Ein Spermiogramm gibt Aufschluss über die Samenqualität

Ungewollte Kinderlosigkeit ist für viele Paare eine grosse Belastung. Mit einem Spermiogramm lässt sich rasch herausfinden, ob eine schlechte Samenqualität dafür infrage kommt. Am besten wird solch eine Ejakulatanalyse direkt in einer urologischen Praxis oder Klinik durchgeführt.

Ein Spermiogramm kann helfen, Gründe für eventuelle Unfruchtbarkeit zu finden.

Ein Spermiogramm kann helfen, die Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch zu finden. Foto: shironosov, iStock, Thinkstock

Spermiogramm Ablauf

Die Spermien sollten möglichst frisch sein, da ihre Beweglichkeit schon nach einer Stunde nachlässt. Der Spermiogramm Ablauf ist einfach: Mindestens drei, besser fünf Tage vor der Untersuchung sollte nicht ejakuliert werden. In der Praxis oder Klinik werden die Spermien durch Masturbation gewonnen. Sie können ebenso zu Hause in ein sauberes Laborglas abgefüllt werden. Der Transport sollte sehr schnell und körperwarm erfolgen, was gerade im Winter wichtig ist.

Ein Spermiogramm braucht frische Samenzellen

In der Ejakulatanalyse werden die verflüssigten Samen etwa eine halbe Stunde nach Abgabe mikroskopisch auf Anzahl, Beweglichkeit, Beschaffenheit und die Probe insgesamt auf ihr Volumen untersucht. Für jeden einzelnen Punkt der Untersuchung gibt es Referenzwerte, an denen die Probe gemessen wird.

Da es auch bei einer normalen Fruchtbarkeit zu teilweise erheblichen Schwankungen kommt, sollte solch eine Untersuchung nach etwa drei Monaten wiederholt werden, bevor medizinische Massnahmen ergriffen werden, um die Spermienqualität zu verbessern. Die Untersuchung selbst reicht noch nicht aus, um eine zuverlässige Diagnose zu stellen: Es kommt immer wieder zu Schwangerschaften, obwohl die Qualität der Samen nicht stimmt; umgekehrt bleiben Erfolge auch bei guten Spermien aus.

Ein Schnelltest ist übrigens nicht empfehlenswert, wenn es um Gründe der Unfruchtbarkeit geht. Er umfasst nur einen kleinen Teil der ausführlichen Laboruntersuchung per Mikroskop.
Es werden zudem immer mehr Eigentests für zu Hause angeboten, die von Experten nicht als aussagekräftig angesehen werden, da sie nur die Spermienkonzentration anzeigen: «Dieser Test sagt noch lange nicht aus, dass der Mann unfruchtbar ist. Dazu muss man auch Beweglichkeit, Grösse und Form der Spermien abklären», so Bruno Imthurn vom Universitätsspital Zürich in einem Beitrag von gesundheitstipp.ch.

Spermienqualität verbessern heisst auf die eigene Gesundheit achten

Es ist immer sinnvoll, die Spermienqualität verbessern zu lassen beziehungsweise selbst aktiv mitzuarbeiten. Das gilt auch dann, wenn das Spermiogramm gut ausfällt und die Partnerin behandelt wird. Dazu Brigitte Weber, TCM-Gynäkologin aus Zürich auf ihrem Blog: «Selbst bei einem günstigen Spermiogramm macht die gleichzeitige Behandlung des Mannes Sinn. Denn Stress und falsche Ernährung sind weitere Faktoren, welche die Zeugungsfähigkeit massiv beeinträchtigen.»

Die Gründe für unfruchtbare Spermien sind vielseitig: Medikamente, Krankheiten, Rauchen, Drogen und Alkohol können ebenso verantwortlich sein wie ein schlechter Zustand der Geschlechtsorgane. Darum folgt normalerweise eine körperliche Gesamtuntersuchung, unter anderem mit Ultraschall. Unfruchtbare Samen können zudem aus Erbgutschäden entstehen, auch hier wird je nach Befund nachgeforscht. Im Zweifelsfall wird eine Biopsie vorgenommen, also Spermien direkt entnommen. Das sollte allerdings nur für eine künstliche Befruchtung geschehen.

Weiterführende Links zum Thema Spermiogramm

Zu den Kosten für den Spermiogramm Ablauf (150 Franken) und der möglichen Übernahme durch die Krankenkassen finden Sie Informationen unter www.repro-endo.usz.ch

Die WHO interpretiert ungewollte Kinderlosigkeit inzwischen als Krankheit, und die Zahlen steigen an. Wer mehr wissen möchte: Ganz ausführlich behandelt Dr. med Christian Sigg vom Andrologie Zentrum Zürich das Thema Spermien, nachzulesen unter www.maennerarzt.ch

 

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