Eizellen einfrieren: Wenn der Kinderwunsch aufgeschoben wird

Manchmal passen Familienplanung und Fruchtbarkeit nicht gut zusammen. Indem Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen und zu einem späteren Zeitpunkt durch Kryotransfer schwanger werden, können sie das Ticken der biologischen Uhr ausschalten. Unproblematisch ist das Verfahren aber nicht.

Die Eizellen einfrieren zu lassen kann einem das Gefühl geben, dass man die biologische Uhr anhält.

Lässt sich mit dem Einfrieren von Eizellen wirklich die biologische Uhr anhalten? Foto: Pixland, Thinkstock

Die Methode ist noch relativ jung. Das Entnehmen und Einfrieren von Eizellen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt künstlich zu befruchten, gibt es in der Reproduktionsmedizin erst seit ein paar Jahren. Meist wird das Verfahren jungen Frauen angeboten, die an Krebs erkrankt sind und bei denen die Eierstöcke durch die Chemotherapie geschädigt werden. Auf diese Weise kann ein Kinderwunsch auch nach der Behandlung noch erfüllt werden.

Doch auch immer mehr gesunde Frauen, die ihre eigene Lebensplanung nicht vom lauten Ticken der biologischen Uhr abhängig machen wollen, interessieren sich dafür, ihre Eizellen einzufrieren. Doch was passiert eigentlich bei der sogenannten Kryokonservierung?

So funktionieren Kryokonservierung und Kryotransfer

Normalerweise produziert eine Frau pro Zyklus ein Ei. Für das Einfrieren und die künstliche Befruchtung lohnt sich das allerdings noch nicht, denn nicht alle Eizellen überstehen das Auftauen unbeschadet und nicht immer klappt eine In-vitro-Fertilisation beim ersten Versuch. Sollten Sie sich dazu entschliessen, werden Sie sich deshalb zunächst einer Hormonbehandlung unterziehen, bei der Ihre Eierstöcke dazu angeregt werden, mehrere Eier zu produzieren. Diese werden unter Narkose operativ entfernt.

Die dabei «geernteten» Eizellen werden nun in Stickstoff schockgefrostet, die sogenannte Kryokonservierung. Theoretisch sind sie so lange haltbar, bis sie wieder aufgetaut werden. Haben die Eizellen das Auftauen ohne Schaden überstanden, können sie im Reagenzglas befruchtet und der Frau eingesetzt werden. In dem Fall spricht man von einem Kryotransfer. Wenn es dann mit einer Schwangerschaft klappt, kann das Wunschkind tatsächlich zum Wunschtermin kommen.

Späteres Mutterglück: Social Freezing

Und dieser Wunschtermin verschiebt sich immer weiter nach hinten. Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Familie zu gründen? Diese Frage zu beantworten, finden viele Frauen heute schwierig. Schliesslich wirft diese eine Frage noch viele andere Fragen auf: Passen Kinder in meine Karriereplanung? Will ich mein Leben erst noch ohne Kinder geniessen? Habe ich den richtigen Partner gefunden, mit dem ich mir eine Familie vorstellen kann? Können wir uns jetzt ein Kind leisten? Nicht selten stellen Frauen oder Paare dann fest, dass Familienplanung und Fruchtbarkeit nicht gut zusammenpassen.

Etwa mit Mitte 20 ist die Fruchtbarkeit einer Frau auf ihrem Höhepunkt. Danach sinkt die Chance auf eine natürliche und komplikationsfreie Schwangerschaft zunächst langsam aber stetig. Ab etwa 35 nimmt die Fruchtbarkeit immer schneller und dramatischer ab. Dies sind die Fakten der biologischen Uhr. Karriere, Geldsorgen oder Partnersuche verschieben die Erstgeburtsrate aber immer weiter nach hinten. Kein Wunder, dass sich immer mehr Frauen dafür interessieren, ihre Eizellen einfrieren zu lassen. Man bezeichnet dies auch als «social freezing», das Einfrieren aus sozialen Gründen also.

Ethische Fragen und andere Probleme

Es klingt verlockend, die biologische Uhr durch das Einfrieren von Eizellen ausstellen zu können, doch das Verfahren wirft auch neue Probleme und Fragen auf. Zunächst einmal muss festgestellt werden, dass sich die biologische Uhr zwar etwas anhalten, aber nicht wirklich ausstellen lässt. Komplikationen, die bei Schwangerschaften von Müttern über 40 vermehrt auftreten können, hängen nicht nur mit der Eizelle zusammen. Das Risiko auf Frühgeburten oder Schwangerschaftsdiabetes nimmt mit dem Alter zu – auch wenn die eingesetzte Eizelle selbst noch jünger ist.

Eine Garantie auf eine späte Schwangerschaft bietet – wie bei jeder künstlichen Befruchtung - zudem auch die Konservierung der Eizellen nicht, was bei Frauen, die sich darauf verlassen haben, nicht selten psychologische Probleme auslösen kann. Dies gilt umso mehr, je später die Eizellen entnommen worden sind: Je älter die Frau zum Zeitpunkt der Entnahme ist, um so anfälliger sind die Eizellen dafür, entweder das Auftauen nicht unbeschadet zu überstehen oder bereits Auffälligkeiten im Erbmaterial zu enthalten.

Und dann ist da natürlich die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit: Kann es im Interesse eines Kindes sein, eine ältere Mutter zu haben, die vielleicht schon in wenigen Jahren aufgrund ihres Alters auf Hilfe und Pflege angewiesen ist? Wann ist alt zu alt?

Weiterführende Informationen:

  • Mehr Informationen zu Kryokonservierung sowie Adressen von Kinderwunschzentren finden Sie auf der Website des Betroffenen-Netzwerkes www.kinderwunsch.ch

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