Schweizerinnen bekommen wieder mehr Kinder

In der Schweiz kommen wieder mehr Kinder auf die Welt.

Kinderwagen drängen sich vor den Spielplätzen. Mehr Babys kamen zur Welt, Schweizerinnen haben das Muttersein wiederentdeckt.

Rodrigo Javier Perez ist dem Namen nach ein Kind spanischer Eltern. Der Baby-Boom lässt sich in der Schweiz aber nicht mit kinderreichen Einwanderer-Familien erklären: Laut Bundesamt für Statistik sinkt die Anzahl Kind pro Frau bei den Ausländerinnen, während sie bei den Schweizerinnen steigt. Diese haben das Muttersein wieder entdeckt. Warum dem so ist, begründet der Zürcher Soziologie-Professor François Höpflinger dem Blick kürzlich so: «Der Wert der Familie hat heute wieder eine gewisse Bedeutung. Traditionelle Werte erleben unter den Jungen eine Art Renaissance. Und damit nimmt auch der Trend zur Kinderlosigkeit ab.»

Und die Mütter sind wieder jünger. Lange Zeit sei gemäss Höpflinger das Alter der Mütter in der Schweiz angestiegen. Besonders gut ausgebildete Frauen haben sich mit dem Mutterwerden Zeit gelassen, wenn sie sich dann überhaupt noch für Kinder und gegen die Karriere entschieden haben. Nun bekommen auch wieder mehr jüngere Frauen Kinder. Zudem orientierten sich die 25- bis 30-jährigen oft an Gleichaltrigen. Wenn im Bekanntenkreis Kinder auf die Welt kommen, werde das Kinderhaben zum Trend.

Frauen wollen keine Heimchen am Herd sein

Globale Finanzkrisen, eine Wirtschaft, die sich gemäss Prognosen auch in der Schweiz wieder abkühlt, Klimaerwärmung und bröckelnder Permafrost - allen kumulierten Negativszenarien zum Trotz: Es hindert die Schweizer nicht am Kinder kriegen. Barbara Krynski ist sogar Mutter von vier Kindern im Alter zwischen einem und acht Jahren. Vier Kinder in der heutigen Zeit? «Man hat ja nicht von Anfang an viele Kinder, sondern wächst mit jedem Kind mehr langsam in das Modell Grossfamilie hinein», erklärt die 38-jährige. Gewisse Zukunftsängste gebe es schon: «Der Druck, ein stetes und relativ hohes Einkommen zu erzielen, ist natürlich viel grösser. Wir sind unter anderem wegen der Lohnunterschiede und der hohen Kosten externer Kinderbetreuung stärker als uns lieb ist auf das Rollenmodell 'Alleinernährer' angewiesen.» Kinder haben ist, ganz abgesehen von familienexterner Betreuung, teuer: Laut Bundesamt für Sozialversicherungen kostet ein Kind bis zum Erreichen des 20. Altersjahres laut einer Studie aus dem Jahr 1998 etwa 340'000 Franken. Rechnet man die Teuerung dazu, sind es heute satte 30'000 Franken mehr.

Mit jedem Kind mehr wird es besonders für die Frauen schwieriger, Beruf und Familie zu vereinbaren. Doch das «Heimchen am Herd» wollen sie heute kaum mehr sein. «Für junge Frauen ist es selbstverständlicher, dass Beruf und Kind zusammengehen», so Dr. phil. Heidi Simoni zum Blick. Die Leiterin des Marie Meierhofer-Institutes nehme keine Rückwärts-, sondern eine Vorwärtsbewegung wahr. Und Frauen von heute müssten auch kaum noch Emanzipations-Kämpfe führen. Nachwuchs gehöre wieder zum Leben.

Kurz erklärt: Die «Babyboomer-Generation»

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Geburtenrate in den vom Krieg betroffenen Staaten stark an. Menschen, die in jener Epoche geboren wurden, bezeichnet man als Babyboomer. Ein prominentes Beispiel ist der einstige US-Präsident Bill Clinton, der 1946 zur Welt kam. Der Babyboom trat allerdings zu verschiedenen Zeiten auf: In den USA begann er schon Mitte der 1940er und dauerte bis Mitte der 1960er Jahre, während er in Westdeutschland erst ungefähr zehn Jahre nach Kriegsende begann und bis Mitte der 1960er Jahre anhielt. Die Antibabypille bedeutete schliesslich das Ende für den Babyboom.

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