Spätes Mutterglück: Schwanger mit 40

Schwanger mit 40 ist längst nicht mehr die Ausnahme. In den letzten Jahren ist die Zahl der etwas älteren Mütter kontinuierlich gestiegen. Doch eine spätere Schwangerschaft ist nicht ohne Risiken. Wenn es denn überhaupt zu einer Schwangerschaft kommt, denn die Fruchtbarkeit sinkt rapide.

Schwanger mit 40 ist heute keine Seltenheit mehr.

Wer mit 40 Jahren schwanger wird, hat Glück. Denn die Fruchtbarkeit nimmt ab 35 Jahren stetig ab. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Falls Sie die 40 schon überschritten haben und nun ihr erstes Kind bekommen, dann sind Sie längst keine Seltenheit mehr. Laut dem Bundesamt für Statistik nimmt die Zahl der Mütter unter 30 ab, während sich die Zahl der Mütter über 35 stetig erhöht. So ist in der gesamten Schweiz zwischen 2006 und 2010 das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt um ein ganzes Jahr auf ein Alter von 31 Lebensjahren gestiegen.  

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Manche Frauen und Paare entscheiden sich ganz bewusst dafür, erst später im Leben Nachwuchs zu bekommen. Manch einer versucht es schon seit Jahren und es will mit der Schwangerschaft nicht klappen. Andere finden den richtigen Partner erst in den 30ern. Viele Frauen wollen sich nach dem Studium erst im Beruf etablieren, bevor sie eine Familie gründen. So überrascht es nicht, dass besonders unter Akademikerinnen das höhere Geburtsalter verbreitet ist.

Im Vergleich zur eigenen Müttergeneration hat sich unser Leben geändert. Viele Frauen sind auch mit 40 heute noch fit und gesund, die Berufstätigkeit der Frauen ist etwas Selbstverständliches und der erste Freund wird nur noch selten geheiratet. Die Möglichkeiten der Kinderwunschmedizin sind so vielfältig wie nie zuvor und verhelfen zu Schwangerschaften, wo früher ein unerfüllter Kinderwunsch das Ergebnis gewesen wäre. Denn wer mit 40 schwanger werden möchte, muss damit rechnen, dass das nicht mehr so einfach möglich ist.

Kinderwunsch bei sinkender Fruchtbarkeit

Die Fruchtbarkeit einer Frau ist zwischen 25 und 35 am höchsten. «Ab dem 35. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit langsam ab. Mit 37 ein bisschen mehr, mit 40 noch mehr und mit 43 ist es dann ziemlich schlecht», berichtet Dr. Michael Häberle, Facharzt für Reproduktionsmedizin in Zürich, in einem Interview für familienleben. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Frauen heute mit 40 noch aussehen, wie mit 30 und sich vielleicht auch so fühlen. Lapidar ausgedrückt: Den Eierstöcken ist es egal, ob frau mit 40 noch den Marathon laufen kann. Unser soziales Umfeld kann die biologischen Gegebenheiten nicht überlisten. «Mit 43 liegt die sogenannte Baby-Take-Home-Rate bei einer gesunden Frau, die auf natürlichem Weg schwanger wurde, bei fünf bis sieben Prozent», so Nataly Bleuel in einem Artikel über die Wunschkindindustrie in der Elternzeitschrift Nido.

Wenn Sie schwanger werden möchten und die 40 bereits überschritten haben, dann sollten Sie Ihren Kinderwunsch am besten mit Ihrem Frauenarzt besprechen. Ganz besonders, wenn Sie es vielleicht schon erfolglos einige Monate probiert haben. Ihr Frauenarzt kann abklären, ob ein Eisprung stattfindet oder ob es Gründe gibt, warum es mit einer Schwangerschaft nicht klappen kann. Manchmal reicht schon eine leichte Hormontherapie, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Dies gilt übrigens auch für den Mann, da mit zunehmendem Alter die Spermienqualität abnimmt.

Späte Schwangerschaft gleich Risikoschwangerschaft?

Wenn Sie denn schwanger sind, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Schwangerschaft nicht so problemlos verläuft wie bei einer 20-Jährigen etwas höher. Das heisst natürlich nicht, dass jede Schwangerschaft mit 40 eine Problemschwangerschaft ist, aber Sie sollten sich doch darüber im Klaren sein, dass die spätere Schwangerschaft einige Risiken birgt.

Dazu gehört zum Beispiel ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko. Bei 40-Jährigen liegt die Fehlgeburtsrate bei 34 Prozent, so das Internetportal babycenter.ch. Im Alter von 30 liegt diese Rate gerade einmal bei 12 Prozent. Bei der Mutter besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken oder unter Bluthochdruck zu leiden. Ihr Frauenarzt wird natürlich besonders auf frühe Anzeichen derartiger Komplikationen achten.

Für das Baby steigt das Risiko eines Gendefekts. Zur häufigsten Chromosomenstörung gehört dabei Trisomie 21 oder Down Syndrom. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass das Baby einer schwangeren 40-Jährigen davon betroffen ist, liegt bei einem Prozent.

Spätes Baby, spätes Glück

Doch die späte Mutterschaft bringt neben den erwähnten Problemen auch einige Vorteile. Eltern, die sich erst später für ein Kind entscheiden, sind meist finanziell besser abgesichert und leben oft in einer stabilen Paarbeziehung. Zudem hatten ältere Mütter genügend Zeit, die Welt zu sehen und haben vielleicht weniger das Gefühl, dass sie etwas verpassen, wenn sie mit dem Baby daheim sind.

Späte Mütter gelten zudem als besser informiert. Es ist zum Beispiel belegt, dass sich Spätgebärende bewusst gesünder ernähren und öfter stillen. Und mit mehr Lebenserfahrung kommen sicher nicht selten auch mehr Lebensweisheit und Gelassenheit. Eigenschaften, die für Mütter in jedem Alter sehr nützlich sind.

Zum Weiterlesen – Buchtipps:

  • In diesem Alter noch ein Kind?: Das Glück der späten Schwangerschaft von Christien Biermann und Ralph Raben (Herder, 2010)
  • Später Kinderwunsch. Chancen und Risiken von Petra Ritzinger und E.R. Weissenbacher (Broschiert, 2006)
  • Vom Glück, spät Mutter zu werden von Petra Fosen-Schlichtinger (Broschiert, 2008) 

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Swica

«Schon in der Schwangerschaft unterstützte mich SWICA mit Akupunktur. Nach der Geburt konnte ich die Zeit mit meinem Baby geniessen, da SWICA immer für uns da war.» Informieren Sie sich jetzt über die exklusiven Angebote für Mutter und Kind.

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