Empfehlen Ärzte den Kaiserschnitt ohne medizinische Notwendigkeit?

Eltern wünschen, dass bei der Geburt ein gesundes Baby zur Welt kommt.

Eltern und Ärzte wollen, dass ein gesundes Kind zur Welt kommt. Die Risiken von natürlicher Geburt und Kaiserschnitt müssen abgewogen werden.

Und genau bei den Ärzten und Spitälern vermutet der Schweizerische Hebammenverband einen Grund für den Anstieg der Kaiserschnittrate. «Es können nicht nur medizinische Gründe sein, die für die hohe Kaiserschnittrate verantwortlich sind. Wesentliche Ursachen sind bessere Planbarkeit, weniger zeitintensive Durchführung und falsche finanzielle Anreize sowie damit zusammenhängend leichtfertige Anweisungen und Empfehlungen einiger Spitäler und Ärzte», heisst es in einem Positionspapier des Verbandes aus dem Jahr 2008.

Ähnliche Argumente werden auch in der Erhebung des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2004 gebracht. Dort heisst es: «Eine komplikationslose Schnittentbindung ist für die Krankenhäuser einträglicher und besser planbar als eine vaginale Geburt.» Ausserdem führt die Angst vor Haftungsprozessen dazu, eher auf den Kaiserschnitt zurückzugreifen. Es sei noch nie zu einem Rechtsstreit gekommen, weil ein Arzt einen unbegründeten Kaiserschnitt durchgeführt habe, sagte Bruno Studer, Leitender Arzt der Gynäkologie und Geburtshilfe im Sanitas-Spital in Kilchberg dem «Tagesanzeiger». Bekannt seien hingegen Klagen, weil bei einer Spontangeburt etwas schiefgelaufen sei.

Einen Hinweis darauf, dass die hohe Kaiserschnittrate nicht nur medizinisch begründbar sein kann, sieht der Hebammenverband unter anderem in den Unterschieden zwischen den Kantonen. Während im Kanton Uri die Kaiserschnittrate gemäss Bundesamt für Statistik im Jahr 2009 bei rund 40 Prozent lag, waren es im Kanton Jura knapp 20 Prozent.

Liliane Maury Pasquier, Ständerätin und Präsidentin des Schweizerischen Hebammenverbandes hielt angesichts der Zahlen im November 2010 fest: «Es gibt keinen plausiblen Grund, warum Frauen im Kanton Jura nur zu 19.5 Prozent durch Kaiserschnitt entbinden müssen, während in den Kantonen Uri und Zug 40 Prozent der Frauen auf eine Kaiserschnitt-Geburt angewiesen sein sollen.»

Auffällig ist auch der Unterschied zwischen privaten und öffentlich geführten Spitälern: In privaten Betrieben lag die Quote bei 41 Prozent, in öffentlichen bei rund 31 Prozent. Die Raten variieren auch nach Versicherungsklasse der Mütter. Die Quoten der halbprivat und privat versicherten Patientinnen (39.6 Prozent bzw. 44.4 Prozent im Jahr 2004) lagen deutlich höher als jene der allgemein versicherten Patientinnen (26.5 Prozent).

Informationsbroschüre zum Kaiserschnitt

Hebammen, Kinderärztinnen, Neonatologen und Anästhesistinnen haben im Mai 2014 eine Broschüre zur Aufklärung für werdende Eltern herausgegeben. Sie können diese unter www.kaiserschnitt-info.ch herunterladen.

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