Komplikationen während einer Geburt

Bei einer Geburt kann es zu Komplikationen kommen. Dem Baby müssen Ärzte in der Klinik schnell helfen.

In der Klinik kann dem Baby schnell geholfen werden, wenn etwas nicht stimmt.

Genau wegen dieser Komplikationen und Notfälle, die bei jeder Geburt unerwartet auftreten können, würde Professor Roland Zimmermann aber die Hausgeburt seiner eigenen Frau nicht empfehlen. Der Direktor der Klinik für Geburtshilfe am Universitätsspital Zürich erklärt, auch wenn eine Schwangerschaft ohne Komplikationen verlaufe und die Mutter und das Ungeborene gesund seien, können Probleme bei der Geburt auftreten.

Es ist möglich, dass unter anderem die Plazenta (der Mutterkuchen) den Weg für das Baby versperrt. Die Nabelschnur kann während der Wehen eingeklemmt werden und die Sauerstoffversorgung des Kindes behindern. Die Herztöne des Kindes verschlechtern sich möglicherweise dramatisch. In solchen Notfällen wird eventuell ein Kaiserschnitt nötig, der das Baby rettet und verhindert, dass es zu Gehirnschäden kommt.

Bei der Mutter kann es nach der Geburt zu sehr starken Blutungen kommen, weil sich die Plazenta nicht oder verspätet löst. In der Klinik wird ihr in der Regel mit Medikamenten oder einem Eingriff unter Narkose schnell geholfen. «Heute sollte eine Mutter nicht mehr an einer Geburt verbluten», sagt Professor Roland Zimmermann. Aber wenn nach einer Hausgeburt die Mutter nicht schnell genug ins Spital gebracht werden kann, besteht dieses Risiko.

Die Chance, dass in den beschriebenen Notfällen Mutter und Kind schneller geholfen wird, ist im Spital grösser als bei der Hausgeburt. Denn bei einer Geburt zu Hause hat die Hebamme zwar Medikamente, kann die Herztöne des Kindes abhören und eine Sauerstoffversorgung gewährleisten, aber ein Kaiserschnitt ist nicht möglich. Sie muss die Mutter und das Ungeborene eventuell schnell in eine Klinik transportieren lassen.

In der Regel holt die Hebamme bei der Geburt zu Hause eine zweite Hebamme dazu. Sollte das Baby Probleme haben, wird ein Kinderarzt gerufen. «Es ist wichtig, dass die Hebamme schaut, ob es ein Risiko gibt und wenn eine Risikoschwangerschaft vorliegt, ist es wichtig, dass eine rechtzeitige Verlegung ins Spital erfolgt», erklärt Doris Güttinger vom Hebammenverband. Notfälle träten in der Geburtshilfe nicht von einer Sekunde auf die andere ein, sondern sie zeichneten sich ab, so Güttinger weiter. Die Hebammen seien spezialisiert darauf, frühe Anzeichen eines Risikos richtig zu deuten und die entsprechenden Massnahmen einzuleiten. Das kann auch Susanna Diemling bestätigen. Sie ist seit 26 Jahren freipraktizierende Hebamme im Grossraum Aarau und betreut jedes Jahr 20 Hausgeburten. «Wenn eine Hebamme bestimmte Risiken wie eine auffällige Schwangerschaft oder Probleme mit der Plazenta ausschliessen kann, ist die Hausgeburt sehr sicher», sagt sie. Wichtig sei die hohe Fachkompetenz und Erfahrung der Hebamme.

Risiken einer Geburt: Aufklärung ist wichtig

«Frauen sind sich der Risiken bei einer Geburt nicht immer bewusst», sagt der Direktor der Klinik für Geburtshilfe am Unispital Zürich Roland Zimmermann. Daher sei es wichtig, dass werdende Eltern vor einer Geburt darüber aufgeklärt werden. Er empfiehlt Frauen, die sich für eine Hausgeburt entscheiden, sich vorher unbedingt professionelle Hilfe von einer Hebamme oder einem Arzt zu holen. Doris Güttinger vom Hebammenverband ergänzt: «Eine wichtige Voraussetzung für die Hausgeburt ist das Vertrauensverhältnis zwischen Hebamme und der Familie.»

Die Hebammen sollten im Vorfeld abklären, ob eine Geburt zu Hause überhaupt in Frage kommt. Denn wenn das Ungeborene sich in Steisslage befindet oder Zwillinge heranwachsen, muss die Frau in einer Klinik entbinden. Das gilt auch für Frauen mit einem Herzfehler, Thromboseneigungen, Diabetes und anderen chronischen Krankheiten. Bei Frauen, die schon älter sind, sei das Risiko für Komplikationen bei der Geburt gemäss Professor Roland Zimmermann grösser. Eine Hausgeburt müssen sich diese Frauen daher gut überlegen. Da bei einer Hausgeburt keine Rückenmarks-Narkose (PDA) zur Schmerzlinderung gemacht werden kann, ist sie nicht für Schwangere geeignet, die Angst vor starken Schmerzen bei der Geburt haben.

Doris Güttinger hat festgestellt: «Frauen entscheiden sich vor allem für eine Hausgeburt, weil sie die Geburt ohne Fremdeingriff erleben wollen und sie als einen normalen Vorgang betrachten.» Dazu brauche es viel Geduld, sagt Hebamme Susanna Diemling. Die habe man im Spital häufig nicht. So können in der Klinik geburtseinleitende Massnahmen wie die Fruchtblasenöffnung gemacht werden, um die Wehen zu fördern. Zu Hause dagegen versucht die Hebamme bei der Hausgeburt die Mutter nur durch Zuwendung und Pflege zu unterstützen. Das ist vielen Frauen wichtig, weil sie in einer vertrauten Umgebung ihr Kind in selbstbestimmter Art und Weise gebären wollen. In einem Spital trifft die Schwangere dagegen auf viele fremde Personen. Zudem sei das Infektionsrisiko für Mutter und Kind in einem Spital weit grösser als zuhause, wo keine fremden Keime vorhanden sind, sagt Doris Güttinger.

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