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Neue Studien: Schwangere gehören nun auch zur Corona-Risikogruppe

Das Coronavirus kann für Schwangere offenbar gefährlicher werden als bisher angenommen. Zu dieser Erkenntnis führen Studien aus verschiedenen Ländern. In der Schweiz zählen Schwangere darum nun zur Corona-Risikogruppe. 

Schwangere müssen sich nun besonders vor Corona schützen.

Hebammen und Ärzte raten Schwangeren zur besonderen Vorsicht. Bild: Lordn, Getty Images

In der Schwangerschaft arbeitet der Körper auf Hochtouren, alles verändert sich. Vorfreude auf und Ängste um das Baby wechseln sich ab. Und nun kommt auch noch die Unsicherheit rund um das Coronavirus hinzu... Was Sie wissen müssen, wenn sie aktuell schwanger sind.

Generell liegen wenige Daten zu einer COVID-19 Infektion in der Schwangerschaft vor. Basierend auf verschiedenen internationalen Studien raten Schweizer Gynäkologinnen und Hebammen aber zu besonderer Vorsicht. Und auch der Bundesrat hat reagiert und Schwangere anfang August auf die Liste der Risikopersonen gesetzt.

Besteht für Mama und Baby ein erhöhtes Risiko?

Vorsicht ist laut der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) für alle werdenden Mamas angesagt. Auch, wenn sie körperlich fit sind, unter 35 Jahre alt und keine weiteren Erkrankungen haben. Den das Immunsystem ist in dieser Zeit anfälliger. Und auch Herz und Lunge sind bei einer gesunden Schwangeren stark beansprucht. 

Bei einer Schwangeren können durch eine COVID-19 Erkrankung Risiken für Sauerstoffmangel im Blut, ein erhöhte Thromboseanfälligkeit und eine Verschlechterung der Abwehrkräfte entstehen. Die Plazenta kann infiziert werden, das ist aber eher selten der Fall. Es kann sein, dass das Virus von einer erkrankten Mutter an das Kind weitergegeben wird, bisher lassen Folgeuntersuchungen bei Neugeborenen positive Entwicklungen vermuten.

Was Sie tun sollten, wenn Sie schwanger sind

Schützen Sie sich vor einer Infektion mit dem Virus. Halten Sie Abstand, beachten Sie die Hygieneregeln, arbeiten Sie, wenn möglich aus dem Homeoffice. Das Mutterschutzgesetz bestimmt einen besonderen Schutz für Schwangere. Sind sie an Ihrem Arbeitsplatz einem besonderen Risiko ausgesetzt, beraten Sie sich mit ihrem Betreuenden Arzt/ihrer betreuenden Ärztin. Diese sind auch die erste Anlaufstelle, sollten Sie mögliche Symptome erkennen. Falls bei Ihnen Krankheitssymptome auftreten, rufen Sie umgehend Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt an, um die nötigen Schritte zu besprechen.

Diese Schutzmassnahmen gelten bei der Geburt

Wer darf mit in den Kreisssaal?

Solange der Partner oder die Partnerin gesund sind, sollen sie bei der Geburt zur Unterstützung dabei sein. Dabei ist die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln selbstverständlich.

Was ist anders bei der Geburt?

Eine natürliche Geburt ist möglich, und dem Kaiserschnitt vorgezogen. Ärztinnen empfehlen eine PDA (Epiduralanästhesie) damit im Falle einer Komplikation keine Narkose notwendig ist. Die empfohlenen Schutzmassnahmen mit strenger Schutzkleidung für das medizinische Personal gelten dann, wenn die Mutter eine aktive Infektion, oder eine bis zu zwei Wochen zurückliegende Infektion hatte. Wenn eine Infektion schon länger zurückliegt, ist dies nicht nötig.

Was ist nach der Geburt zu beachten?

Liegt eine COVID-19 Erkrankung der Mutter, sollte das Neugeborene vor einer Ansteckung geschützt werden. Wie das möglich ist? Am besten gemeinsam. Solange die Gefahr besteht, dass das Kind sich bei der Mutter anstecken kann, sollte es nur zum etwaigen Stillen nah bei der Mama sein und ansonsten der empfohlene Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. 

Ist Stillen mit einer aktiven Corona Infektion möglich?

Muttermilch ist gut für das Neugeborene und Stillen weiterhin ausdrücklich empfohlen. Wenn Sie COVID-19 haben und Stillen oder abpumpen, sollten Sie auf eine strenge Hygiene achten. Maske tragen, Hände und Brüste gründlich waschen bzw. Milchpumpe desinfizieren gehören dann zum Standardprogramm.

Besteht das Risiko einer Fehlgeburt?

Die Auswirkungen des Virus auf Plazenta und Fetus sind nach wie vor nicht bekannt, insbesondere bei Infektionen zu Beginn der Schwangerschaft. Das Risiko einer Fehlgeburt wurde bisher nicht untersucht, Frühgeburten sind möglich, wenn der Zustand der Schwangeren durch CoViD-10 kritisch ist.

Immer auf de neusten Stand

Informationen können sich laufend ändern. Auf der Homepage der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) finden Sie laufend die neusten Informationen und Erkenntnisse. Die Empfehlungen für der SGGG finden Sie hier. Weitere Antworten finden Sie auch in den FAQ des Bundesamtes für Gesundheit