Trotz Myom ist eine Schwangerschaft möglich

Ein Myom in oder an der Gebärmutter ist keine besonders erfreuliche Diagnose. Aber auch kein Grund sich übermässig Sorgen zu machen. Am unerfüllten Kinderwunsch sind Myome nur sehr selten schuld. Für eine Schwangerschaft sind sie in der Regel keine Gefahr.

Ein Myom ist in der Schwangerschaft in der Regel kein Problem.

Ein Myom beeinträchtigt eine Schwangerschaft in der Regel nicht. Foto: Alex_Beck, iStock, Thinkstock

Uterusmyome sind gutartige Tumore in oder an der Gebärmutter, am Muttermund oder an den Bändern, die den Uterus halten. Tumore - das hört sich schlimmer an, als es ist. Die Muskelwucherungen bilden keine Metastasen, wachsen meist nur sehr langsam und sind in der Regel vollkommen harmlos. Meist werden Uterusmyome erst im Rahmen einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt entdeckt, zum Beispiel beim Ultraschall-Checkup während der Schwangerschaft. Denn meist bleiben die Wucherungen beschwerdefrei.

Frauen im gebärfähigen Alter haben relativ häufig Myome: Etwa eine von vier Frauen ab 30 Jahren und sogar knapp die Hälfte der Frauen über 40 sind betroffen. Bei der Entstehung von Myomen spielen Östrogene eine Rolle. Eine genetische Veranlagung gilt als wahrscheinlich. Bei jungen Mädchen treten die Wucherungen nicht auf, und mit der Menopause schrumpfen sie wieder.

Symptome von Myomen

Myome können die Regelblutung verstärken, verlängern und sogar Zwischenblutungen auslösen. Bei ungünstiger Lage drücken sie auf die Blase oder den Darm, quetschen Nerven oder bereiten Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Grössere Myome machen sich manchmal durch ein Druck- und Fremdkörpergefühl im Unterleib bemerkbar. Lange wurde geglaubt, dass Myome sich in bösartige Tumoren verwandeln könnten. Heute gilt diese Entartung als praktisch ausgeschlossen.

Myom und unerfüllter Kinderwunsch

Uterusmyome sind nur in wenigen Fällen für Unfruchtbarkeit verantwortlich. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Sterilitätspatientinnen werden Myome gefunden, einzig identifizierbare Ursache der Unfruchtbarkeit sind sie lediglich bei etwa zwei Prozent. Sitzt das Myom sehr ungünstig in der Gebärmutterschleimhaut, kann es die sichere Einnistung und das frühe Wachstum des Embryos gefährden und damit Fehlgeburten in den ersten Schwangerschaftswochen auslösen. In den allermeisten Fällen aber etabliert sich eine Schwangerschaft trotz Myom, und im weiteren Verlauf sind meist keine Probleme zu erwarten.

«Bei einem Kinderwunsch muss geklärt werden, ob die Sterilität tatsächlich Folge der Myome ist. Denn jede Therapie führt zu einer unerwünschten Verzögerung der Kinderwunschbehandlung», gibt Dr. med. Brigitte Leneers, Oberärztin für Reproduktions-Endokrinologie am Universitätsspital Zürich in der Fachzeitschrift info@gynäkologie zu bedenken.

Myom und Schwangerschaft

Ob ein bereits diagnostiziertes Myom vor der Schwangerschaft entfernt werden sollte, kann nur von einem Spezialisten entschieden werden. Myome stellen kein ausgeprägtes Risiko für den Verlauf einer Schwangerschaft dar. Bei Beschwerdefreiheit ist daher meist keine Operation nötig.

Während der Schwangerschaft ist eine Myomtherapie nicht empfehlenswert. Die operative Entfernung kommt nur infrage, wenn das Leben von Mutter und Kind bedroht ist, beispielsweise durch ein abgestorbenes und infiziertes Myom. Besonders grosse Myome können das Risiko einer Fehlgeburt etwas erhöhen. Manchmal werden sie aufgrund ihrer Lage im Geburtskanal als Geburtshindernis identifiziert. In diesen Fällen wird ein Kaiserschnitt geplant.

Myomtherapie

Für die Therapie von intrauterinen Myomen, die Beschwerden verursachen, gibt es heute verschiedene gebärmuttererhaltende Optionen. Mit einer aktuellen Kinderwunschbehandlung ist allerdings keine davon vereinbar.

Ganz ohne Chirurgie kommen die Hormontherapie mit Gestagenen und die medikamentöse Stimulation des Progesteron-Rezeptors aus. Eine neue Methode neben der klassischen oder minimal invasiven chirurgischen Myomentfernung (Ausschälen) ist die Myomembolisation. Bei dieser Methode werden die Blutgefässe, die das Uterusmyom ernähren, durch Injektion kleiner Kunststoffkügelchen verstopft, was die Wucherung zum Absterben bringt. Achtung: Die Myomembolisation ist nichts für Frauen, die noch schwanger werden wollen!

Als schonend und auch für Frauen mit Kinderwunsch gut geeignet gilt die MRT-gesteuerte
Zerstörung des Myoms mit fokussiertem Ultraschall. Die neue Methode ohne Schnitt und Narbe wird allerdings momentan von den Kassen nicht finanziert und nur von wenigen Zentren angeboten. Eines davon ist das Swiss Diagnostic Center in Horgen am Zürichsee.

Einen informativen Fernsehbeitrag des SRF zum Thema Myomtherapie sehen Sie hier.

 

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