Eileiterschwangerschaft endet oft mit Fehlgeburt

Wenn sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnistet, sondern im Eileiter, spricht man von einer Eileiterschwangerschaft. Schwangere mit Bauchschmerzen sollten sofort zum Arzt gehen.

Eine Eileiterschwangerschaft kann sehr gefährlich sein.

Bauchschmerzen können ein Hinweis auf eine Eileiterschwangerschaft sein. Foto:    LarsZahnerPhotography, iStock, Thinkstock

Bei einer Eileiterschwangerschaft findet die Einnistung einer befruchteten Eizelle ausserhalb der Gebärmutter statt. Die Eizelle wandert nicht regulär vom Eileitertrichter, dem Ort der Befruchtung, durch den Eileiter in die Gebärmutter. Stattdessen beendet die Eizelle ihren Weg in der Schleimhaut des Eileiters und nistet sich dort ein. Da die Schleimhaut nicht über eine ausreichende Menge an Nährstoffen verfügt, um den Embryo zu versorgen, kommt es häufig zu einer Fehlgeburt, die in einem frühen Stadium nicht immer bemerkt wird. Bei einem längeren Bestehen der Eileiterschwangerschaft treten allerdings spürbare Symptome auf, die grundsätzlich der Behandlung bedürfen.

Symptome Eileiterschwangerschaft

Wie bei einer regulären Schwangerschaft bleibt zunächst die Periode aus. Auch zeigt der Schwangerschaftstest ein positives Ergebnis an. Ein Ziehen im Unterbauch und morgendliche Übelkeit deuten noch nicht auf eine Eileiterschwangerschaft hin. Doch Schmerzzustände, die sich wie ein entzündlicher Prozess anfühlen und möglicherweise von Kreislaufbeschwerden, erhöhter Temperatur oder Herzrasen begleitet werden, sind ein dringender Anlass, den Frauenarzt aufzusuchen. Solche Symptome können auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen. Die Diagnose erfolgt in der Regel über eine Ultraschalluntersuchung des Bauches.

Ursachen einer Eileiterschwangerschaft

Die Ursachen einer Eileiterschwangerschaft sind vielfältig. Neben anatomischen Gründen wie Verwachsungen und abgeknickte Eileiterform und funktionellen Ursachen wie Beweglichkeitseinschränkungen und Muskelschwäche können auch konkrete Risikofaktoren zugrunde liegen. Dazu zählen beispielsweise vorausgegangene operative Eingriffe im Bauch- und Beckenbereich und frühere Schwangerschaftsabbrüche.

Fehlgeburt oder Abbruch der Eileiterschwangerschaft

Die Feststellung einer Eileiterschwangerschaft stellt für Frauen ein immenses Problem dar, da grundsätzlich ein Abbruch der Schwangerschaft erfolgen muss. «Es wird nicht gross darüber geredet, aber es macht grosse Probleme und Trauer bis hin zu Depressionen», schreibt die Schweizer Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe Dr. med. Christina Schlatter Gentinetta in einem Artikel über Kinderwunsch und gestörte Frühschwangerschaft. Häufig endet die Eileiterschwangerschaft in den ersten Monaten durch eine Fehlgeburt.

Je nach den Begleitumständen kann auch eine Eileiterschädigung in Form eines Risses auftreten. In diesem Fall sind Komplikationen möglich, die eine schnelle medizinische Versorgung erforderlich machen. Sollte der Schwangerschaftsabbruch nicht von selbst durch eine Fehlgeburt erfolgen, muss die Schwangerschaft beendet werden. Dies geschieht entweder durch eine medikamentöse Therapie oder in Form einer Bauchspiegelung. Je nach Zustand des Eileiters kann eine Entfernung desselben erforderlich sein.

Zukünftige Schwangerschaften möglich

Trotz einer Eileiterschwangerschaft ist es durchaus möglich, zu einem späteren Zeitpunkt erneut schwanger zu werden. Auch mit nur einem verbliebenen Eileiter ist eine Schwangerschaft vorstellbar, wobei die Chancen, den Kinderwunsch zu erfüllen, nun geringer sind. Gynäkologen empfehlen eine Wartezeit von zumindest einem halben Jahr - vor allem nach einer Bauchspiegelung. Grundsätzlich besteht nach einer Eileiterschwangerschaft ein erhöhtes Risiko einer weiteren Eileiterschwangerschaft. Deshalb ist die unbedingte Einhaltung aller Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig. Betroffene sollten bereits bei geringsten Beschwerden den Arzt aufsuchen.

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