Viele Junge wünschen sich Kinder und bleiben später trotzdem kinderlos

«Später, da möchte ich gerne zwei Kinder haben». Dieser Aussage stimmen die meisten jungen Erwachsenen zu. Später gehen aber nicht alle Kinderwünsche in Erfüllung, und einige bleiben auch gewollt kinderlos. Das zeigen die neusten Zahlen vom Bundesamt für Statistik. Warum das so ist, erklären der Soziologe François Höpflinger und der Psychologe Guy Bodenmann.

Kinderwunsch ist gross

Kinderlos sein wollen die wenigsten. Foto: m-imagephotograph, iStock, Thinkstock

Der Kinderwunsch in der Schweiz ist gross. Das belegen die neusten Zahlen vom Bundesamt für Statistik (BFS). Diese Woche hat das BFS die ersten Ergebnisse einer gross angelegten Umfrage präsentiert. Es zeigt: Fast zwei Drittel der kinderlosen Frauen und Männer im Alter von 20-29 Jahren wünschen sich zwei Kinder. Ein Viertel hätte gerne drei oder mehr Kinder. Nur sechs Prozent der Frauen und beinahe acht Prozent der Männer wünschen sich keine Kinder. Wunsch und Realität klaffen später aber häufig auseinander. Bei den Frauen zwischen 50 und 59 Jahren sind 20 Prozent kinderlos geblieben.

Lange Zeit kinderlos

Im Vergleich zu anderen Ländern wird in der Schweiz relativ spät eine Familie gegründet. «Die Schweiz ist ein Spätzünder: Es wird später geheiratet, und es gibt später Kinder», sagt der Soziologe François Höpflinger von der Universität Zürich. «Zuerst kümmert man sich um die Ausbildung, dann um die Erwerbstätigkeit und erst dann um die Kinder. Man will für das spätere Wunschkind wirtschaftlich abgesichert sein». Im Vergleich zu den 90er Jahren hat die Akzeptanz der Berufstätigkeit von Müttern mit kleinen Kindern deutlich zugenommen.

Zuerst Karriere und dann Kinder. Fast ein Drittel der Frauen mit einem höheren Abschluss bleiben sogar kinderlos: «Häufig sind strukturelle und biologische Gründe dafür verantwortlich, dass die Anzahl Kinder bei höher gebildeten Frauen niedriger ausfällt», sagt Psychologe Guy Bodenmann von der Universität Zürich. Die Frauen nehmen das Thema Kinder erst später in Angriff, da die Ausbildung und der Beruf die Familienplanung nach hinten verschieben. Mit dem steigenden Alter nimmt die Fruchtbarkeit ab. «Die biologische Uhr ist und bleibt relevant», sagt Bodenmann. «Während die Fruchtbarkeit bei jungen Frauen zwischen 20 und 25 Jahren bei 86 Prozent liegt, ist sie bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren nur noch bei 50 Prozent». Zum anderen falle die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor schwer.

Kinderlosigkeit nimmt ab

In den 70er Jahren rechneten viele damit, dass gewollte Kinderlosigkeit zunehmen wird. Es hat sich nicht bewahrheitet. Guy Bodenmann sagt: «Die Kinderlosigkeit ist über die letzten Jahre relativ stabil geblieben, mit einer leichten Tendenz zu wieder mehr Kindern». Auch Soziologe François Höpflinger ist sich sicher, dass der Trend zur Kinderlosigkeit sinken wird: «Erstaunlich ist, wie wenig junge Leute kinderfeindlich sind und kinderlos bleiben wollen. Die Familie hat einen sehr grossen Stellenwert».

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