Fruchtwasser: lebenswichtiges Elixier für das Ungeborene

Es schützt das Baby wie ein Airbag vor Stössen und Druck von aussen: das Fruchtwasser. In ihm kann sich das Ungeborene zu Beginn der Schwangerschaft gut bewegen. Welche Folgen, zu wenig oder zu viel Fruchtwasser haben kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Fruchtwasser schützt das ungeborene Baby.

Gegen Ende der Schwangerschaft enthält Ihre Fruchtblase etwa einen Liter Fruchtwasser.  Foto: moodboard, moodboard, Thinkstock

Das Fruchtwasser dient - gemeinsam mit der Fruchtblase, der sogenannten Amnionhöhle - vor allem dem Schutz des ungeborenen Babys. Wie ein natürlicher Airbag hilft die Flüssigkeit, Stösse und Druck von aussen abzufangen und abzuschwächen.  In der zehnten Schwangerschaftswoche sind etwa 30 Milliliter vorhanden, gegen Ende der Schwangerschaft ist es fast ein Liter. Das Wasser in der Fruchtblase ist ein echtes Multitalent:

  • Es verhindert Verwachsungen des Fötus mit der Plazenta.
  • Die lebenswichtige Flüssigkeit in der Fruchtblase fördert die Beweglichkeit des Kindes und regt so das Wachstum an.
  • Das Fruchtwasser ist ausserdem der erste Durstlöscher für das Baby - gegen Ende der Schwangerschaft trinkt es fast einen halben Liter täglich! Dabei wird der Stoffwechsel des Babys angeregt, die kleinen Nieren sowie die Blase nehmen langsam ihre Tätigkeiten auf. So ist das Baby optimal auf das Stillen nach der Entbindung vorbereitet. Gleichzeitig bekommt der Embryo eine wichtige Mischung aus Hormonen, Salzen und Mineralien, welche in der Flüssigkeit enthalten sind. Übrigens wird hier vermutlich der Grundstein für die Vorliebe vieler Menschen für Süsses gelegt, da das Fruchtwasser, genau wie später die Muttermilch, einen eher süsslichen Geschmack hat.
  • Während der Schwangerschaft hat die Flüssigkeit einen wichtigen Anteil an der Lungenreife und schützt das Kind zudem vor Infektionen.
  • Bei der Geburt hat es eine unterstützende Aufgabe; es hilft, den Gebärmutterkanal zu weiten und so auf die Geburt vorzubereiten.

Fruchtwasser: Entstehung

Genau wie die Fruchtblase, wird die darin enthaltene Körperflüssigkeit aus Zellen gebildet, welche dem Embryo und nicht der Mutter angehören. Zunächst wird die Flüssigkeit von der Fruchtblase gebildet, später zum Teil auch aus dem ausgeschiedenen Urin des Säuglings.

Die Fruchtwasseruntersuchung

Da die Körperflüssigkeit zum Gewebe des Kindes gehört, ist in ihr auch das Erbgut des Ungeborenen enthalten. Wird es untersucht, können Rückschlüsse auf eventuelle Gendefekte, Veränderungen in der Chromosomenanzahl oder andere Auffälligkeiten getroffen werden. Bei einer Fruchtwasseruntersuchung werden mit einer Nadel die Bauchdecke und die Fruchtblase durchstochen und etwas von der Flüssigkeit darin abgesaugt. Die darin enthaltenen Zellen können dann im Labor vermehrt und untersucht werden. Da der Eingriff nicht ganz risikofrei ist, wird er so gut wie nur bei Risikoschwangerschaften oder einem begründeten Verdacht auf eine Erkrankung oder Fehlbildung des Embryos durchgeführt.

Mehr zu den Risiken einer Fruchtwasseruntersuchung lesen Sie auf den Seiten des Luzerner Kantonsspitals: www.luks.ch

Zu viel oder zu wenig Fruchtwasser - welche Folgen kann das haben?

Zu viel Flüssigkeit in der Fruchtblase kommt nur in etwa einer von 250 Schwangerschaften vor. Folgen für das Baby hat dies nur in den seltensten Fällen; meist leiden nur die Mütter unter extrem grossen Bäuchen. Zu wenig Fruchtwasser ist oft ein Hinweis für einen Blasensprung, die Einnahme von Medikamenten, gesundheitliche Probleme des Embryos wie Nieren- oder Herzprobleme oder aber für ein Problem mit der Plazenta. Die Menge des Fruchtwassers wird normalerweise bei den üblichen Kontroll- und Vorsorgeterminen beim Frauenarzt untersucht. Übrigens kann man die Flüssigkeit bei einem Blasensprung leicht von Urin unterscheiden - sie ist durchsichtig und riecht leicht süsslich.

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