Windpocken in der Schwangerschaft

Windpocken, auch als Wilde Blattern bekannt, gelten im Allgemeinen als harmlose Kinderkrankheit. Für Erwachsene sind jedoch besondere Vorsichtsmassnahmen zu beachten. Windpocken in der Schwangerschaft können sogar zu Schäden beim ungeborenen Kind führen.

Gegen Windpocken in der Schwangerschaft kann eine Impfung helfen.

Eine Impfung kann vor Windpocken in der Schwangerschaft schützen. Foto: Elena Elisseeva, iStock, Thinkstock

Die Krankheit ist sehr ansteckend. Ihre Erreger sind Viren (Varizellen). Sie werden durch Schmierinfektion oder durch eine Tröpfcheninfektion über die Luft verbreitet. Nach einer Inkubationszeit von ungefähr 14 Tagen zeigt sich ein juckender Hautausschlag am ganzen Körper, daher der Name Windpocken. Weil bei Wilden Blattern bei Kindern Komplikationen extrem selten sind, werden meist nur die Symptome wie der Juckreiz behandelt.

Tritt die Krankheit dagegen im Erwachsenenalter auf, kann das zu schwereren Komplikationen führen. Sogar zum Tod. Wie das Bundesamt für Gesundheit 2013 feststellt, ist die Sterblichkeit an Windpocken bei über 16-jährigen Personen etwa 10- bis 20-mal höher als bei Kindern. Auch andere sekundäre Infektionen mit bakteriellen Erregern, wie Hirnhautentzündung, Enzephalitis, Leberentzündung und Magen-Darm-Probleme treten bei Erwachsenen häufiger auf. So ist der Hautausschlag bei Erwachsenen heftiger und länger andauernd. Das Fieber steigt bis auf 40 Grad.

Windpocken in der Schwangerschaft: Schäden beim Baby möglich

Frauen, die an Windpocken während der Schwangerschaft erkranken, entwickeln daraufhin deutlich häufiger eine schwere Lungenentzündung als nicht schwangere Erwachsene. In ungefähr einem Viertel der Fälle führen Windpocken bei Schwangerschaft über die Plazenta zu einer Infektion des Kindes. Je nachdem, in welchem Schwangerschaftsstadium die Infektion des Ungeborenen erfolgt, kann sie ohne Symptome bleiben, zu Schädigungen von Haut, Rückenmark, Gehirn, Skelett und Augen oder zu einer Fehlgeburt führen. Infiziert sich die Mutter kurz vor dem Geburtstermin, kann es sein, dass das Neugeborene während der ersten beiden Lebenswochen schwer erkrankt.

BAG empfiehlt Varizellenimpfung

Da sehr viele Personen diese hochansteckende Krankheit bereits in der Kindheit überstanden haben und eine überstandene Windpockenerkrankung meistens zu lebenslanger Immunität führt, sind die meisten Erwachsenen geschützt. Die Schweizerische Kommission für Impffragen (SKIF) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfehlen aber im Bulletin 45 vom 1. November 2004 allen Jugendlichen und Erwachsenen, insbesondere Frauen mit Kinderwunsch, welche die Erkrankung nicht durchgemacht haben, die Varizellenimpfung. Alternativ könne zunächst eine serologische Antikörperbestimmung durchgeführt werden, um festzustellen, ob bereits eine Immunität vorliegt. Das ist möglich, auch wenn in der Vergangenheit keine sichtbaren Krankheitsanzeichen zu beobachten waren.

Falls eine Frau, die nicht immun ist, in ihrem Umfeld mit Windpocken bei Schwangerschaft konfrontiert wird, kann sie sich nicht mehr vorbeugend impfen lassen, weil der Impfstoff lebende abgeschwächte Krankheitserreger enthält. Diese könnten das Kind infizieren. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit einer passiven Immunisierung. Dabei werden Antikörper gespritzt, die eventuell eindringende Krankheitserreger sofort bekämpfen. Falls die Mutter kurz vor der Geburt erkranken sollte, muss das Neugeborene sofort mit dem Antikörperserum behandelt werden, weil noch kein Nestschutz aufgebaut werden konnte.

Impfungen während der Schwangerschaft

Eine Zusammenfassung zum Thema «Empfohlene Impfungen für Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft» hat die Eidgenössische Kommission für Impffragen erarbeitet. Das Faltblatt vom Juni 2012 ist unter der Bestellnummer Bestell-Nr.: 311.266.d erhältlich oder im Internet als Pdf-Datei unter diesem Link: www.bag.admin.ch


 

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