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Der inoffizielle Weg – Privatadoption

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Um ein Kind zu adoptieren, gehen manche Paare inoffizielle Wege. Foto: ©iStockphoto.com/Paulo Cruz

Um die Hürden einer Auslandadoption zu umgehen und den Weg abzukürzen, gehen viele Paare den Weg der Privatadoption. Damit bewegen sie sich in einer juristischen Grauzone. Dennoch entscheidet sich in der Schweiz heute knapp jedes dritte Paar für diesen Weg. Damit entfallen natürlich die Abklärungen zum Wohl des Kindes, welche die offiziellen Behörden im Vorfeld vornehmen. Den Jugendämtern bleibt nichts anderes, als die Selbstbeschaffungs-Adoption abzunicken, denn sie können gekaufte Kinder nicht zurückschicken.

Die Adoptiveltern ihrerseits müssen sich klar werden, ob sie mit fragwürdigen und manchmal auch ungesetzlichen Praktiken bei einer solchen Privatadoption leben können. Schätzungen zufolge sind 80 Prozent der Kinder aus Ländern, in denen es kaum Kontrollen gibt, aus Fällen von Kinderhandel und Kindsentführung. Adoption ist ein grosses Geschäft. Aus Haiti, Nepal oder Vietnam gibt es immer wieder Negativmeldungen. Zudem häufen sich die Fälle von Bulgarinnen oder Rumäninnen, die in der Schweiz gebären und ihre Kinder aus finanziellen Gründen direkt zur Adoption freigeben.

Ich will meinem Kind wenn es nach seinen Eltern fragt nicht sagen müssen, dass ich es gekauft habe.

Nach US-amerikanischem Recht kann man für 40'000 bis 50'000 Dollar ein noch ungeborenes Kind von einer Leihmutter kaufen. Ab 20'000 Dollar gibt es eines aus dem Katalog.

Bereits laufen in der Schweiz politische Bestrebungen, solche private Adoptionen zu verbieten. Denn das Problem dabei: Der Kinderexport ist für das Kind häufig nicht der beste Weg. Denn nicht nur der Verlust der leiblichen Eltern, sondern auch der Verlust seiner Kultur und der Sprache hinterlässt tiefe Narben. Und wenn das Kind nicht gesund sein sollte, übernimmt niemand die Garantie.

Aber auch, wenn es ein paar Jahre lang gut geht: Immer wieder kommt es vor, dass adoptierte Kinder wegen massiven Verhaltens- und Lernproblemen in ein Kinderheim gegeben werden müssen, weil die Adoptiveltern mit ihm nicht mehr klarkommen.

Wie eine offizielle Adoption abläuft

Der Kanton Thurgau hat die verschiedenen Verfahrensabläufe detailliert visualisiert und in einem PDF-Dokument zusammengefasst. Die Verfahren sind in allen Kantonen in etwa gleich.

  1. Anmeldung und Gesuch bei der zuständigen kantonalen Behörde für Adoption (siehe unten)
  2. Freiwilliger Kontakt mit einer vom Bund anerkannten Adoptionsvermittlungsstelle (siehe unten) ist empfehlenswert. Bei einer Auslandsadoption verlangen einige Herkunftsländer die Mitwirkung einer solchen Vermittlungsstelle.
  3. Eine Fachstelle, meist das Jugendamt übernimmt die Pflegeplatzabklärung und erstellt den Sozialbericht. Beim Sozialbericht wird die ökonomische Situation beleuchtet und auch die persönliche Eignung wird abgeklärt.
  4. Sind alle Bedingungen erfüllt, erteilt die kantonale Behörde eine vorläufige Pflegeplatzbewilligung
  5. Die Pflegeeltern erhalten von der Vermittlungsstelle oder der Vormundschaftsbehörde einen Kindervorschlag und die werden über rechtliche und soziale Folgen informiert.
  6. Die Adoptiveltern reisen in das Herkunftsland des Kindes und lernen das Kind kennen.
  7. Nach dem positiven Adoptionsurteil und der Visumserteilung reisen sie mit dem Kind in die Schweiz.
  8. Sie beschaffen die Übersetzungen der Adoptionsunterlagen und senden diese an die kantonalen Behörde.
  9. Sie melden das Kind bei der Gemeinde an.
  10. Während der mindestens einjährigen Pflegezeit übernimmt die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde die Vormundschaft über das Kind. Das Pflegeverhältnis wird von der kantonalen Behörde beaufsichtigt.
  11. Das Adoptionsgesuch wird abschliessend bearbeitet

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