Velohelm Test: Sicherheit ist nicht sichtbar

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«Das ist doch nicht weit! Ich fahre doch nur bis zum Spielplatz!», so argumentieren Kinder gern, wenn sie einen Helm aufsetzen sollen. Doch ein Unfall kann überall geschehen, auch auf dem kürzesten Weg.  Welche Helme die besten sind, verrät der Velohelm Test.

Mit dem Velohelm Test den richtigen Helm finden

Ein Velohelm Test verrät, welche Helme sicher sind. Foto: PIKSEL, iStock, Thinkstock

Meine Tochter radelte nicht besonders schnell. Und von dem Radweg, auf dem sie fuhr, ging auch keine besondere Gefahr aus. Trotzdem geriet sie ins Schleudern, als ihr Lenker dem Lenker des neben ihr fahrenden Rades zu nahe kam. Sie stürzte kopfüber und fiel hart auf den Kopf. Den Aufprall habe ich heute noch im Ohr. Anschliessend stand sie unter Schock und hatte eine Gehirnerschütterung. Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn sie keinen Helm getragen hätte! Seitdem braucht es keine Ermahnungen mehr, den Helm aufzusetzen. Jeder in unserer Familie ist sich vollkommen sicher, dass grundsätzlich mit Helm gefahren wird.

Helm entschärft und vermeidet Kopfverletzungen

Radunfälle können überall geschehen. Vielleicht kann das Kind noch nicht sicher auf- oder absteigen, oder es traut sich nicht, kräftig zu bremsen. Möglicherweise fährt es oft unkonzentriert und schaut nicht auf den Weg. Auch ein Schlagloch, eine hoher Bordstein und eine Autotür, die sich unvermittelt öffnet, können auf vermeintlich sicheren Strecken zum Sturz führen. «Bei einem Fahrradunfall wirken starke Kräfte auf den Körper ein. Diese nimmt der Körper zu einem grossen Teil am Kopf auf, da dieser fast immer mit auf den Boden oder einen anderen Gegenstand aufschlägt», erklärt das «fahrradmagazizin.net». «Mit einem passgenauen Fahrradhelm lässt sich die Krafteinwirkung reduzieren.» Wenn auch ein Helm nicht den ganzen Kopf schützen kann, so kann er dennoch Kopfverletzungen entschärfen und oft sogar vermeiden. Und das gilt nicht nur für die Kleinen.

Gutes Vorbild wichtig

Auch Eltern sind nicht vor Stürzen gefeit. Ausserdem haben Sie eine wichtige Vorbildfunktion. «Velohelm zu tragen, ist in unserer Familie selbstverständlich», zeigen Sie, wenn Sie vor dem Aufsteigen selbst den Helm aufsetzen. Das Kind will trotzdem ohne Helm fahren? Eltern, die das nicht durchgehen lassen wollen, machen klar: «Dann muss das Rad zu Hause bleiben.» Mehr Spass macht das Tragen des Velohelms, wenn sich das Kind ein Modell aussuchen durfte, das ganz seinem Geschmack entspricht. Zum Glück bietet der Fahrradmarkt Velohelm-Modelle in vielen Farben, mit fantasievollen Bildern und Mustern.

Velohelm Test: Hartschalenmodelle dämpfen schlechter

Ihr Kind liebäugelt mit einem Hartschalen-Helm, einem relativ schwerem Helm, bei dem harter Kunststoff den Schaumstoff überzieht? Beim letzten ADAC-Velohelm Test überzeugten Helme dieser Machart nicht, denn sie dämpfen den Aufprall schlechter ab. «Auch in den Prüfpunkten Komfort, Trageeigenschaften und Handhabung konnten die getesteten Hartschalenhelme wenig überzeugen: So sind etwa Belüftung und Einstellmöglichkeiten oft verbesserungswürdig. Keiner der Hartschalenhelme kommt aus diesen Gründen über ein lediglich befriedigendes Urteil hinaus», so der ADAC.

Velohelm Test im Fahrradladen

Die Kosten

«Teurer Helm» ist nicht gleichbedeutend mit «guter Helm». «Tests haben gezeigt, dass teure Helme nicht besser sein müssen als billige», darauf weist Pro Velo Schweiz hin.

Die Einstellung

Wichtig ist, dass der Helm der individuellen Kopfform Ihres Kindes entspricht. «Der Velohelm muss gut sitzen, ohne zu drücken, und darf nicht wackeln, da er sonst auch bei einem Sturz schnell wegrutschen kann», erklärt Pro Velo Schweiz. Darüber hinaus sollte sich die Grösse leicht einstellen lassen. «Durch einfache Verstellsysteme, wie einen Drehknopf am Hinterkopf, kann der Helm schnell in die ideale Grösse gebracht werden.» Wichtig ist es, den Helm anzuprobieren. Ist er auch nach einigen Minuten noch angenehm zu tragen? Pro Velo Schweiz: «Ein Riemen soll vor, einer hinter dem Ohr durchgehen (nicht übers Ohr); der Riemen unter dem Kinn soll bequem und nicht zu nah an der Gurgel sein. Insbesondere der vor dem Ohr liegende Teil und der Kinnriemen sollten satt angezogen, aber immer noch bequem sein.»

Die Sichtbarkeit

«Achten Sie darauf, dass der Helm mit grossen und sinnvoll positionierten Reflektoren und zusätzlich mit LED-Rücklicht ausgestattet ist», rät der ADAC. «Wählen Sie möglichst helle und auffällige Farben.» Helle Farben sind nicht nur besser sichtbar, sondern heizen sich in der Sonne auch weniger stark auf.

Velohelm Test: Wichtig sind Stabilität und Dämpfung

Ein Helm braucht zwei Eigenschaften, um Sicherheit zu bieten. Er muss stabil sein – und er muss im Fall eines Unfalls den Aufschlag dämpfen können. Doch es ist nicht leicht, diese Eigenschaften zu erkennen. Selbst einem technisch versierten Käufer sei es nicht möglich, die Sicherheit zu beurteilen, zu diesem Schluss kam der ADAC nach seinem letzten Velohelm Test. Bei den Kinderhelmen schnitten die Modelle «Limar 242» und «KED Meggy Originals» sehr gut ab. Erwachsene treffen mit «KED Certus K-Star» und «Abus Urban I V.2 Signal» eine sehr gute Wahl. Doch selbst der beste Helm ist nach einem Sturz nicht mehr sicher. Risse können auch dann vorhanden sein, wenn sie nicht sichtbar sind. Deshalb ist es sinnvoll, im Zweifelsfall immer einen neuen Velohelm zu besorgen.

Autor: Sigrid Schulze im Mai 2016

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