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Bereit für den grossen Tag: Was Sie im Geburtsvorbereitungskurs lernen

Der grosse Tag kommt immer näher: Die letzten Wochen der Schwangerschaft sind eine aufregende Zeit. Aber jetzt tauchen auch immer mehr Fragen auf. Antworten gibt es in einem sogenannten Geburtsvorbereitungskurs. Sie sind sich unsicher, was ein solcher Kurs bringt? Wir erklären, was passiert im Geburtsvorbereitungskurs.

Geburtsvorbereitungskurs: Was Sie wissen müssen

Bereit für den grossen Moment: Ein Kurs zur Geburtsvorbereitung kann wichtige Fragen klären und Ängste abbauen. Bild: ViktoriiaNovokhatska, Getty Images

Nora M. ist in der 21. Schwangerschaftswoche. Das Baby strampelt schon heftig. Immer öfters denkt die Bald-Mama an das grosse Ereignis, das immer näher kommt. Klar hat sie viele Fragen und ist sich in vielem unsicher.

Heute Abend besucht sie darum zum ersten Mal einen Geburtsvorbereitungskurs. Nora erhofft sich Antworten und Hilfestellungen: «Ich habe noch so viele Fragen, die mir bisher kein Buch und auch kein Internetforum beantworten konnte.» Sie hofft nun auf die Kursleiterin und deren wertvolles Wissen, das sie weitergibt. Dieses Wissen nimmt vielen Frauen die Angst vor der Geburt.

Ein Kursbesuch hilft, Entscheidungen zu treffen

Der Name «Geburtsvorbereitungskurs» ist eigentlich ein bisschen irreführend. Denn im Kurs geht es nicht nur um die Geburt an sich, es geht auch um die Zeit der Schwangerschaft, das Wochenbett und das Stillen.

«Frauen bekommen im Geburtsvorbereitungskurs ganz konkrete Hinweise zum Ablauf der Geburt, zu medizinischen Möglichkeiten und Methoden der Schmerzerleichterung», so Silvia Höfer und Nora Szász, Autorinnen des Ratgebers «Hebammen Gesundheitswissen». Diese Informationen sind Grundlage für wichtige Entscheidungen zur Geburtsvorbereitung. Und solche Entscheidungen gibt es viele. Nehmen wir als Beispiel die Frage, wo die Geburt stattfinden soll: zu Hauseim Spitalim Geburtshaus oder doch lieber im Wasser? Wann ist ein Kaiserschnitt ratsam und was tun bei einer Beckenendlage? Mit jeder bewussten Entscheidung, die die Schwangere trifft, konkretisiert sich das Gesamtbild. So entstehen Sicherheit und Zuversicht.

Ein Geburtsvorbereitungskurs ist also die ideale Unterstützungsmöglichkeit für die Mutter. Er vermittelt vielfältige Informationen, angefangen von den administrativen Erfordernissen rund um die Geburt bis hin zu den Abläufen im Spital und den verschiedenen Varianten einer Geburt. Optimalerweise wird der Kurs ab der 27. Schwangerschaftswoche besucht.

Wo Sie das passende Angebot finden

Die Kurse werden von Krankenhäusern mit Geburtsstation, Geburtshäusern, Hebammen, Geburtsvorbereiterinnen und Frauenarzt-Praxen angeboten. Vor Ort oder im Internet können Sie sich leicht über die entsprechenden Programme informieren. Fragen Sie am besten direkt bei Ihrem Frauenarzt oder Kantonsspital nach.

Mehr als Theorie: Vertrauen in Körper aufbauen

Es geht aber nicht nur um die Wissensvermittlung. Die Frauen lernen im Vorbereitungskurs auch, ihr Körpergefühl zu stärken, ihrem Körper zu vertrauen und auf ihn zu hören. Sie erfahren mehr über Gymnastikübungen, Massagen und Entspannungsübungen, die ihre individuellen Beschwerden während der Schwangerschaft lindern. «Wir Hebammen gehen davon aus, dass eine Schwangere, die mit ihrem Körper vertraut ist, auch auf das Gebären gut vorbereitet ist», erklären Elke Mattern und Angela Schweer, Autorinnen des Ratgebers «Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit». «Geburtsvorbereitungskurse helfen auch, die letzten, vielleicht anstrengendsten Wochen der Schwangerschaft gut zu meistern und die Beziehung zum Kind zu vertiefen.»

