Phänomen Scheinschwangerschaft

Die ausbleibende Periode, morgendliche Übelkeit, Heisshungerattacken, ein wachsender Bauch und Brüste, die immer grösser werden und spannen - alle Anzeichen sprechen für eine Schwangerschaft. Doch der Frauenarzt sagt etwas anderes. Eine Scheinschwangerschaft kann auf ernsthafte psychische Störungen hinweisen.

Eine Scheinschwangerschaft kann verschiedene Ursachen haben.

Hinter einer Scheinschwangerschaft stecken psychische Probleme. Foto: Vuk-Varuna, iStock, Thinkstock

Was viele nur aus dem Tierreich, zum Beispiel von Hund, Katze oder Hase, kennen, ist durchaus auch bei uns Menschen möglich: Die Rede ist von der Scheinschwangerschaft, im Fachjargon auch Pseudogravidität, Graviditas Imaginata, Pseudocyesis oder Graviditas Neurosa genannt. Früher wurde diese Erkrankung auch häufig «Wunschneurose mit schwangerschaftsähnlichen Symptomen» genannt. Ist sie bei Tieren oft praktisch und sinnvoll, unter anderem zum gemeinsamen Aufziehen des Nachwuchses in einem Rudel, stecken beim Menschen jedoch häufig ernsthafte psychische Probleme hinter dem Phänomen.

Ursachen für eine Scheinschwangerschaft

In den meisten Fällen hegen die betroffenen Frauen extreme Gefühle gegenüber einer Schwangerschaft - das kann auf der einen Seite ein stark ausgeprägter Kinderwunsch sein, auf der anderen Seite panische Angst vor einer Schwangerschaft, wenn sie etwa überhaupt nicht zur beruflichen, finanziellen oder familiären Situation passen würde. Eine Scheinschwangerschaft mit Symptomen wie Kindsbewegungen oder Wehen beruht nahezu immer auf einer unbedingt zu behandelnden Störung der Psyche.

In sehr seltenen Fällen können eine Scheinschwangerschaft und ihre Symptome auch durch eine hormonelle Störung hervorgerufen werden, welche ebenfalls behandelt werden kann und sollte. In diesen Fällen kann es sogar zu positiven Schwangerschaftstests kommen, da der Körper grundlos das Schwangerschaftshormon HCG produziert.

Scheinschwangerschaft: Symptome

Eine Scheinschwangerschaft kann Symptome auslösen, welche von leichten Schwangerschaftsanzeichen wie Heisshunger, Müdigkeit und Übelkeit über schwere Beine, einem vergrösserten Bauchumfang, wachsenden Brüsten bis hin zu schwereren Fällen mit eingebildeten Kindsbewegungen, einem Austreten der sogenannten Vormilch (Kolostrum) aus der Brust oder sogar Wehen reichen können. Auch ein Ausbleiben der Periode oder ein nur sehr schwaches Auftreten der Menstruation ist üblich.

Die meisten dieser Symptome lassen sich leicht erklären: Die Periode kann aufgrund des Stresses der Betroffenen ausbleiben, Heisshungerattacken können dieselbe Ursache haben. Durch diese Ess-Anfälle lässt sich auch ein wachsender Bauchumfang erklären, welcher auch durch Wassereinlagerungen zustande kommen kann. Die Experten der Seite swissmom.ch schreiben dazu: «Der wachsende Bauchumfang ist möglich durch das Auftreiben des Bauches durch Blähungen, durch Fetteinlagerung, aber auch durch krankhafte Veränderungen, nämlich durch Aszites (Ansammlung von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle: Bauchwassersucht) oder durch Fibrome (gutartige Geschwülste aus gefässreichem Bindegewebe).» Übelkeit kann ebenfalls psychosomatisch, also stressbedingt, auftreten. Die Kindsbewegungen und Wehen treten so gut wie nur bei Frauen auf, welche ernsthafte psychische Störungen in Bezug auf das Thema Schwangerschaft haben. Dies kann zum Beispiel nach einer Abtreibung oder einer Fehlgeburt der Fall sein.

Wie behandelt man eine Scheinschwangerschaft?

Die betroffenen Frauen benötigen meist eine Therapie, um die extremen Gefühle, welche sie mit einer Schwangerschaft verbinden, bewältigen zu können. Hier muss geklärt werden, warum sie so sensibel auf dieses Thema reagieren. Meist liegen die Ursachen bei ungewollter Kinderlosigkeit, einem übergrossen Wunsch nach einem Baby oder einer panischen Angst vor einer Schwangerschaft aufgrund der persönlichen Situation der Frauen oder zum Beispiel nach einer Trennung oder Vergewaltigung. Danach werden ihnen Wege aufgezeigt, um mit ihrer Situation zurechtzukommen. Bei einer hormonellen Störung, welche aber nur in seltenen Fällen vorliegt, schafft eine Hormonbehandlung Abhilfe.

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