Unfruchtbar? - So kann die Fruchtbarkeit des Mannes beeinflusst werden

Betrachtet man die Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit, so hält es sich ungefähr die Waage, ob Mann oder Frau unfruchtbar sind. Nicht immer steckt eine Krankheit hinter der Sterilität des Mannes. Manchmal können schon ein paar Veränderungen dabei helfen, die Qualität der Spermien zu verbessern.

Unfruchtbar zu sein ist auch für Männer belastend.

Wenn ein Mann unfruchtbar ist, kann das für ihn und die Beziehung belastend sein. Foto: iStock, Thinkstock

Eigentlich sollte man mit den kleinen Schwimmern schon fast Mitleid haben: Von 500 Millionen Spermien schafft es im Durchschnitt gerade mal eine Samenzelle bis zum Ei, um es zu befruchten. Wenn die Spermien keine gute Qualität aufweisen, kann es mit der Befruchtung schwierig werden. Und so finden sich mindestens eben so viele Männer wie Frauen in der Situation, dass sie unfruchtbar sind. Eine Tendenz, die immer mehr zunimmt. In Studien konnte beispielsweise ein Zusammenhang zwischen Weichmachern und männlicher Fruchtbarkeit nachgewiesen werden. Auch andere Umwelteinflüsse machen es den Spermien schwer, ihren Weg zum Ei zu finden.

Gerade für Männer kann es ein herber Schlag für das Selbstverständnis und die Männlichkeit sein, wenn sie sich damit auseinandersetzen müssen, dass sie eventuell kein Kind zeugen können. Obwohl ein Kinderwunsch oft stärker von der Frau ausgeht, können Frauen oft besser damit umgehen, wenn es auf dem Weg zum Wunschkind Probleme gibt. Während es Frauen vielmals als tröstlich und hilfreich empfinden, sich mit Freundinnen oder anderen Frauen in Internetforen auszutauschen, finden es Männer oft schwieriger, ähnliches Verständnis im Bekanntenkreis zu finden. Ein Stammtischthema ist die eigene Zeugungsunfähigkeit sicher nicht. Schade eigentlich, denn dabei würden Männer vielleicht feststellen, dass sie mit ihren Problemen wahrscheinlich gar nicht so allein sind. Denn Gründe für männliche Unfruchtbarkeit gibt es viele.

Spermienqualität natürlich verbessern

Wenn ein Mann kein Kind zeugen kann, muss nicht immer eine Krankheit dahinterstecken. Manchmal helfen schon ein paar Veränderungen des Lebenswandels, um dem Kinderwunsch auf die Sprünge zu helfen.

Dazu zählt zum Beispiel das Rauchen. Nicht nur für die zukünftige Mutter hat Nikotin einen schädlichen Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Auch die Spermienqualität kann bei Rauchern leiden. Wenn Sie eine Familie planen, ist es deshalb jetzt ein guter Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören. Dies kann ihre Spermien positiv beeinflussen und ist zudem ein guter Start für ein Leben als Familienvater, denn Nikotin ist natürlich nicht nur schlecht für die Samenqualität sondern auch für Ihr ungeborenes und geborenes Kind.

Auch sonst vermutet man, dass sich ein gesunder Lebensstil positiv auf die Qualität der Spermien auswirken kann. Zwar gibt es noch keine gross angelegte Studie, aber in mehreren kleinen Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich gesunde Ernährung, die reich an Vitamin C und E, Beta-Carotin und Zink ist, ebenfalls günstig auf die männliche Fruchtbarkeit auswirkt.  

In diesem Zusammenhang spielt auch Übergewicht eine Rolle. Bei den übergewichtigen Männern gibt es einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Sterilität. Warum das so ist, ist noch nicht genau erforscht, man vermutet jedoch, dass das Übergewicht zu hormonellen Veränderungen im Körper führt, die sich wiederum schlecht auf die Zeugungsfähigkeit auswirken.

Auch scheinbare Kleinigkeiten, wie die Hodentemperatur, können die Spermienqualität negativ beeinflussen. Zu enge Unterhosen, Vollbäder, Saunagänge oder langes Sitzen können dafür sorgen, dass sich die Hoden zu sehr erwärmen und verhindern, dass die Spermien ihr volles Potenzial entfalten können.

Andere Gründe für Sterilität

Nicht immer lässt sich jedoch die Spermienqualität mit ein paar Veränderungen des Lebensstils positiv beeinflussen. In manchen Fällen steckt hinter der Unfruchtbarkeit eine Krankheit. Dazu gehören zum Beispiel unbehandelter Hodenhochstand, eine krampfaderähnlich gestaute Vene im Hodenbereich, hormonelle Störungen oder Infektionen, wie sie durch Mumps oder Chlamydien ausgelöst werden können.

Manche dieser Krankheiten können behandelt werden. Je länger jedoch die Sterilität des Mannes anhält, um so schwieriger wird eine Therapie, um auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Wenn Sie deshalb nach etwa einem Jahr noch immer nicht schwanger sind, sollten Sie den Rat eines Arztes hinzuziehen. Dieser wird im gemeinsamen Gespräch mit Ihnen die Vorgeschichte und weitere Vorgehensweise besprechen. Scheint das Problem tatsächlich beim Mann zu liegen, wird sich in den meisten Fällen ein Internist oder Urologe kümmern.

Weitere Informationen und Austauschmöglichkeiten:

  • www.maennerarzt.ch  - Website speziell für die Gesundheit der Männer
  • www.kinderwunsch.ch – Das Betroffenen-Netzwerk bietet Rat und Unterstützung bei männlicher (und weiblicher) Unfruchtbarkeit
  • Auch im Familienleben-Forum können Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen

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