Den Schwangeren steht eine breite Auswahl an Filmen, Broschüren, Büchern und Anschauungspuppen zur Verfügung, die alles Wissenswerte vermitteln. Doch nicht nur Wissen ist wichtig, um die Geburt zu meistern. Auch Fähigkeiten helfen, das Baby gut zur Welt zu bringen. Entspannungs- und Atemübungen tragen entscheidend dazu bei, in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren und Schmerzen weniger intensiv zu erleben. «Eine Atmung, die die Wehe erwartet und begleitet, hilft bei der Bewältigung der Arbeit und versorgt das Kind mit ausreichend Sauerstoff», betonen Elke Mattern und Angela Schweer.

Allerdings haben die werdenden Eltern noch längst nicht alle Herausforderungen gemeistert. Gerade danach ergeben sich viele neue Fragen: Wie wickele ich mein Baby? Was muss ich über Nabelpflege wissen? Mein Kind will nicht an die Brust, was kann ich tun? Keine Sorge! Im Geburtsvorbereitungskurs werden alle wichtigen Fragen rund um Wochenbett und Stillen aufgegriffen.

Wöchentliche Kurse oder Seminare

Standardgemäss treffen sich die Teilnehmer ein Mal pro Woche während einer Doppelstunde zur Geburtsvorbereitung. Dieser Rhythmus hat für die Schwangere den Vorteil, in den Tagen zwischen den Treffen die neuen Übungen auszuprobieren, neu erworbenes Wissen zu wiederholen und aufkommende Fragen beim nächsten Treffen zu stellen. Wem es aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, ein Mal wöchentlich einen Kurs zu besuchen, kann ein Seminare am Wochenende wählen. Gleichgültig, ob es sich um einen Wochenkurs oder einen Wochenend-Kurs handelt, umfasst der Geburtsvorbereitungskurs insgesamt meist zwölf Stunden.

Doch es geht auch kürzer: Immer mehr Schwangere interessieren sich für eine sogenannte individuelle Geburtsvorbereitung. «Diese Kursart beinhaltet die gleichen Themen wie ein herkömmlicher Vorbereitungskurs, jedoch in leicht verkürzter und intensiverer Form», informiert das Portal hebammen.ch. «Die individuelle Vorbereitung findet in zwei bis drei Sitzungen bei der Hebamme in der Praxis oder bei Ihnen zu Hause statt.» Oft eignet sich ein kurzer, aber intensiver Kurs für Frauen, die schon ein Baby zur Welt gebracht haben, aber ihr Wissen noch einmal auffrischen wollen.

Wer die Kurskosten übernimmt

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Geburtsvorbereitungskurs in Höhe von oder bis zu 100.- CHF, sofern der Kurs von einer anerkannten Geburtshelferin geleitet wird. Kurse von selbsternannten Geburtsvorbereiterinnen oder Physiotherapeutinnen werden dagegen nicht von allen Kassen übernommen. Daher sollten Sie sich vor der Anmeldung mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen.

Teamwork: Mit dem Partner in den Kurs

Manche Geburtsvorbereitungskurse richten sich ausschliesslich an Frauen, andere wiederum nur an Paare. Darüber hinaus gibt es Mischformen. Dies sind Angebote, die Frauen in der Regel alleine besuchen, zu denen sie aber zu bestimmten Terminen ihre Partner mitbringen. Hier werden dann gezielt Informationen vermittelt, die auch für die Väter von besonderer Bedeutung sind.

Werdende Väter, die sich zusammen mit ihren Frauen intensiv auf die Geburt vorbereitet haben, berichten immer wieder, wie gut sie sich dadurch auf ihre neue Rolle als Vater vorbereiten konnten. Auch hier gilt: Wer gut Bescheid weiss, kann besser mit Veränderungen umgehen.

Alternativen oder Ergänzungen zum Geburtsvorbereitungskurs 

In den letzten Jahren ist der Trend einer sanften, möglichst schmerzfreien und natürlichen Geburt immer grösser geworden. Doch zu einer natürlichen Geburt gehört auch eine natürliche Vorbereitung. Immer mehr Frauen bereiten sich darum mit alternativen Heilmethoden und Angeboten auf den grossen Moment vor. Neben der Bachblütentherapie, Homöopathie, ayurvedischen Schwangerschaftsmassagen und vielen anderen wertvollen Therapiearten kommt auch die Akupunkturmassage zum Einsatz. Diese Sonderform der Akupunktur, eine Technik in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird immer beliebter.

Auch bestimmte Atemtechniken und Entspannungsstrategien helfen der Schwangeren, den Prozess der Geburt gut zu bewältigen. Immer bekannter wird die Methode des sogenannten Hypnobirthing.