Bewegtes Kinderzimmer einrichten: zum Toben, Klettern, Schaukeln

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Kinder brauchen sehr viel Bewegung. Doch nicht an jedem Tag lädt das Wetter zu einem Spaziergang zum nächsten Spielplatz ein. Zum Glück können sich Kinder auch im Haus austoben. Bereits mit wenig Aufwand lässt sich ein Kinderzimmer einrichten, das verlockende Bewegungsanreize bietet.

Kinderzimmer einrichten: Viel Bewegung für die Kleinen

Bewegung ist wichtig und gut für Kinder. Foto: Dejan Ristovski, iStock, Thinkstock

Einmal am Tag auf den Spielplatz, um sich auszutoben? Das ist eine gute Idee, reicht aber nicht. Kinder brauchen den ganzen Tag die Möglichkeit, herumtollen zu können. Jungen und Mädchen, die sich auch im Kinderzimmer viel bewegen, entwickeln ein sicheres Körpergefühl, eine präzise Motorik und bleiben schlank. Darüber hinaus fördert Sport das Gehirn, belegen wissenschaftliche Studien. «Je grösser die Ausdauer, desto höher der IQ», erklärte Georg Kuhn, Professor für Regenerative Neuroscience an der Universität Göteborg während des zweiten Schulkongresses «Bewegung & Sport» in Magglingen, Sitz des Bundesamtes für Sport (Baspo).

Zwar haben Fachleute die Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung von Kindern längst erkannt, doch gleichzeitig hopsen und rennen die Kleinen immer weniger. Fernsehen und Computerspiele rauben dem Sport und dem Spiel draussen wertvolle Zeit. «Der zunehmende Bewegungsmangel von Kindern und Jugendlichen ist eines der weltweit grössten Probleme geworden», betonten Prof. Dr. Uwe Pühse und Dr. Lukas Zahner vom Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Basel. Doch Bewegungsmangel fördert langfristig Depressionen, Stress, Allergien und Übergewicht und damit Herz-Kreislauferkrankungen.

Bewegung im Kinderzimmer

«Eltern sollten das Kinderzimmer ihrer Kinder so gestalten, dass sie ihren natürlichen Lebensdrang ausleben können», heisst es im Handbuch für Fachpersonen «Aktive Kindheit – gesund durchs Leben». «Bewegungsvielfalt muss im eigenen Wohnumfeld ermöglicht werden.» Hüpfen, springen, balancieren, klettern, hangeln, schaukeln, schwingen, werfen und fangen – all das ist im Kinderzimmer möglich. Schon mit geringem finanziellem Aufwand kann das Kinderzimmer zu einem erlebnisreichen Bewegungszimmer werden.

Hüpfen und Springen im Kinderzimmer

Erinnern Sie sich daran, wie viel Spass es macht, auf dem Bett zu hopsen? Leider hält nicht jedes Bett die Belastung dauerhaft aus. Ein kleines Trampolin kann eine sinnvolle Alternative sein. «Trampolinspringen ist weit mehr als nur Hüpfen. Es fordert und fördert Koordination, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer», betont die Beratungsstelle für Unfallhütung (bfu) mit Sitz in Bern.

Zum Hinabspringen eignen sich Möbelstücke mit stabilem Stand: Schön, wenn Kinder Schränke, Kommoden, Tische erklimmen und von dort aus in ein weiches Kissenmeer springen dürfen!

Kinderzimmer einrichten: Balancieren und Schaukeln

Ein gutes Gleichgewicht lässt sich im Kinderzimmer leicht fördern. Für Klein- und Kindergartenkinder reichen bereits ein paar Seile auf dem Boden, über die sie balancieren können. Ein schönes Geschenk zum Geburtstag oder Weihnachten ist eine Balance-Schnecke, eine Balance-Wippe oder ein Balancier-Teller für das Kinderzimmer.

Auch eine alte Luftmatratze kann für viel Spielspass im Kinderzimmer sorgen, wenn sie nur zur Hälfte aufgepumpt wird. Wer schafft es, auf allen Vieren auf dem wackeligen Untergrund zu krabbeln? Übrigens: Auch im Sitzen lässt sich das Gleichgewicht trainieren – mit einem aufpumpbaren Kunststoff-Sitzball.

Wer eine Schaukel im Kinderzimmer aufhängt, wird sich wundern, wie viel Lebenszeit sein Kind dort verbringen wird. Lassen sich Schaukelhaken weder in der Decke noch im Türrahmen sicher befestigen, kann über ein Eck an der Wand eine Hängematte befestigt werden. Sie eignet sich nicht nur zum Schaukeln, sondern auch zum Relaxen. Eine Schaukelbanane benötigt nicht viel Platz, eignet sich aber zum Wippen und Balancieren.

Sicherheit ist wichtig!

Wo getobt wird, sind scharfe Ecken und Kanten fehl am Platz. Sinnvoll ist es, zerbrechliche Gegenstände wegzuräumen. Möbel, auf die Kinder klettern dürfen, benötigen stabilen Stand. Matten und Kissen puffern beim Springen den Aufprall ab. Gleichzeitig bieten sie neues Bewegungsangebot: Auf dicken Matten lässt sich hopsen, rollen und Handstand üben.

Kletterparcours im Kinderzimmer

Um Klettermöglichkeiten zu schaffen, muss niemand eine teure Kletter- noch Sprossenwand anschaffen. An grauen Tagen lässt sich für jüngere Kinder leicht ein Parcours im Kinderzimmer aufbauen: Erst geht’s quer über den Kindertisch, dann auf den Kinderstuhl und von dort aus über die kleine Trittleiter aufs Stockbett. Auch eine oder mehrere Strickleitern bieten kostengünstige Klettermöglichkeiten.

Das Kinderzimmer – ein Basketball-Platz

Kinder, die früh die Möglichkeit haben, werfen und fangen zu üben, gewinnen spielerisch motorische Sicherheit. Klar, dass durchs Kinderzimmer keine harten Bälle sausen sollten. Schaumstoffbälle und Luftballons bieten wohnungsschonenden Ersatz. Mit Luftballons lassen sich tolle Bewegungsspiele machen: Schaumstoffbälle lassen sich mit Federballschlägern schlagen und schubsen. Ältere Kinder stehen auf cooles Basketball-Spiel. Ein Basketballkorb lässt sich leicht an der Wand befestigen.

Autor: Sigrid Schulze

Mehr zum Thema Kinderausstattung gibt es in diesem Dossier.

 

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