Fakten zu vorgeburtlichen Untersuchungen

Einige Zahlen und Fakten zur Pränatal-Diagnostik

  • Eine vorgeburtliche Diagnose (Ultraschall, Bluttests etc.) darf wie jeder medizinische Eingriff nur dann durchgeführt werden, wenn die vollständig informierte Frau ihr Einverständnis dazu gegeben hat.
  • Die Frau hat das Recht, ihre Meinung zu ändern und auf die Bekanntgabe der Testresultate zu verzichten. Sie kann auch nur Teilresultate wissen wollen.
  • Von der Krankenkasse werden zwei Ultraschalluntersuchungen bezahlt, die erste findet üblicherweise zwischen der 10. und 12. Woche und die zweite zwischen der 20. und 23. Woche statt.
  • Nicht alle Frauen lassen Ultraschalluntersuchungen durchführen, 25 Prozent verzichten auf Pränataldiagnostik.
  • Die Wahrscheinlichkeit ein Kind mit Down-Syndrom zu gebären, steigt mit dem Alter der Mutter und beträgt ab dem 35. Altersjahr 1:380. Ein solches Risiko macht eine Schwangerschaft zur «Risikoschwangerschaft».
  • Jede vierte Schwangere ist heute 35 oder älter.
  • Bei einer „Risikoschwangerschaft“ werden seit Juni 2008 unbeschränkt viele Ultraschalluntersuchungen von den Krankenkassen übernommen. Zudem bezahlt die Krankenkasse eine invasive Unter-suchung wie Chorionbiopsie oder Fruchtwasserpunktion.
  • Die Statistik zeigt: Werden 1000 Schwangere einem sogenannten Triple-Test (ohne Eingriff) unterzogen, zeigen 40 ein erhöhtes Risiko für einen Neuralrohrdefekt (offener Rücken), aber nur 2 Kinder sind tatsächlich betroffen. 80-100 Schwangere zeigen ein erhöhtes Risiko für Down-Syndrom, tatsächlich betroffen sind 1-2 Kinder. Bei den restlichen Schwangerschaften ohne erkennbare Risikoerhöhung wird ein Kind dennoch eine der beiden Erkrankungen haben.
  • Die Treffsicherheit der Pränataldiagnostik ohne Eingriff in den Körper liegt bei Chromosomenstörungen wie dem Down-Syndrom zwischen 50 und 90 Prozent.
  • Die Treffsicherheit der invasiven Tests ist zumindest bezüglich Chromosomenstörungen nahezu hundertprozentig. Doch das Risiko, dadurch eine Fehlgeburt zu verursachen, liegt je nach Methode bei 0.5 bis 2 Prozent.
  • 80-90 Prozent der Frauen brechen die Schwangerschaft bei Befund Down-Syndrom ab. Bei anderen Prognosen brechen 50-60 Prozent ab.
  • Ein Schwangerschaftsabbruch nach der zwölften Schwangerschaftswoche ist eine künstlich eingeleitete Geburt. Sie kann Stunden dauern, manchmal kommt das Kind lebend zur Welt.
  • Die Anzahl der Kinder mit Down-Syndrom ist in der Schweiz trotz zunehmender Pränataldiagnostik konstant. Das liegt an einer Zunahme älterer Mütter.
  • Generell besteht ein Risiko von ca. einem Prozent für schwere Erkrankungen, die man vorgeburtlich nicht erkennen kann bzw. die nicht durch Chromosomenstörungen verursacht sind.

 

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