Zwei Änderungen bei Embryonen-Untersuchungen

Schwere Gendefekte oder Behinderungen bei Embryos frühzeitig erkennen: Damit dies möglich ist, passt der Bund zwei Bestimmungen an. Das Wichtigste der beiden Entscheide in Kürze zusammengefasst.

Verfasst am 27. Juni 2017

Blutabnahme bei einer schwangeren Frau

Pränatale Bluttests können Hinweise auf Chromosomen-Störungen wie Trisonomie geben. (Bild: Astroid/iStock, Thinkstock)

Ab dem 1. September ist es in der Schweiz erlaubt, Embryos im Reagenzglas auf Gendefekte zu untersuchen. Der Bundesrat setzt damit die Gesetzesvorlage der Präimplantationsdiagnostik (PID) um, über die das Volk vor einem Jahr abgestimmt hat. Die Untersuchungen unterliegen strengen gesetzlichen Bestimmungen: Sie sind Paaren vorenthalten, die entweder Träger einer schweren Erbkrankheit sind oder auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können.

Bei einer künstlichen Befruchtung dürfen zudem neu zwölf statt wie bisher drei Embryonen pro Behandlungszyklus entwickelt werden. Auch das Einfrieren von nicht verwendeten Embryonen für spätere Behandlungen ist unter dem revidierten Fortpflanzungsmedizingesetz zugelassen. Zudem müssen Laboratorien, die im Bereich der Fortpflanzungsmedizin und der Präimplantationsdiagnostik tätig sind, ihre Anforderung an Personal und Infrastruktur erhöhen.

Entlastung für zukünftige Eltern

Die zweite Änderung betrifft den pränatalen Bluttest: Ab 1. Juli 2017 werden die Tarife für diese Tests gesenkt. Die Kosten werden wie bis anhin durch die obligatorische Krankenversicherung übernommen, wenn ein mittleres oder erhöhtes Risiko für ein behindertes Kind besteht. Neu kostet der pränatale Test jedoch 800 Franken anstatt 950 Franken.

Dies ist vor allem für Paare eine Erleichterung, die nicht zur Risiko-Gruppe gehören und die Tests vollumfänglich selbst bezahlen müssen. Zur Risiko-Gruppe gehören unter anderem Frauen, die bei der Erstgeburt unter 18 oder über 35 Jahre alt sind oder ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt oder eines Abortes aufweisen. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft oder nachweisbare Missbildungen bei der Ultraschalluntersuchung gelten als Kriterien für eine Risiko-Schwangerschaft.

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