Keine Angst vor dem Dammschnitt

Spätestens im Geburtsvorbereitungskurs hören Frauen vom ungeliebten Dammschnitt. Besonders in grossen Spitälern der Schweiz wird er durchgeführt. Wie Sie einem Dammschnitt vorbeugen können und was den Heilungsprozess fördert, lesen Sie in diesem Artikel.

Mit bestimmten Übungen kann man eventuell einen Dammschnitt verhindern.

Mit Dehnungsübungen können Sie einem Dammschnitt vorbeugen. Foto: _chupacabra_, iStock, Thinkstock

Was ist ein Dammschnitt?

Der Damm ist der Bereich zwischen Vagina und Afterausgang. Wird im Laufe der Geburt ein Dammschnitt, im Fachjargon wird er als Episiotomie bezeichnet, notwendig, schneidet der Arzt oder die betreuende Hebamme den Damm von der Vagina abwärts ein. Auf diese Weise gelangt der Kopf des Kindes leichter nach draussen. Der Gedanke an einen solchen Schnitt mag zunächst unangenehm erscheinen und Befürchtungen schüren. Der Schnitt ist für viele Frauen kaum spürbar, da er direkt während einer Presswehe erfolgt.

Wann ist ein Dammschnitt notwendig?

Warum machen Ärzte einen Dammschnitt? Meist wird er in den Spitälern angewendet, wenn die Geburt ins Stocken gerät und die Pressphase schon länger andauert. Auch bei einem zu grossen Kopf des Kindes kann der Schnitt erforderlich sein. Bei einer Zangen- oder Saugglockengeburt ist er ebenfalls von Nöten. Viele Ärzte vertreten die Meinung, dass ein Dammschnitt einem möglichen Riss vorbeugt. Diese These wird besonders von Hebammen kritisch gesehen, weil ein Riss besser abheilt als ein Schnitt. Seit längerer Zeit sind die Zahlen für Dammschnitte in der Schweiz rückläufig und liegen mittlerweile bei unter 25 Prozent. Dass es auch ohne Schnitt geht, zeigt beispielsweise das Geburtshaus Delphys in Zürich. Nach seiner Statistik aus dem Jahr 2013 ist kein einziger Dammschnitt durchgeführt worden.

Wie können Sie dem Dammschnitt vorbeugen?

Viele Frauen fragen sich, wie sie dem Dammschnitt vorbeugen können. Generell gilt, dass das betroffene Gewebe möglichst dehnbar sein sollte. Hierfür beginnen Schwangere beispielsweise in den letzten Wochen vor der geplanten Geburt mit einer regelmässigen Dammmassage. Auch bestimmte Dehnungsübungen in der Hocke eignen sich, um den Damm weicher und elastischer zu machen. Während der Geburt helfen warme Kompressen. Eine Wassergeburt senkt ebenfalls das Risiko für einen Dammschnitt. Es ist hilfreich das Thema in der Vorbereitung auf die Geburt mit dem entsprechenden Spital zu besprechen. Wer seine Geburt weitestgehend natürlich gestalten möchte, ist in einem Geburtshaus gut aufgehoben. Elisabeth Kurth, Forscherin und Dozentin am Institut für Hebammen der ZHAW sagte 2013 in einem Interview mit dem Landboten: «Bei hebammengeleiteten Geburten wurden (...) weniger Interventionen gezählt, etwa weniger Dammschnitte, (...)die Mütter waren zufriedener.»

Wie verläuft nach einem Dammschnitt die Heilung?

Nach einem Dammschnitt ist besonders die Hygiene wichtig, um eine mögliche Infektion der Wunde zu vermeiden. Frauen sollten ihre Binden im Wochenbett regelmässig wechseln. Nach dem Toilettengang ist die betroffene Körperregion mit klarem Wasser zu reinigen. Zudem helfen Sitzbäder und Tinkturen aus Kamille oder Ringelblumen. Bereitet der Dammschnitt Schmerzen, können Frauen Schmerzmittel einnehmen. Fragen Sie Ihren Frauenarzt nach einem stillverträglichen Medikament.

Weitere Informationen zur Geburt und zum Dammschnitt finden Sie unter folgenden Links:
 

 

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