Künstliche Befruchtung mit der In-vitro-Fertilisation (IVF)

Wie sehen das Vorgehen, die Voraussetzungen und Erfolgsfaktoren, aber auch die Risiken der künstlichen Befruchtung mit In-vitro-Fertilisation (IVF) aus? Hier finden Sie Informationen zum IVF-Verfahren, sowie zu den Diskussionen um ethische und gesundheitliche Bedenken dieser Methode zur künstlichen Befruchtung.

Künstliche Befruchtung mit IVF

Das IVF-Verfahren bringt Frauen mit Kinderwunsch neue Hoffnungen, polarisiert aber auch aufgrund ethischer und gesundheitlicher Überlegungen. Foto: Hemera, Thinkstock

Die künstliche Befruchtung, die sogenannte In-Vitro-Fertilisation (IVF), findet ausserhalb des Körpers der Frau statt. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt «Die Befruchtung im Glas». Bei dem IVF-Verfahren werden den Frauen Eizellen entnommen, um sie nachhinein ausserhalb des Körpers mit dem Samen des Partners zusammen zu führen. Oft eine Zusatzmassnahme zur IVF ist die ICSI.

Die IVF wird zur Behandlung von Frauen mit irreparabel verschlossenen Eileitern, bei Endometriose oder bei männlicher Fertilitätsstörung verwendet. Bevor man mit dem Verfahren einer künstlichen Befruchtung beginnen kann, müssen beide Partner gründlich untersucht und beraten werden.

Vorgehen bei IVF

 

Medikamentöse Vorbehandlung

Nach einer medikamentösen Vorbehandlung, die optimale hormonelle Bedingungen erzeugen soll, wird mit einer Stimulationstherapie begonnen. Wenn genügend Eibläschen (Follikel mit Eizelle) herangewachsen sind, wird das Schwangerschaftshormon HCG gespritzt, um die Eizellreifungsphase abzuschliessen. Mit Hilfe einer Follikelpunktion werden jetzt meist mehrere Eizellen entnommen.

 

Eizellentnahme

32 bis 36 Stunden nach der HCG-Spritze können unter Narkose dem Eierstock einzelne Eizellen entnommen werden. Dabei wird eine Punktionsnadel mit einem Ultraschallkopf durch die Wand der Scheide bis zum Eierstock geführt. Dort wird dann ein Eibläschen nach dem anderen angestochen. Die Flüssigkeit wird abgesaugt und der Follikel gespült. Die abgesaugte Flüssigkeit enthält in den meisten Fällen eine Eizelle.

 

Befruchtung

Die Eizellen werden im Labor in eine besondere Nährlösung gegeben und mit einer bestimmten Menge gut beweglicher Samenzellen vermischt und im Brutschrank kultiviert. Nachdem festgestellt wurde, wie viele Eizellen das so genannte Vorkernstadium (eine Eizelle im Anfangsstadium der Befruchtung: Im Innern der Eizelle ist der männliche und der weibliche Zellkern noch getrennt zu sehen) erreicht haben, muss das Paar entscheiden, bei wie vielen Eizellen die Befruchtung abgeschlossen werden soll. Diese Zahl darf nicht beliebig hoch sein. Nach etwa 40 Stunden, wenn sich ein oder mehrere Embryonen entwickelt haben, werden der oder die Embryonen in die Gebärmutterhöhle übertragen.

 

Einsetzen des Embryos

In den folgenden zwei bis vier Tagen teilt sich die befruchtete Eizelle mehrmals. Daraus entsteht ein winziger Embryo, der dann über einen Katheter in die Gebärmutterhöhle eingesetzt wird. Zur Vorbereitung dieser Übertragung bekommt die Frau Medikamente, die die Gebärmuttermuskulatur beruhigen. In der Zeit nach dem Eingriff sollte auf Aufregung und zu viel Aktivität verzichtet werden, ebenso auf Kreislaufbelastungen, z.B. durch Sport und starke Temperaturerhöhungen, z.B. Saunabesuche, heisse Wannenbäder, intensive Sonnenbäder. 12 bis 14 Tage nach der Befruchtung wird per Blutuntersuchung festgestellt, ob die Frau schwanger ist.

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