausgeprägt, wird ein Punkt vergeben, ist alles in Ordnung gibt es zwei Punkte.

Als ideal gelten dabei eine Herzfrequenz von über 100/min und eine regelmässige Atemanstrengung. Das Kind sollte immer wieder schreien. Ein kräftiges Schreien gilt sogar als bester Reflex. Ein guter Muskeltonus macht sich durch aktives Bewegen des Kindes bemerkbar. Schon direkt nach der Geburt sollte es lebhaft und kräftig mit Ärmchen und Beinchen treten, strampeln und zappeln. Die Hautfarbe ist ideal, wenn sie am gesamten Körper gleichmässig rosig ist.

Welche Apgar Werte sind in Ordnung?

In der weltweit einheitlichen Apgar Tabelle kann jede Hebamme und jeder Arzt ganz schnell nachlesen, wie die Punkte zu verteilen sind und wann das Baby medizinische Hilfe braucht. Neun bis zehn Punkte sind ideal. Meist ist die Hautfarbe nach der Geburt noch leicht bläulich, weshalb bei der ersten Untersuchung nach der Geburt häufig ein Punkt abgezogen werden muss. Bei Werten zwischen fünf und acht Punkten gilt das Neugeborene als gefährdet, wobei mancherorts die Grenze bei fünf bis sieben Punkten gezogen wird. Unter fünf Punkte dagegen ist das Kind zweifelsfrei in akuter Lebensgefahr und es muss sofort gehandelt werden.

In der Schweiz wird der Apgar ganz selbstverständlich bei allen Neugeborenen durchgeführt. Zusätzlich wird noch überprüft, ob die Nase und die Speiseröhre frei durchgängig sind. Eventuell verschlucktes Fruchtwasser wird abgesaugt. Erst wenn einwandfrei abgeklärt ist, dass es dem Kind gut geht, nimmt sich die Hebamme Zeit für Wiegen und Messen.

Mehr über Virginia Apgar können Sie in der Schweizerischen Hebammenzeitschrift lesen unter www.hebamme.ch

 

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